Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
MV aktuell Hier gibt es Unterstützung in MV: Angebote wegen Corona-Epidemie sind jetzt vernetzt
Nachrichten MV aktuell

Coronavirus: Welle der Hilfsbereitschaft in MV wird jetzt vernetzt

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:32 18.03.2020
Susann Plant aus Rostock koordiniert das Helfer-Netzwerk der Ehrenamtsstiftung MV im Internet. Quelle: Ehrenamtsstiftung
Anzeige
Rostock

Die Coronavirus-Pandemie hat auch MV fest im Griff, vor allem ältere Menschen trauen sich kaum noch vor die Tür, weil sie als Risikogruppe gelten, sollten sie infiziert werden. In vielen Städten und Gemeinden bilden sich lokale Helfer-Netzwerke, die Betroffenen in der Not unter die Arme greifen. Die Ehrenamtsstiftung MV verbindet diese Angebote; auf einer neuen Internetseite wächst ein Netzwerk der Menschlichkeit.

„Gemeinsam gegen Corona – Gutes tun in MV“ steht über der Website. In Zeiten, da eine Förderung des Ehrenamts mangels sozialer Kontakte schwer ist, konzentriert sich die Ehrenamtsstiftung auf digitale Verbindung. Botschaft: „Helfen kann man auch kontaktlos.“

„Wir wissen, dass viele Menschen nicht aufhören wollen zu helfen“, sagt Susann Plant von der Stiftung. Daher sei es das Ziel des Online-Angebotes, Information und Hilfsangebote an die Menschen zu Hause zu bringen, das Miteinander zu stärken.

Klare Regeln für die Helfer vorgegeben

Thomas Wiencke organisierte in der Vergangenheit Weihnachtsgalas für Obdachlose, jetzt bietet er in Rostock Hilfe in der Corona-Krise an. Quelle: Andreas Meyer

Das gelingt bereits, erste Hilfsgruppen haben sich bei der Ehrenamtsstiftung angemeldet. Etwa der Verein „Sofa Rostock“, der auf seiner Facebookseite mittlerweile 1200 Mitglieder hat. Angebote: Hilfe beim Einkaufen, Gassigehen mit Hunden, Müll runterbringen. „Helfer sind genug da“, sagt Initiator Thomas Wiencke. In allen Stadtteilen. Bei der Auswahl werde aber genau darauf geachtet, dass Ehrenamtler auch helfen dürfen. Denn vielerorts gebe es Nachbarschaftshilfe, bei der niemand hinterfragt, ob das Virus nicht sogar vom Helfer kommt. In Rostock müssten Interessierte einem Verhaltenskodex zustimmen, die Vermittlung erfolgt offiziell über das Bürgerbüro der Stadt.

In Neubrandenburg unterstützt die Initiative „NB hilft 2.0“ Bedürftige. „Wir helfen bei allen Erledigungen, außer bei finanziellen Dingen. Also zum Beispiel das Rezept vom Arzt oder Medikamente von der Apotheke abholen, Lebensmittel einkaufen oder sonstige kleine Erledigungen“, erklärt Björn Bromberger.

„Weil wir immer helfen, wenn Krisen sind“

In Güstrow (Kreis Rostock) ist die „Villa Kunterbündnis“ Ansprechpartner. „Weil wir immer helfen, wenn Krisen sind“, sagt Karen Larisch. Das Bürgerzentrum bietet an: Wer sich Freitagvormittag meldet, für den gehen die Ehrenamtler dann gesammelt einkaufe. „Für alle, die es brauchen, zum Beispiel auch Einsatzkräfte im Noteinsatz.“

Im Kreis Ludwigslust-Parchim hat sich das Deutsche Rote Kreuz unter anderem der Unterstützung von Nachbarschaftshilfe verschrieben. Auch hier geht es ums Einkaufen oder Hundebetreuung. „Das ist ein überregionales Forum“, sagt Organisator Marko Kaminski. Es herrsche viel Verunsicherung in der Bevölkerung, weiß Markus Kaminski. „Die Leute wollen wissen: Wie geht es weiter?“

Hilfe als „Dankeschön der Jüngeren an die Älteren“

Warum sie sich für andere einsetzen – die Antworten der Helfer klingen ähnlich. Er habe schon immer das Bedürfnis gehabt, Schwächere zu unterstützen, sagt Thomas Wiencke, Rostock. Obdachlose, Flüchtlinge, jetzt die Schwächsten in der Corona-Krise. „Es ist ein gutes Gefühl.“ Solidarität oder christliche Nächstenliebe zählt Björn Bromberger als Gründe einzelner auf, bei der Neubrandenburger Initiative mitzumachen. „Unser Ziel ist es, Menschen, die unter Quarantäne stehen oder zu Risikogruppen gehören, zu helfen und so einen Beitrag zur Reduzierung von Todesopfern zu leisten.“ Dies sei ein „Dankeschön der Jüngeren an die Älteren für unser heutiges Leben und Wohlstand“.

Die Ehrenamtsstiftung werde das MV-weite Helfer-Netzwerk jetzt schrittweise aufbauen, sagt Geschäftsführer Jan Holze. Bestandteil des Netzwerks sind einzuhaltende Quarantäne-Regeln. So selten Helfer und keinen direkten Kontakt zu den unterstützten Menschen haben. Einkaufstüten sollten etwa einfach vor die Tür gestellt werden.

Die Aktion der Ehrenamtsstiftung MV „Gemeinsam gegen Corona“ ist hier zu finden: Link

Lesen Sie auch:

Von Frank Pubantz

Es trifft alle – und es ist hart: In Zeiten der Corona-Pandemie gilt es, zu Hause zu bleiben und Sozialkontakte zu vermeiden. Damit es dennoch nicht zum Lagerkoller kommt, gibt es kreative Rostocker, die mit ihren Basteltipps und einem Online-Tanzkurs schlechter Laune den Kampf ansagen.

17:46 Uhr

Ein Mann drängte eine Frau am Mittwoch in der Bergstraße in Korswandt in sein Auto und floh in den Wald am Wolgastsee. Von dort setzte der seine Flucht zu Fuß und ohne Frau fort. Die Polizei nahm ihn am Nachmittag auf polnischer Seite fest.

18:03 Uhr

Die Versorgung ist gesichert, betonen die Sprecher der großen Supermarktketten. Doch in etlichen Geschäften gibt es jetzt leere Regale. Oft fehlen Toilettenpapier und Handseife. Rossmann und dm rationieren schon Produkte. OZ-Reporter haben sich in Märkten in Rostock, Stralsund und Zinnowitz ein Bild von der Lage gemacht.

18:30 Uhr