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MV aktuell Zahlen, Daten und Fakten: So tickt MV
Nachrichten MV aktuell Zahlen, Daten und Fakten: So tickt MV
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16:19 26.12.2018
Im Landkreis Rostock verdienen die Menschen in MV am Besten – in Schwerin hingegen gibt es den geringsten Netto-Lohn. Quelle: Cassandra Voigt
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Rostock

Dick, alt, aber auch sportlich: Das statistische Jahrbuch des Landes Mecklenburg-Vorpommern 2018 bietet Daten aus allen Lebensbereichen der Bevölkerung. Die OSTSEE-ZEITUNG hat wichtige Erkenntnisse aus dem 600 Seiten-Dokument herausgesucht.

Mecklenburg-Vorpommern besteht zu 85 Prozent aus Acker, Wald und Feldern und bleibt mit 69 Einwohnern pro Quadratkilometer vor Brandenburg das am dünnsten besiedelte Bundesland. Das bedeutet wiederum, dass die Menschen hier pro Kopf auch am meisten Raum haben – nämlich 13680 Quadratmeter.

Die Bevölkerung wächst und altert

In Mecklenburg-Vorpommern leben derzeit etwa 1,6 Millionen Menschen. Damit ist das Bundesland innerhalb eines Jahres um 445 Personen gewachsen. Das liegt aber nicht an einer stärkeren Geburtenrate: Denn 12 031 Neugeborene stehen hier 20 616 Verstorbenen gegenüber. Viel mehr spielt ein deutlicher Anstieg der Zugezogenen eine Rolle. Denn während 44 867 Menschen ihren Lebensmittelpunkt in den Nordosten des Landes verlegten, sind nur 36 747 Personen weggezogen.

Die Fluktuation ändert aber nichts am Trend des demografischen Wandels: Während 1990 der Anteil der über 65-Jährigen etwa elf Prozent der Gesamtbevölkerung ausgemacht hat, sind es 2017 schon 24,1 Prozent und damit auch ein halber Punkt mehr als noch 2016. Aber dafür wird in MV noch häufiger geheiratet als im Bundesvergleich: Auf 1000 Einwohner kommen hier 7,1 Eheschließungen pro Jahr – der Bundesdurchschnitt liegt jedoch bei 4,9 Hochzeiten. Am häufigsten wurden Ehen im Kreis Vorpommern-Rügen geschlossen.

Wie viele Minuten braucht es damit ein Kind in MV geboren wird? In welchem Alter heiraten die Menschen in MV? Und vorallem: Welches Baumobst dominiert die Ernte im Land?

Immer weniger Schulabbrecher

2017 wurden 14 076 ABC-Schützen eingeschult – davon starteten zwei Prozent vorzeitig und acht Prozent verspätet ihre Bildungslaufbahn. Am liebsten lernen die Schüler französisch als zweite Fremdsprache, gefolgt von Spanisch, Russisch und Latein. Bei den Schulabschlüssen gibt es einen Positivtrend: Nur knapp fünf Prozent kommen ohne Abschluss von der Schule – 1993 waren es noch 7,2 Prozent.

Kultur und Kirche im Wandel

Viel Bewegung gibt es im Kultursektor. Während es in ganz MV nach der Wende noch 906 Allgemeinbibliotheken gab, sind es 2017 nur noch 101. Auch Musikschulen werden weniger: Gab es 1991 noch etwa 24, sind es heute lediglich 17. Steigende Zahlen gibt es aber in einer anderen Kultureinrichtung: Nach der Wende gab es 115 Museen, die etwa 2,1 Millionen mal besucht wurden. Heute gibt es 215 Museen – und die kommen auf 3,2 Millionen gezählte Besucher. Mit großen Verlusten hat die evangelisch lutherische Kirche zu kämpfen. So hat sich die Zahl der Gemeindemitglieder in Vorpommern und Mecklenburg seit 1990 von rund 547 000 auf 246 800 mehr als halbiert.

Gesundheitsland Mecklenburg-Vorpommern?

