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MV aktuell Dankesfeier für die Waldbrand-Helfer von Lübtheen: „Wir sind alle Helden“
Nachrichten MV aktuell Dankesfeier für die Waldbrand-Helfer von Lübtheen: „Wir sind alle Helden“
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17:17 07.09.2019
Waldbrand bei Lübtheen im Sommer 2019. Quelle: Timo Jann
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Lübtheen

Rund zwei Monate nach dem verheerenden Waldbrand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lübtheen (Landkreis Ludwigslust-Parchim) haben Einsatzkräfte und Anwohner ihren erfolgreichen Kampf gegen die Flammen gefeiert. Das Fest stand unter dem Motto „Wir sind alle Helden“.

Mehr als 1000 Besucher kamen zum Auftakt des Programms auf dem Festplatz der Kleinstadt. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) würdigte den großartigen Einsatz der Helfer und zeichnete einige stellvertretend für alle mit der Waldbrand-Medaille des Landes aus. Nach Angaben der Staatskanzlei sollten insgesamt 500 Medaillen vergeben werden.

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Großteil der Bäume wird sterben

Gemeinsam sei es gelungen, das Feuer zunächst einzudämmen und dann ganz zu löschen, sagte Schwesig. „Die gelebte Solidarität in der Region und weit darüber hinaus hat mich besonders beeindruckt. Das war ein starkes Signal. In schwierigen Zeiten stehen die Menschen zusammen“, erklärte die Ministerpräsidentin. Nach ihren Angaben erfassten die Flammen Ende Juni 1200 Hektar.

Ein erneutes Feuer auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz in Lübtheen (Landkreis Ludwigslust-Parchim) hält die Region in Atem.

Umweltminister Till Backhaus (SPD) sprach in einer Pressemitteilung von rund 950 Hektar. Hohe mittelalte und alte Kiefernbestände seien in besonderem Maße betroffen gewesen. „Da wir es überwiegend mit einem Bodenfeuer zu tun hatten, sind vor allem Wurzelbereich und Rinde in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Forstleute gehen deshalb davon aus, dass fast alle Bäume in den nächsten Jahren noch absterben werden“, erklärte er. Da es sich um ein Schutzgebiet handle, werde die Wiederbewaldung überwiegend durch die natürliche Rückkehr von Pflanzen und Tieren erfolgen. Experten rechnen dem Minister zufolge damit, dass sich der Großteil des Brandgebiets innerhalb eines Jahrzehnts regenerieren wird.

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Umkreis von Dörfern von Munition befreien

Backhaus verwies darauf, dass er bereits im März ein Waldbrandschutzkonzept für die Lübtheener Heide vorgelegt habe. Es sehe unter anderem vor, Flächen im Umkreis von 1000 Metern um die Dörfer von Munition zu befreien und mit feuerhemmenden Laubbäumen zu bewalden. Zudem forderte er eine nationale Strategie der Brandvorsorge und -bekämpfung in munitionsbelasteten Wäldern. Damit werde sich auf Initiative Mecklenburg-Vorpommerns Ende September die Agrarministerkonferenz befassen.

Arsenal des Schreckens

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) übergab dem Landkreis am Rande der Feier den Zuwendungsbescheid über 310 000 Euro. Das Geld ist für die Neustrukturierung der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) bestimmt. Insbesondere sollen weitere sogenannte Tauschräume eingerichtet werden, in denen die Freiwilligen Feuerwehren verbrauchtes Material und Geräte nach Einsätzen austauschen oder ergänzen können.

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Brandstiftung nicht bestätigt

Ende Juni waren Waldflächen auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in Brand geraten. Der Landkreis löste am 30. Juni Katastrophenalarm aus. Anfang Juli waren rund 5000 Einsatzkräfte bei den Löscharbeiten zugange. Das Feuer gilt als der bisher größte Waldbrand in der Geschichte des Landes. Vier Ortschaften mit insgesamt 650 Einwohnern wurden vorsorglich evakuiert. Am 8. Juli kam die Entwarnung. Der Verdacht auf Brandstiftung bestätigte sich nicht. Die Staatsanwaltschaft Schwerin stellte die Ermittlungen ein.

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Von RND/dpa

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