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Corona-Krise in MV: Das gilt für Sie im Alltag

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21:25 17.03.2020
In ersten Kommunen Mecklenburg-Vorpommern sind Spielplätze wegen der Corona-Epidemie gesperrt worden. Quelle: Martin Börner
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Rostock

Wegen der Coronavirus-Epidemie müssen die Menschen auch im Nordosten von vielen liebgewonnenen Gewohnheiten Abschied nehmen. Urlaubsreisen an die Ostsee sind bis Mitte April passé und auch der gemütliche Einkaufsbummel.

Mit einschneidenden Maßnahmen sollen nach den Worten von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) die sozialen Kontakte weiter verringert und so die Ansteckungsgefahr mit dem neuartigen Coronavirus eingedämmt werden. „Wir sind uns einig, dass der Maßstab die Gesundheit der Bevölkerung ist“, sagte Schwesig am Dienstag nach der Kabinettssitzung in Schwerin.

Das müssen Sie jetzt wissen

Infektionen: Am Dienstag wurden in MV insgesamt 18 neue Corona-Infektionen gemeldet. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der bestätigten Fälle im Land auf 69.

Operationen: Die Unimedizin Rostock verschiebt bis auf Weiteres alle geplanten und vertretbaren Eingriffe auf einen späteren Zeitpunkt.

Einkaufen: Ab heute dürfen nur noch Supermärkte, Lebens- und Futtermittelhändler, Wochenmärkte, Lieferdienste, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen und Banken sowie Poststellen, Frisöre, Zeitungshändler, Waschsalons und der Großhandel regulär öffnen. Zudem wird das Verbot der Sonntagsöffnung gekippt.

Gaststätten: Restaurants dürfen nur noch zwischen 6 und 18 Uhr öffnen. Ausnahmslos. Die Zahl der Besucher wird auf 50 reduziert. Zwischen den Tischen muss ein Mindestabstand von zwei Metern sein.

Tourismus: Landesweit sind die Zufahrten zu den Inseln Rügen, Usedom, Hiddensee, Poel und der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst am Montag abgeriegelt worden. Das Verbot gilt in erster Linie für auswärtige Gäste. Menschen, die in MV wohnen, dürfen sich im Nordosten weiterhin frei bewegen, d.h. also auch auf die Inseln reisen.

Konzerttickets: Auch wenn Ticketshops – darunter auch die OZ-Service-Center – wegen der Ansteckungsgefahr jetzt geschlossen sind: Ihre Anliegen bzw. Ticketrückgaben aufgrund ausgefallener oder verschobener Veranstaltungen können auch dann noch bearbeitet werden, wenn der geregelte Betrieb wieder aufgenommen wird.

Das können Sie jetzt tun

Pizza bestellen: „Eventuelle behördliche Maßnahmen zur Schließung von Restaurants beziehen sich lediglich auf die Vermeidung von Menschenansammlungen, nicht aber auf die Lieferung der Gerichte“, teilte eine Bringdienstkette mit. Alle anderen Restaurants können ebenfalls Lieferdienste aufbauen. Gaststätten dürfen nur noch bis 18 Uhr besucht werden.

Garten auf Vordermann bringen: Bau- und Gartenfachmärkte dürfen grundsätzlich weiter öffnen. Insofern spricht nichts dagegen, die Zeit mit Gartenarbeit zu verbringen.

Online bestellen: Online-Versandhändler und Paketdienste sind nicht von den Einschränkungen betroffen. Sie liefern gewohnt weiter aus.

Lernen: Die Prüfungen zur Mittleren Reife und zum Abitur in Mecklenburg-Vorpommern werden wegen der Corona-Krise nicht vor Mai stattfinden, somit bleibt deutlich mehr Zeit zur Vorbereitung. Ursprünglich hätten die Abiturprüfungen in MV bereits am 30. März starten sollen.

Zuschüsse beantragen: Firmen in Notlagen können sich über die Hotline des Bürgertelefons über Hilfen des Wirtschaftsministeriums informieren: Tel.: 0385 5885588

Corona-Verdacht? Gehen Sie nicht einfach zum Hausarzt, sondern rufen Sie vorher in der Praxis an, wenn Sie glauben, dass Sie mit dem Corona-Virus infiziert sein könnten. Alternativ können Sie auch unter der Nummer 116117 den Patientenservice der Kassenärztlichen Vereinigungen anrufen, um weitere Hinweise zu bekommen, wie Sie sich verhalten müssen.

Das sollten Sie jetzt lassen

Spielplätze: Vermeiden Sie, mit Ihren Kindern auf öffentliche Spielplätze zu gehen. In ersten Kommunen Mecklenburg-Vorpommern sind Spielplätze bereits gesperrt worden – etwa in Rostock und Neubrandenburg. Die Sperrungen sollen durch Mitarbeiter des Ordnungsamtes kontrolliert werden.

Trauerfeiern: Kirchliche Bestattungen dürfen im Bereich der Nordkirche bis auf weiteres nur noch unter freiem Himmel und im engsten Familienkreis stattfinden. Trauerfeiern in geschlossenen Räumen wie Kirchen, Kapellen oder Trauerhallen seien vorerst ausgesetzt, teilte die Nordkirche am Dienstag mit.

Konfirmationen: Die traditionell im Frühjahr stattfindenden Konfirmandenfreizeiten und Konfirmationen und sind nach Angaben der Nordkirche abgesagt. Auch die Jugendweihen sind in diesem Jahr vorerst abgesagt.

Ibuporfen nehmen: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät davon ab, das Medikament ohne ärztlichen Rat einzunehmen, wenn der Verdacht auf eine Infektion mit dem neuen Coronavirus besteht, weil es die Krankheit verschlimmern könnte. Die WHO empfiehlt in diesem Fall bei Fieber die Einnahme von Paracetamol.

Kinder zu den Großeltern bringen: Während das Corona-Virus für Kinder kaum eine Gefahr darstellt und sie es deshalb oft unbemerkt weiterverbreiten können, steigt die Sterblichkeit ab dem 50. Lebensjahr. Menschen im Alter von über 80 Jahren haben ein sehr stark erhöhtes Risiko, an Covid-19 zu sterben.

Reisen: Urlaubsreisen ins In- und Ausland sind ab sofort verboten. Gestattet ist weiterhin der Pendelverkehr von Berufstätigen. Die Hotels in Mecklenburg-Vorpommern sollen nur noch Geschäftsreisende aufnehmen dürfen.

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Von OZ/dpa

Die Verunsicherung in den 61 Reha-Kliniken des Landes ist groß. Während Urlauber den Nordosten verlassen sollen, geht der Betrieb in den Kureinrichtungen erst mal weiter – mit vielen neuen Gästen. Das Gesundheitsministerium vertagt eine Entscheidung über die Schließung der Kliniken. Die Mitarbeiter sind besorgt.

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Drei Worte genügen – runter von Rügen. Dieser auf der Insel aus früheren Urlauberzeiten beliebte Satz spiegelt wider, was die Landesregierung so schnell wie möglich durchsetzen will. Bis Donnerstag sollen Touristen Deutschlands größte Insel verlassen, neue dürfen nicht anreisen. Seit Montagabend kontrolliert die Polizei vor dem Rügendamm in Stralsund.

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Damit sind am 17. März insgesamt 69 Coronavirus-Infizierte in Mecklenburg-Vorpommern, teilt das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) mit.

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