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MV aktuell Die Kastanienzeit beginnt: So läuten Kitas und Tierparks den Herbst in MV ein
Nachrichten MV aktuell Die Kastanienzeit beginnt: So läuten Kitas und Tierparks den Herbst in MV ein
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14:12 28.10.2019
Die fünfjährige Emilia bastelt in der Rostocker Kita „Am Schwanenteich“ Kastanienmännchen. Quelle: OVE ARSCHOLL
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Rostock

Dem fünfbeinigen Kastanientierchen ist ein Bein ausgefallen. Emilia nimmt die dunkelbraune Kugel in ihre kleine Hand. Behutsam steckt sie das Zahnstocher-Bein zurück ins gebohrte Loch, aus dem es herausgefallen war. Die Fünfjährige bastelt mit anderen Kindern der Kita „Am Schwanenteich“ Kastanienwesen in allen erdenklichen Formen. Unzählige dieser Wesen schmücken nun – neben bunten Herbstblättern an der Scheibe – das Fensterbrett im Gruppenraum.

Der Anlass für die vielen Kastanien in der Kita ist eigentlich tragisch: Wie Leiterin Birthe Stolzmann (48) erklärt, hatte Sturm „Mortimer“ Anfang Oktober einen Rosskastanienbaum im Garten der Kita umgeweht. Wo er stand, klafft nun eine große Lücke. „Die Kinder sind sehr traurig darüber“, sagt Birthe Stolzmann. Aber es sei wichtig, dass die Kinder den Lauf der Natur erfahren.

In der Nähe des Eingangs sind Körbe und Kartons mit Nüssen, Kürbissen und anderen Früchten aufgestellt. Auch nach 30 Jahren im Beruf bastelt Birthe Stolzmann sehr gerne mit den Kindern schöne Dinge aus Kastanien und Co. „Die Kinder bringen diese Geschenke mit in die Kita, warum dann nicht damit arbeiten?“, sagt die Kita-Leiterin.

Die fünfjährige Emilia bastelt in der Rostocker Kita „Am Schwanenteich“ Kastanienmännchen. Quelle: OVE ARSCHOLL

Bisons und Hirsche futtern Kastanien

Die Tiergärten in MV nutzen ebenfalls Kastanien. Im Zoo von Stralsund, dem Wildpark in Güstrow und im Rostocker Zoo werden sie beispielsweise an Bisons und Rothirsche verfüttert. Thomas Holst, Leiter der Abteilung Tierpflege im Rostocker Zoo, gibt jedoch zu bedenken, dass die Kastanien mit Süßigkeiten für den Menschen vergleichbar seien. „Frisst das Tier davon zu viel, bekommt es Bauchschmerzen“, erklärt Thomas Holst.

An der Blausäure in den Früchten können sich die Tiere den Magen verderben. Deswegen sammeln die Rostocker Tierpfleger die herabgefallenen Kastanien aus den Gehegen vorsorglich ein, um sie später – vernünftig dosiert – zu verfüttern.

Herbstfrüchte, Kastanien, Kürbisse, Haselnüsse, Quitten, Äpfel Quelle: OVE ARSCHOLL

Rosskastanien seit dem 18. Jahrhundert in MV

„In MV pflanzte man die Rosskastanie seit dem 18. Jahrhundert vor allem als Zierpflanze, in Parks, Gärten und Alleen, später auch Einzelbäume im Wald zur Wildfütterung“, erklärt Heike Ringel vom Landesfachausschuss Botanik beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu) in MV. Die Rosskastanie gelte in MV als dritthäufigster Alleebaum.

Der knochentrockene Sommer des vergangenen Jahres führte bei einigen Kastanien im Land zu einem seltenen Phänomen. Plötzlich begannen im Herbst mehrere Bäume, die ihr braunes Laub schon abgeworfen hatten, frische grüne Blätter auszutreiben und sogar zu blühen, etwa bei Kummerow (Mecklenburgische Seenplatte), Rothemühl (Vorpommern-Greifswald) und in Schwerin.

Trockenstress sorgt für Notblüte

Einige dieser Kastanien trugen weiße Blütenkerzen und gleichzeitig Früchte. Nach Angaben der Landeswaldschutzmeldestelle in Schwerin seien verschiedene Faktoren die Auslöser dieser „Notblüte“: Befall durch die Kastanienminiermotte, durch Blattbräunepilze sowie Trockenstress.

Es sei nicht sicher, inwieweit sich die Rosskastanien in ihren Beständen erholen, sagt Botanikerin Heike Ringel. Das gelte auch für Baumarten wie Esche und Ulme, die jetzt schon mit Schädlingen und Krankheiten zu kämpfen hätten, die nicht dem Klimawandel geschuldet sind. „Wahrscheinlich werden sie in MV nicht aussterben, aber wesentlich seltener beigemischt sein“, erklärt Heike Ringel.

In der Kita „Am Schwanenteich“ vermisst man den Rosskastanienbaum. Birthe Stolzmann hat bereits die Pflanzung eines neuen Baumes beantragt. Am liebsten wäre ihr und den Kindern wieder eine Kastanie.

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