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18:34 24.08.2019
Zwar liegen die Verdienste im Osten weiter unter Westniveau. Wissenschaftler des Ifo-Institutes sind aber zu dem Ergebnis gekommen, dass sich die Einkommenssituation in den neuen Ländern deutlich verbessert hat. Quelle: Jens Wolf/dpa
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Rostock

30 Jahre nach dem Mauerfall holt der Osten beim Vergleich der Einkommensverhältnisse mit den westdeutschen Bundesländern deutlich auf. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Ifo-Wirtschaftsforschungsinstitutes in München, die den Titel trägt: „Ein zunehmend gespaltenes Land? Regionale Einkommensunterschiede und die Entwicklung des Gefälles zwischen Stadt und Land sowie West- und Ostdeutschland.“

„Das zentrale Ergebnis unserer Analyse lautet, dass die Ungleichheit der verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte zwischen den Regionen in Deutschland in den letzten zwei Jahrzehnten zurückgegangen ist“, stellen die Autoren der Studie, Ifo-Präsident Clemens Fuest und Lea Immel, fest. Einer der Hauptgründe für diese positive Entwicklung in Deutschland insgesamt sei der Aufholprozess Ostdeutschlands, der bereits seit 2006 von Jahr zu Jahr zulege.

Seit 2006 geht es aufwärts

Angesichts der Größe der Wohlstandsunterschiede zwischen West und Ost zur Zeit der deutschen Wiedervereinigung könne man Fuest zufolge der Auffassung sein, dass der Aufholprozess zu langsam verlaufe. „Andererseits ist es nicht richtig zu behaupten, der Abstand zwischen reichen und armen Regionen in Deutschland würde immer größer. Zumindest bei den verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte ist vielmehr das Gegenteil der Fall“, betont er.

Kommentar: Verdienstunterschiede werden nicht von Dauer sein

Für die Untersuchung haben die Wissenschaftler Einkommensdaten der vergangenen 20 Jahre ausgewertet, die mit dem Mikrozensus erhoben werden. Demnach sind die ostdeutschen Städte im Vergleich mit westdeutschen Städten zwischen den Jahren 1994 und 2006 zunächst zurückgefallen. Damals stieg der durchschnittliche Lohnunterschied in den Städten von 14,6 Prozent auf 18,8 – zugunsten der alten Bundesländer, versteht sich. Seit 2006 haben sich die Verhältnisse im Osten den Zahlen der Studie zufolge wieder verbessert. 2016 hatten die Menschen in einer ostdeutschen Stadt im Durchschnitt noch 13,7 Prozent weniger Geld im Portemonnaie.

Menschen auf dem Land immer älter

Ähnliche Ergebnisse liefert ein Vergleich der Einkommensverhältnisse in den ländlichen Regionen der alten und neuen Länder. 1994: 28,6 Prozent weniger Lohn im Osten, bis 2016 hatte sich das Minus halbiert. Dass die Gehälter im Osten dennoch weiter unter denen im Westen liegen, hat mit dem grundsätzlich niedrigeren Lohnniveau zu tun.

Allerdings steht der ländliche Raum demografisch stärker unter Druck. Im Osten schrumpfe und altere die Bevölkerung auf dem Land deutlich schneller als in den Städten, sagt Ifo-Chef Fuest. Städte wie Leipzig, Potsdam, Rostock, aber auch Stralsund und Greifswald entwickeln sich indes umgekehrt. Sie gewinnen Menschen hinzu. Hier seien die Bewohner zum Teil sogar jünger als in vergleichbaren Städten des Westens.

Steigende Lebenskosten nicht berücksichtigt

Steigende Lebenshaltungskosten, beispielsweise durch höhere Mieten in Großstädten, sind in der Ifo-Analyse nicht berücksichtigt worden. An dieser Stelle sieht Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD) eine Zukunftschance für ländlich geprägte Bundesländer, wie Mecklenburg-Vorpommern. „Bei uns ist durch günstigere Mieten und den geplanten Wegfall der Kita-Gebühren jeder Euro mehr Wert“, betonte er. Dadurch würden bestehende Lohnunterschiede weiter kompensiert. Dennoch müsse die Infrastruktur weiter verbessert werden. Die Ergebnisse der Wissenschaftler des Ifo-Institutes bezeichnete er „als gutes Signal“.

Der Ueckermünder CDU-Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor resümiert: „Die Studie zeigt, dass der Weg, den wir in den vergangenen Jahren gegangen sind, richtig war, auch wenn wir noch nicht am Ende aller Anstrengungen angelangt sind. Sie zeigt aber auch, dass es sich nicht lohnt, den Osten schlechtzureden, so wie es einige Parteien aus taktischen Gründen gern tun.“

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