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MV aktuell Corona im Nordosten: 348 Fälle in MV – Schwesig ruft zu Zusammenhalt auf
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Corona im Nordosten: Mann stirbt - Schwesig ruft zu Zusammenhalt auf

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18:49 28.03.2020
Schwesig: „Halten Sie durch und halten Sie zusammen! Dann stehen wir Corona durch. Wir sind stark genug dafür. Unser Land ist stark genug dafür. Passen Sie auf sich auf und bleiben Sie gesund!“ Quelle: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa
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Rostock/Schwerin

Erstmals ist in Mecklenburg-Vorpommern ein Mensch im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben. Es handelt sich um einen 57-jährigen Mann aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim, der Anfang März im Skiurlaub in Österreich war, wie das Gesundheitsministerium am Samstag mitteilte. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) rief die Menschen unterdessen zum Zusammenhalten und zu Geduld auf.

Der Patient hatte neben einer bestätigten Infektion mit dem neuen Coronavirus den Angaben zufolge chronische Vorerkrankungen. Seit etwa einer Woche habe der Mann grippeähnliche Symptome gehabt. Wegen einer akuten Verschlechterung seines Gesundheitszustandes sei er am Freitag vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht worden - und dort trotz intensivmedizinischer Behandlung am Samstagmorgen gestorben, teilte das Ministerium mit. Mecklenburg-Vorpommern war das letzte Bundesland ohne Todesfälle. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus lag am Sonnabendnachmittag (17.00 Uhr) bei 348, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock mitteilte. Das waren 39 mehr als am Tag zuvor.

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Fernsehansprache der Ministerpräsidenten

Ministerpräsidentin Schwesig rief die Menschen im Land auf, in der Corona-Krise zusammenzuhalten und die Regeln einzuhalten. „Ich weiß: Es kostet Kraft, den Alltag unter all den Einschränkungen hinzukriegen“, sagte die Ministerpräsidentin laut vorab verbreitetem Redetext in einer Fernsehansprache im NDR. „Danke für Ihre Geduld und dafür, dass Sie sich an die Regeln halten!“, sagte sie. „Wir werden diese Geduld weiter brauchen.“ Sie betonte: „Es ist viel zu früh, die Lockerung von Maßnahmen zu diskutieren. Sie gelten bis einschließlich 19. April.“

Schwesig rief dazu auf, persönliche Kontakte weiter zu vermeiden und Abstand zu halten. Dazu gehöre auch, auf Urlaubsreisen und Familienbesuche zu verzichten. Ostern stehe vor der Tür. Eigentlich wünsch man sich, wegzufahren, Familie und Freunde zu treffen. All das sei nicht möglich. „Auch meine Familie verzichtet dieses Jahr auf den Besuch zu Ostern, auch wenn es sehr schade für die Großeltern und für meine Kinder ist“, sagte sie weiter. „Bleiben Sie zu Hause, soweit es möglich ist! Bringen Sie Ihre Liebsten nicht in Gefahr.“

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„Unser Land ist stark genug dafür“

Auch wenn Mecklenburg-Vorpommern bislang nicht so stark betroffen wie andere Bundesländer ist, gebe es nun leider den ersten Todesfall. Den Angehörigen wolle sie ihr aufrichtiges Beileid aussprechen. „Die Zahl der Erkrankten wird weiter steigen - auch dann, wenn unsere Schutzmaßnahmen wirken.“ Ziel sei es, die Ausbreitung des Virus vor allem zu verlangsamen.

„Wir können den Menschen, die uns nahe sind, auch mit Abstand zur Seite stehen. Wir können telefonieren, schreiben, skypen und aufeinander achtgeben“, erklärte die Ministerpräsidentin und beendete ihre Ansprache mit den Worten: „Halten Sie durch und halten Sie zusammen! Dann stehen wir Corona durch. Wir sind stark genug dafür. Unser Land ist stark genug dafür. Passen Sie auf sich auf und bleiben Sie gesund!“.

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Schwesig und Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hatten zuvor erklärt, es werde keine Aufweichungen der restriktiven Regelungen geben. Polizei und die Ordnungsbehörden würden weiterhin auf die Einhaltung achten, hieß es in einer am Samstag verbreiteten Erklärung nach einer Telefonkonferenz der beiden mit den Landräten der Kreise und Oberbürgermeistern der kreisfreien Städte.

Auch an die Touristen gewandt erklärten sie: „Wir appellieren an die Vernunft aller Menschen, die gerne zu uns ins Land kommen und unsere Einwohner und Einwohnerinnen: Jetzt ist nicht die Zeit zum Reisen!“ Als Urlaubsland freue sich Mecklenburg-Vorpommern darauf, seine Gäste nach der Bewältigung der Corona-Krise wieder zu begrüßen.

Die meisten Menschen in Mecklenburg-Vorpommern hielten sich nach Erkenntnissen der Polizei am Samstag wieder an die wegen der Corona-Pandemie erlassenen Kontaktbeschränkungen. Dies berichteten die beiden Polizeipräsidien in Rostock und Neubrandenburg. Hin und wieder gingen Anzeigen ein, weil sich mehrere Menschen in einer Gruppe aufhielten. Dabei handele es sich aber meist um erlaubte Zusammentreffen von Familienmitgliedern.

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Von RND/dpa