Die Menschen aus MV verbringen im Bundesvergleich am wenigsten Zeit in Krankenhäusern. Mit 6,9 Tagen pro Aufenthalt ist das der Spitzenwert. Dabei hat das Bundesland ein Problem mit Übergewicht – beziehungsweise einem schlechten BMI (Body-Mass-Index). Der liegt nämlich bei 26,7 und damit knapp vor Sachsen-Anhalt (26,6). Auch beim Thema Rauchen macht das Land keine so gute „Figur“, denn 28,2 Prozent der Bevölkerung kann die Finger nicht vom Tabak lassen – nur in Berlin (28,9 Prozent) geht bei noch mehr Menschen das Nervengift durch Lunge und Blutkreislauf.

Sportlich aktiv und gesund im Alter

Trotz Übergewicht und Raucherlunge: Die Bürger in MV sind deutlich aktiver als noch 1990. Damals gab es nämlich 1065 Sportvereine mit insgesamt 121 788 Mitgliedern. Nach aktuellen Zahlen gibt es heute etwa 1906 Sportvereine und 253 864 Aktive. Damit hat sich die Zahl der Sporttreibenden verdoppelt. Am beliebtesten ist Fußball mit 58 894 Akteuren, gefolgt vom Turnen mit 21 745 Sportlern.

Ist Mecklenburg-Vorpommern ein Land der Senioren? Denn hier gibt es nicht nur sehr viele, ihnen geht es auch noch sehr gut: Während der Anteil der Kranken bei über 65-Jährigen in MV bei lediglich 15,5 Prozent gelegen hat, ist er im Bundesdurchschnitt mit 22,4 Prozent deutlich höher.

Wirtschaftlicher Aufschwung

Die größte Veränderung des Bruttoinlandsproduktes gab es 2017: Um mehr als vier Prozent ist der Wert gestiegen. Mit 42,8 Milliarden Euro hat MV einen Anteil von 1,3 Prozent an der deutschen Wertschöpfung. Die Arbeitnehmer in MV leisten mit durchschnittlich 1353 Arbeitsstunden im Jahr knapp 62 mehr als der Bundesdurchschnitt. Das spiegelt sich jedoch nicht auf dem Konto wieder. Mit 27 520 Euro ist MV Schlusslicht im Vergleich des jährlichen Bruttolohns. Hamburg hingegen ist mit 40 771 Euro auf der Spitzenposition. 6080 Männer erhielten in MV Existenz sichernde Leistungen – damit ist ihr Anteil deutlich größer als bei den Frauen (3984). Die Zahl der Arbeitslosen ist hingegen seit 2005 um 110 000 Personen und damit um mehr als die Hälfte gesunken.

Land der erneuerbaren Energie

Die Energiewende in MV ist weiter auf dem Vormarsch: So werden heute 67 % der erzeugten Energie aus erneuerbaren Trägern gewonnen – im Jahr 2000 waren es gerade mal 17 %. Doch MV produziert zu viel Müll. Denn das das Pro-Kopf-Aufkommen von Hausmüll lag nach aktuellsten Zahlen bei 226 Kilogramm pro Einwohner und damit um 38 Kilogramm höher als der deutsche Durchschnitt.

Geographische Höhe- und Tiefpunkte in MV

Der Schaalsee im Osten von Mecklenburg-Vorpommern ist das Gewässer mit dem tiefsten Grund. So geht es hier bis zu 72 Meter hinab, bevor man wieder Boden unter den Schwimmflossen hat. Der längste Fluss ist mit 156 Kilometern die Warnow, gefolgt von der Peene mit 120 Kilometern. Der Ort, der am höchsten über dem Meeresspiegel liegt und damit am besten vor abschmelzenden Polkappen geschützt ist, ist Neustrelitz mit 74 Metern. Am tiefsten liegt Ückermünde mit drei Metern über Normalhöhennull. Der höchste Berg, beziehungsweise die höchste Bodenerhebung, bieten die Helpter Berge mit 179 Metern im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte.

Moritz Naumann