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Corona in MV am Montag: Läden schließen – Urlaubsreisen verboten – Inseln abgeriegelt

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22:31 16.03.2020
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) kündigt weitere Einschnitte für die Bevölkerung in MV beim Umgang mit dem Coronavirus an. Quelle: Jens Büttner/dpa
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Rostock/Schwerin

Diese Maßnahmen treffen vor allem die Wirtschaft hart: Die Landesregierung verschärft weiter ihr Vorgehen zur Eindämmung des Coronavirus – und schränkt jetzt auch Restaurants und Einzelhandel massiv ein. Das gab Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) in Schwerin bekannt. Die neuen Regelungen sollen „so zügig wie möglich“ in Kraft treten, so Schwesig.

Sie sprach von „drastischen Maßnahmen“, betonte aber: „Niemand muss Angst haben, dass er in den kommenden Tagen oder Wochen keine Lebensmittel mehr bekommt. Die Produktion läuft weiter.“ MV habe in den vergangenen Jahren eine gute wirtschaftliche Entwicklung genommen: Das Coronavirus bedrohe nicht nur die Gesundheit der Menschen in MV, sondern auch die Wirtschaft.

Restaurants werden eingeschränkt

Urlaubsreisen werden komplett untersagt: Buchungen seien nicht mehr möglich. Hotels sollen nur noch Geschäftsreisende aufnehmen dürfen. „Das trifft uns als Tourismusland sehr, sehr hart“, so Schwesig. Der Wirtschaft in MV solle massiv geholfen werden, kündigt Minister Harry Glawe (CDU) an. Dazu sei ein 100-Millionen-Euro-Paket geplant. So sollen kleinere Unternehmen vom Land rückzahlbare Zuschüsse für betriebliche Ausgaben von bis zu 200 000 Euro erhalten, Freiberufler bis zu 20 000 Euro. Weitere Hilfen wolle das Regierungskabinett am Dienstag beraten.

Die Wirtschaft reagiert gefasst, allerdings könnten die genannten Hilfen nur ein Anfang sein, so Lars Schwarz, Hotel- und Gaststättenverband MV. Ingo Schlüter, DGB Nord, sagte: Ziel müsse es sein, möglichst Arbeitslosigkeit zu verhindern. Dazu erwarte er auch Handeln der Unternehmen. Schwesig stimmt zu: „Ich appelliere auch an die Wirtschaft, dass die Beschäftigten nicht hängengelassen werden.“ Das betreffe vor allem die Lohnfortzahlung. Bereits elf Firmen haben bisher Kurzarbeit beantragt.

Unterdessen sind am Abend landesweit die Zufahrten zu den Inseln Rügen, Usedom, Hiddensee, Poel und der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst abgeriegelt worden. Geplant sei aber auch in den nächsten Tagen kein Schlagbaum, sondern ein „verhältnismäßiger Einsatz der Mittel“, sagte die Sprecherin des Polizeipräsidiums in Neubrandenburg, Nicole Buchfink. „Entdecken wir Touristen, werden wir sie bitten, wieder umzukehren.“ Züge fahren trotzdem weiter wie gewohnt auf die Inseln Rügen und Usedom.

51 Fälle insgesamt in MV

Insgesamt haben sich bisher 51 Menschen in MV mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Gerade mal ein bis zwei Prozent der bis zu 300 Proben, die täglich an der Uni-Medizin in Rostock untersucht werden, seien positiv: „Die fehlende Dynamik der Virusnachweise ist ein positives Zeichen. Dafür sprechen auch die weiterhin im Vergleich zu anderen Bundesländern geringen Fallzahlen in ganz MV“, sagt Mikrobiologe Prof. Andreas Podbielski.

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Von Frank Pubantz, Benjamin Fischer und Andreas Meyer

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