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MV aktuell Dauer-Baustelle in Wismar: Polizeigebäude wird noch später fertig
Nachrichten MV aktuell Dauer-Baustelle in Wismar: Polizeigebäude wird noch später fertig
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10:38 16.11.2019
Das historische Polizeigebäude in Wismar wird seit 2013 aufwendig saniert. Eigentlich sollte nach drei Jahren alles fertig sein. Doch es wird noch immer gebaut. Quelle: Heiko Hoffmann
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Rostock

Kein Ende in Sicht beim Dauer-Bau-Drama um das historische Wismarer Polizeigebäude. Der Landesbetrieb für Bau und Liegenschaften (BBL) gab jetzt bekannt, dass die Sanierung erst im Frühjahr 2020 fertig wird. Zuletzt war die Fertigstellung des 14-Millionen-Euro-Vorhabens für den September angekündigt worden. Grund für die erneute Verzögerung sind Lieferengpässe bei der Sicherheitsausstattung. Ursprünglich sollte der im Frühjahr 2013 begonnene Umbau bereits 2016 abgeschlossen sein. Das Polizeigebäude in Wismar ist nicht die einzige öffentliche Baustelle in MV, bei der es Probleme gibt.

„Jeder Monat Bauverzögerung bedeutet eine Kostenexplosion auf dem Rücken der Steuerzahler. Was hätte alles zusätzlich in öffentliche Gebäude investiert werden können, wenn das Land nicht durch Abwarten und Stillhalten zusätzliche Kosten verursacht hätte“, kritisiert Simone Oldenburg, Fraktionsvorsitzende der Linken im Schweriner Landtag. Die Ursachen der Bauverzögerungen seien sicherlich vielschichtig, dennoch müssten sie behoben werden.

Labor ein Jahr später fertig

Der Betrieb für Bau und Liegenschaften MV ist für das öffentliche Bauen im Landesauftrag verantwortlich. Sprecher Christian Hoffmann nennt weitere Beispiele für Verzögerungen: So wurde das neue Laborgebäude für das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Schwerin fast ein Jahr später fertig als geplant. Grund war hier eine seltene Eidechsenart, die auf dem Gelände entdeckt wurde. „Die Mehrkosten für Gutachten und Umsiedlung der Tiere sind allerdings im Vergleich zur Gesamtbausumme zu vernachlässigen“, betont Hoffmann.

Rostocker Behördenzentrum lässt auf sich warten

Auch die Umgestaltung des ehemaligen Polizeigebäudes in der Rostocker Blücherstraße zu einem Behördenzentrum zieht sich hin. „Dort müssen die unterschiedlichen Ansprüche von Ressorts aus drei Landesministerien abgestimmt werden, das ist sehr schwierig“, erläutert Hoffmann. Zudem musste aufwendig nach Weltkriegsmunition gesucht werden und der Abriss alter Gebäudeteile sei schwieriger gewesen als gedacht, sagt Hoffmann. „Ende dieses Jahres sollen aber die Arbeiten beginnen“, verspricht er.

Kostenexplosion bei Uni-Klinik

Der Bau des neuen Zentralgebäudes des Uniklinikums Rostock verteuert sich um etwa 14 Millionen auf 157 Millionen Euro. Hoffmann betont, dass solche Verzögerungen und Verteuerungen die Ausnahme seien: „In der Regel kosten unsere Projekte am Ende weniger als geplant und werden im Zeitrahmen fertig. Die Ausreißer fallen jedoch auf, weil sie ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden.“

Zweieinhalb Jahre Planungszeit ist normal

Für die Probleme gebe es meist Gründe, die nicht in der Verantwortung des BBL lägen: „Von der ersten Planung bis zum Baubeginn vergehen mindestens zweieinhalb Jahre“, rechnet Hoffmann vor. Alleine durch die Teuerung in dieser Zeit stiegen die zunächst angenommenen Kosten. Hinzu komme die gute Baukonjunktur als Preistreiber. „Oft müssen wir auch Munition suchen oder archäologische Funde sichern lassen.“ Auch Insolvenzen von beauftragten Baufirmen ließen sich nicht einplanen, so Hoffmann.

Bau-Behörde wird aufgelöst

Ende 2019 wird der BBL aufgelöst, die Aufgaben übernehmen vier Staatliche Bau- und Liegenschaftsämter (SBL) mit Sitz in Schwerin, Rostock, Greifswald sowie Neubrandenburg. „Hoffentlich wird es nach dieser Umstrukturierung besser“, sagt Oldenburg.

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