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MV aktuell Deponie Ihlenberg: MV verstärkt Ermittlungen
Nachrichten MV aktuell Deponie Ihlenberg: MV verstärkt Ermittlungen
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21:03 20.11.2018
In der Deponie der Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft (IAG) werden angelieferte Abfälle eingelagert. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa
Schwerin/Ihlenberg

Die Zeichen verdichten sich, dass auf der landeseigenen Mülldeponie Ihlenberg doch einiges faul sein könnte. Die Landesregierung hat am Dienstag beschlossen, einen Sonderbeauftragten einzusetzen, der die Umstände aufklären und eine Zukunftsperspektive für die Deponie in Selmsdorf erarbeiten soll.

Krebs-Untersuchung bei Mitarbeitern

Dabei handelt es sich um Tillmann Schweisfurth, den früheren Chef des Landesrechnungshofs. Geplant sei zudem, eine Krebsstudie bei Mitarbeitern der Deponie und Anwohnern durchführen zu lassen, erklärt Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU).

Ab September 2019 werde das Land keinen Müll mehr aus Italien annehmen. „Künftige Verträge sind ausgeschlossen“, so Glawe. Bis September 2019 müssten allerdings vertraglich fixierte 14500 Tonnen Sondermüll aus Italien noch angenommen werden.

Auslöser für die aktuelle Entwicklung ist ein Prüfbericht, den Stefan Schwesig, Mann der Regierungschefin, als Controller im Auftrag des Finanzministeriums über die Deponie verfasst hat.

Zigfach Überschreitungen von Grenzwerten

Demnach seien bei Giftmülltransporten, unter anderem aus Italien, zigfache Überschreitungen von Grenzwerten festzustellen. Die Deponie-Geschäftsführer widersprachen, trotzdem soll ein unabhängiges Gutachten Aufklärung bringen.

Nun werde ein weiteres Gutachten folgen, so Finanzminister Mathias Brodkorb (SPD). Denn der Schutz der Bevölkerung habe Vorrang. Der Sonderbeauftragte Schweisfurth solle dazu Einsicht in alle Unterlagen bekommen und bis zum zweiten Quartal 2019 Ergebnisse vorlegen.

Jobs nicht in Gefahr

Denkbar sei, dass die Deponie schon früher, also vor 2035 geschlossen wird. Nach einem Brand-Brief von Mitarbeitern, die in Sorge um ihre Jobs sind, beruhigt Brodkorb: Die Deponie müsse auch nach Schließung 50 Jahre lang betreut werden. Glawe schloss betriebsbedingte Kündigungen aus.

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Frank Pubantz

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