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MV aktuell Diabetes: MV ist deutlich stärker betroffen als der Rest des Landes
Nachrichten MV aktuell Diabetes: MV ist deutlich stärker betroffen als der Rest des Landes
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19:28 12.11.2019
Zuckerkranke müssen streng auf ihre Ernährung achten und den Blutzuckerspiegel genau unter Kontrolle halten. Telemedizin soll dabei helfen, dass auch mit Diabetes der Alltag rund läuft und Ärzte bei Bedarf rasch eingreifen können. Quelle: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa
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Schwerin

In Mecklenburg-Vorpommern sind 182 000 Menschen und damit etwa jeder neunte Einwohner zuckerkrank. Wie aus dem am Dienstag in Schwerin vorgelegten Gesundheitsatlas der AOK Nordost hervorgeht, leiden im Nordosten aktuell 11,3 Prozent der Bevölkerung an der Volkskrankheit Typ-2-Diabetes.

Damit liegt der Anteil deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 8,6 Prozent. „Das zeigt, wir haben Handlungsbedarf, sowohl in der Prävention als auch bei der Betreuung der Betroffenen“, sagte Juliane Venohr, Leiterin der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern der AOK Nordost.

Deutlich weniger Zuckerkranke in Rostock und Schwerin

So förderte die Analyse der mit 420 000 Versicherten landesweit größten gesetzlichen Krankenversicherung zutage, dass es in Mecklenburg-Vorpommern gravierende regionale Unterschiede gibt. So lag der Anteil der Zuckerkranken in Rostock (8,8) und Schwerin (8,9) nur knapp über dem Bundesdurchschnitt. Am weitesten verbreitet ist die auch als Altersdiabetes bezeichnete Krankheit mit knapp 12,8 Prozent im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte.

„Jeder zweite Patient ist 70 Jahre und älter und viele von ihnen leben in den eher ländlichen Regionen“, sagte Vernohr. Darauf reagiere die AOK und versuche, möglichst viele Betroffene mit hohen Blutzuckerwerten und regelmäßiger Insulingabe in die telemedizinische Betreuung aufzunehmen. Ein von dem Potsdamer Unternehmen Emperra GmbH entwickeltes System verbinde handelsübliche Technologie zur Blutzuckerselbstkontrolle und zur Selbstinjektion von Insulin mit automatisierter Datenerhebung und -übermittlung.

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So funktioniert die Telemedizin bei Diabetes

Wie Diego Schmidt, Telemedizinexperte und Mitglied der Deutschen Diabetesgesellschaft, erklärte, werden die Blutzuckerwerte und die gespritzten Insulineinheiten in einem digitalen Diabetestagebuch erfasst, auf das der behandelnde Arzt jederzeit zugreifen kann. „Ohne dass der Patient in die oft doch weiter entfernte Arztpraxis reisen muss, ist der Arzt stets über dessen Situation im Bilde und kann bei Bedarf sofort eingreifen“, sagte Schmidt.

Das Verfahren habe sich in der Praxis bewährt. Es erspare Patienten neben den Wegen zum Arzt auch das Führen eines schriftlichen Tagebuchs und gebe ihnen Sicherheit, sagte Peter Henninger, Landarzt auf Rügen. Mit den digitalen Möglichkeiten könne die Versorgung in ländlichen Regionen spürbar optimiert werden. Es seien weniger Hausbesuche nötig.

„Der Datenstatus ist stets aktuell verfügbar und ein Ampelsystem zeigt an, wo ärztliches Eingreifen dringend nötig ist“, sagte Henninger. Laut AOK sind in Mecklenburg-Vorpommern bislang knapp 500 Patienten, die regelmäßig Insulin spritzen müssen, in das elektronische Kontrollsystem integriert.

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Das sind die Gründe für Diabetes-Erkrankungen

Angesicht der Zunahme bei Diabetes-Erkrankungen machte Venohr aber auch deutlich, dass die Prävention an Bedeutung gewinne. „Falsche Ernährung und ein Mangel an Bewegung mit der Folge von Übergewicht sind oft die Gründe für die Erkrankung. Mit der Vorbeugung kann man nicht früh genug beginnen. Deshalb gehen wir auch in Kitas und Schulen, um für gesunde Lebensweise zu werben.“

Für die Erstellung des Diabetes-Atlas habe das Wissenschaftliche Institut der AOK Abrechnungsdaten der Kasse aus dem Jahr 2017 genutzt, sagte Venohr. Zudem seien weitere Daten berücksichtigt worden, so dass die nun vorliegenden Erhebung ein repräsentatives Bild von der Situation in Mecklenburg-Vorpommern zeichne.

Nach Angaben der Deutschen Diabetes Hilfe leiden bundesweit mehr als sechs Millionen Menschen an Diabetes. Innerhalb von 20 Jahren ging die Zahl der Betroffenen um gut ein Drittel nach oben. Schätzungen zufolge weiß etwa jeder Fünfte noch nichts von seiner Erkrankung.

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Von RND/dpa

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