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MV aktuell Das sind die beliebtesten Studienfächer an der Uni Rostock – und die unbeliebtesten
Nachrichten MV aktuell Das sind die beliebtesten Studienfächer an der Uni Rostock – und die unbeliebtesten
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15:01 18.09.2019
Eine Veranstaltung im Audimax der Universität Rostock Quelle: Bernd Wüstneck / dpa
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Rostock

Informatik wird nur von einigen Nerds studiert und Medizin ist so elitär, dass kaum jemand durch das Bewerbungsverfahren kommt? Es gibt zahlreiche Klischees über die Beliebtheit von Studiengängen, aber wie sieht es an der Uni Rostock aus? Welches sind die gefragtesten Fächer und in welche schreiben sich viele nur ein, weil sie den geforderten Numerus Clausus für ihr Wunschstudium nicht haben?

Medizin ganz vorn

Geht es nach absoluten Zahlen, gibt es einen klaren Sieger bei den meistbelegten Studiengängen: Medizin. Im Wintersemester 18/19 verzeichnete die Uni Rostock 2007 angehende Humanmediziner. Auf dem zweiten Platz steht Wirtschaftswissenschaften mit 717 und auf dem dritten Platz Grundschulpädagogik mit 687 Studierenden.

Knapp dahinter folgt Maschinenbau mit 656 Hochschülern. Auch Informatik und Chemie erfreuen sich mit jeweils 502 und 496 jungen Akademikern großer Beliebtheit. „Der Zuspruch in den MINT-Fächern nimmt stetig zu“, erklärt Michael Vogt, Pressesprecher der Uni, den Zuwachs in den naturwissenschaftlichen und technischen Bereichen.

Technische Fächer als solide Basis für den Beruf

Karsten Wolf, Direktor des Instituts für Informatik, begründet die Zunahme unter anderem mit internationaler Beliebtheit: „Unser Fachbereich gehört in den letzten Jahren zu denen mit dem stärksten Zuwachs und das liegt auch an den vielen Studierenden aus dem arabischen und auch asiatischen Raum, wie Pakistan, Indien, China oder Syrien.“

Auch die spätere Jobsicherheit in der Informatikbranche sorge für zunehmende Beliebtheit, meint Wolf. Auch Herman Seitz, Dekan der Maschinenbaufakultät, denkt, dass technische Studienfächer die Jobsuche erleichtern. „Das sind klassische Studiengänge für eine solide Basis in späteren Arbeitsfeldern“, sagt er.

Altertumswissenschaften seltener belegt

Um einiges seltener belegt sind Studiengänge im Bereich Altertumswissenschaften. Zum Wintersemester 2018/19 waren in Gräzistik, Griechisch und Latinistik jeweils zwei Studierende eingetragen. Der Master-Studiengang Altertumswissenschaften selbst kam nur auf fünf Teilnehmer. Für das Bachelor-Studium in Alter Geschichte waren es 17.

Viele Gründe, um Lehramt zu studieren

Auch interessant: Werden alle angehenden Lehrer mit der Vielzahl an Fächern, die sie belegen, zusammengefasst, kommt man ebenfalls auf eine hohe Zahl. 1301 eingeschriebene Lehrämtler, inklusive Grundschulpädagogen, sind an der Uni anzutreffen. Lena Marquart und Natalie Jaster gehören dazu. Beide lehren später Sport und Geschichte. „Ich denke, Lehramt ist ein Studium, unter dem man sich etwas vorstellen kann und weiß, was man später damit macht“, schätzt Marquart. Der Beruf biete zudem viel Abwechslung im Arbeitsalltag und das würde angehenden Lehrern gefallen, meint die 22-Jährige. Ihre Kommilitonin Natalie Jaster ergänzt: „Außerdem kann man zwei Fächer kombinieren, die einen interessieren und in denen man seine Stärken hat.“

Für die 23-jährige Kimberly Hein ist es wichtig, dass auch in Zukunft mehr junge Menschen ein Lehramtsstudium belegen. Gerade in der Grundschule sei es wichtig, engagierte Lehrer zu haben, um auch Kindern aus sozial schwachen Familien gute Bildung zu ermöglichen. Sie meint: „Es ist wichtig, den Kleinen unabhängig von ihrer sozialen Herkunft die gleichen Chancen zu geben.“

Viel nachgefragt, wenig belegt

Viele Fächer sind zudem sehr beliebt, bieten aber nicht genügend Kapazitäten, um alle Bewerber aufzunehmen. So bewarben sich für das kommende Wintersemester 391 Anwärter auf einen der 60 Plätze in Kommunikations- und Medienwissenschaften. Ähnlich sah es bei Biowissenschaften aus: 73 Plätze und 373 Bewerber. Auch Grundschulpädagogik war wieder ungemein gefragt. 958 junge Menschen meldeten sich auf 100 Studienplätze. Die Uni Rostock geht insgesamt von einer Fortführung der Trends der letzten Jahre aus. „Wir erwarten keine großen Schwankungen“, sagt Pressesprecher Michael Vogt.

Hochschule für Musik und Theater sehr beliebt

Auf die Frage, welche Studiengänge an der Rostocker Hochschule für Musik und Theater sehr beliebt ist, muss Pressesprecherin Angelika Thönes lachen: „Alle!“ Besonders viele Bewerber gebe es aber jedes Jahr im Fachbereich Schauspiel. 600 Bewerbungen auf 10 Plätze. Bei Klavier und Gesang beispielsweise sind es jeweils im Schnitt 100 Bewerbungen auf 10 bis 15 Studienplätze pro Semester. „Es müssen ja alle Bewerber eine Eignungsprüfung machen“, erzählt Angelika Thönes. Und es gebe mehr Studieninteressierte, die Klavier spielen als Tuba. „Der Studiengang wird weniger nachgefragt“, erzählt sie. Denn die Grundlagen werden in der Kindheit gelegt –nach jahrelangem Klavierunterricht bis hin zum Studienwunsch könne man nicht auf Tuba wechseln.

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