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Coronavirus in MV: Das ist alles am Sonntag passiert

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20:21 15.03.2020
1Rund um das Coronavirus kommt es täglich zu vielen neuen Erkenntnissen und Maßnahmen. Damit Sie den Überblick behalten, fasst die OSTSEE-ZEITUNG die Geschehnissen des aktuellen Tages zusammen. Das ist am Sonntag, dem 15. März, alles passiert. Quelle: Robert Michael/dpa-Zentralbild/d
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Rostock/Ahlbeck

Ab Montag ist nichts mehr so, wie es mal war. Das Coronavirus stellt das Leben auch in Mecklenburg-Vorpommern auf den Kopf, auf Null. Alles dicht: Schulen, Hochschulen, Kindergärten und Freizeiteinrichtungen. Seit Sonntag sogar die polnische Grenze. Ein Bild wie aus längst vergangenen Zeiten: Polnische Polizisten sperren die Straßen, weisen Autofahrer ab.

Am Grenzübergang Ahlbeck, in Garz auf Usedom und auf der Autobahn 11 bei Pomellen ist der Grenzverkehr eingestellt. Uniformierte blockieren die Strandpromenade Zwischen Ahlbeck und Swinemünde. Auch der Bahnverkehr ist unterbrochen. Die Usedomer Bäderbahn fährt Swinemünde nicht mehr an. Endhaltepunkt ist Ahlbeck. Die Bahnverbindung zwischen Pasewalk und Stettin ist für die Personenbeförderung eingestellt worden.

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Schwierige Personalsituation auf Usedom

Zwar sollen polnische Arbeitnehmer beim Vorzeigen einer Arbeitsbescheinigung passieren dürfen, trotzdem rechnen Experten mit erheblichen Auswirkungen auf die Wirtschaft. Neben dem Handwerk ist besonders das Hotel- und Gaststättengewerbe betroffen. Ohne polnische Arbeitnehmer geht besonders auf der Insel Usedom nichts mehr.

Mit geänderten Schichten und viel Kooperationsgeist habe man Lösungen finden können, sagt beispielsweise der Geschäftsführer der Seetel-Hotels Rolf Seelige-Steinhoff, der 16 Häuser auf Usedom betreibt. 45 Prozent seiner Mitarbeiter kommen aus Polen. „Sollten große Teile der Belegschaft ausfallen, denken wir darüber nach, einige unserer Häuser zu schließen“, so Seelige-Steinhoff. In Vorpommern hätten zudem die ersten Unternehmen Kurzarbeitergeld beantragt.

Kinderbetreuung sicherstellen

Am Montag gibt es keine staatlich organisierte Betreuung der Kinder. 185 000 Schüler sind betroffen, 110 000 Kinder aus Krippen, Kitas, von Tagesmüttern. Berufstätige Eltern stellt das vor große Herausforderungen. Pragmatisch will hier die Wirtschaft in MV auf die Corona-Folgen reagieren. Zunächst gelte es, den Eltern zu helfen, die Kinderbetreuung sicher zu stellen.

„Das ist die Flexibiltät von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gefragt“, sagt der Geschäftsführer der Landesvereinigung der Unternehmensverbände Sven Müller. Nach den Worten von Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) wird der Montag an den Schulen der Unterstufe noch als Übergangstag gestaltet. Die Schulen seien zwar geschlossen, würden an dem Tag aber kein Kind zurückweisen.

Fünf Neuinfektionen am Sonntag in MV

„Wir stehen am Anfang. Die Schließung der Schulen und Kindergärten kommt jetzt zum richtigen Zeitpunkt“, betont Emil Reisinger. Der Leiter der Abteilung für Tropenmedizin und Infektiologie der Unimedizin Rostock rechnet in den kommenden Wochen mit einem deutlichen Anstieg der Corona-Infektionen in MV. Bis Sonntagabend waren 50 nachgewiesene Infektionen im Land bekannt.

Reisinger geht davon aus, dass die aktuelle Infektionswelle bis weit in den Juni anhält. Bei 2000 bis 10 000 Menschen in MV könnte die Erkrankung mit deutlichen Symptomen verlaufen. „Die Infektion ist jetzt im Land angekommen. Wir haben nicht mehr nur importierte Fälle, sondern auch solche Patienten, die das Virus in Mecklenburg-Vorpommern erworben haben“, so Reisinger.

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