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MV aktuell Die A 14 bleibt eine unendliche Geschichte
Nachrichten MV aktuell Die A 14 bleibt eine unendliche Geschichte
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05:00 19.02.2019
Autos auf der A 14 bei Wöbbelin. Seit 2017 ist die Autobahn in MV fertig. Der Rest fehlt noch. Quelle: Jens Büttner/dpa
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Rostock

Mühsam ist der Straßenbau: Die Planungen für die nächste Verlängerung der A 14 in der Brandenburger Prignitz, kurz hinter der Landesgrenze von Mecklenburg-Vorpommern, sind fertig. Vier Wochen lang werden nun die Akten öffentlich ausgelegt, nächstes Jahr soll der Beschluss vorliegen. Falls nichts Ungeplantes dazwischen kommt, könnten noch 2020 die Bagger anrollen und mit dem Bau des 18 Kilometer langen und 158,5 Millionen Euro teuren Autobahnabschnitts loslegen. Völlig sicher ist das allerdings nicht. Es sind Klagen gegen den Beschluss möglich, betont Michael Zarth vom bundeseigenen Fernstraßenbetrieb Deges, der für die Planungen zuständig ist.

Die Deges spricht von einem „Meilenstein“. Wann die ersten Autos auf dem Abschnitt bis Wittenberge fahren können, steht allerdings noch ebenso in den Sternen wie die Vollendung des Gesamtprojekts – die komplette, 155 Kilometer lange A 14 von der A 20 am Kreuz Wismar bis nach Magdeburg. „Wir sind vorsichtig geworden“, sagt Deges-Sprecher Zarth. Das Bundesverkehrsministerium hatte bereits vor zwei Jahren das wahrscheinliche Fertigstellungsdatum für die Gesamtstrecke von 2022 auf 2030 verschoben. Die Deges nennt auf Nachfrage gar keine Jahreszahl mehr. Die Planungen laufen seit schon Anfang der 1990er-Jahre. Fertig ist bisher nur der Abschnitt in MV.

Schwerin fordert raschen Weiterbau

Tourismus, Industrie- und Handelskammern und das Transportgewerbe fordern schon lange einen zügigen Abschluss der „unendlichen Geschichte A 14“, die den Nordosten besser mit dem Süden verbinden würde. Viele, derzeit noch nötige Umwege über Hamburg oder Berlin fielen dann weg. Auch der Schweriner Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) fordert einen zügigen Weiterbau. Schließlich sei der Bereich, den die neue Schnellstraße durchqueren soll, zurzeit noch „eines der größten autobahnfreien Gebiete in Deutschland“. Das warte nur darauf, „angemessen ans Autobahnnetz angebunden“ zu werden, so Ministeriumssprecherin Renate Gundlach. Der Wirtschafts- und Tourismusraum südlich der A 24 würde erschlossen, der Seehafen Wismar auf dem Landweg deutlich besser angebunden.

Umweltschützer wie der BUND halten die 1,4 Milliarden Euro teure Autobahn dagegen für überflüssig. „Angesichts der geringen Verkehrsströme hätte eine Kraftfahrstraße völlig ausgereicht“, sagt Axel Kruschat, Geschäftsführer des BUND in Brandenburg. Die Zahl der Autos, die die A 14 in MV bereits nutzen, bleibe noch „hinter unseren schlechtesten Prognosen zurück“, sagt Kruschat. Das könnte allerdings auch damit zusammenhängen, dass die flotte Autobahn-Fahrt derzeit statt in Magdeburg an der A 2 noch in der Prignitzer Kleinstadt Karstädt endet.

Kaum Verkehr auf fertigem Teilstück

Ob der Umweltverband erneut Klage einreichen wird, sei offen. Das hänge von der Umweltverträglichkeit der geänderten Planungen ab, so Geschäftsführer Kruschat. Die Deges hat unter anderem den Trassenverlauf angepasst und Naturschutzgebiete stärker berücksichtigt.

Auf den bereits gebauten Abschnitt herrscht vor allem Leere. Knapp 12 000 Pkw und 1000 Lkw passieren im Schnitt pro Tag die automatische Zählstelle auf der A 14 am Kreuz Schwerin. Damit gehört die Strecke zu den am wenigsten ausgelasteten Autobahnen. Zum Vergleich: Auf der A 20 bei Rostock werden täglich im Schnitt mehr als 45 000 Pkw und Laster gezählt, auf der Rostocker Stadtautobahn, eine Bundesstraße, sind es mehr als 33 000.

Auch der A 20-Weiterbau stockt

Ebenfalls kein Ende in Sicht ist beim anderen großen Autobahn-Projekt in Norddeutschland, dem Weiterbau der A 20 in Schleswig-Holstein, wie die A 14 ein „Verkehrsprojekt Deutsche Einheit“. Ende November kippte das Bundesverwaltungsgericht den Planfeststellungsbeschluss für die 20 Kilometer lange Trasse von Bad Segeberg bis Bad Bramstedt. Umweltschützer fürchteten um die Winterquartiere von 30 000 Fledermäusen und Brutplätzen von Schleiereulen. Fünf Jahre dauerte das juristische Tauziehen, nun müssen die Planungen überarbeitet werden.

Gerald Kleine Wördemann

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