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MV aktuell 2019 bleibt mehr im Portemonnaie
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15:58 19.12.2018
Mehr Lohn, mehr Rente, mehr Kindergeld: 2019 sollten wir alle mehr Geld zur Verfügung haben. Quelle: dpa
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Düsseldorf/Rostock

Gute Aussichten für 2019: Das kommende Jahr verspricht für die meisten Bundesbürger finanziell ein gutes Jahr zu werden. Für den Konjunkturexperten Roland Döhrn vom Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) steht fest: „Die meisten Verbraucher werden mehr Geld in der Geldbörse haben.“ Gestützt wird diese Einschätzung auch vom Herbstgutachten der deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute.

Danach dürften die effektiven Monatsverdienste der Beschäftigen 2019 um rund 3,1 Prozent steigen. Das liegt deutlich über der erwarteten Preissteigerungsrate von 2,0 Prozent. Mario Rothaupt, Leiter des Fachbereiches Volkswirtschaft bei der IHK zu Rostock: „Dafür spricht die aktuelle Arbeitsmarktsituation mit ausgelasteten Kapazitäten, Fachkräfte- und teilweise bereits Arbeitskräftemangel“ in MV. Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) ist überzeugt: „Die Wirtschaft wächst, die Arbeitslosigkeit sinkt deutlich. Mit diesem Schwung dürfte die heimische Wirtschaft im Land auch im kommenden Jahr weiter vorankommen. Volle Auftragsbücher sorgen für wachsende Beschäftigung.“

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Geringverdiener werden davon profitieren, dass der gesetzliche Mindestlohn zum Jahreswechsel von derzeit 8,84 Euro auf 9,19 Euro pro Stunde steigt.

Hinzu kommt, dass sich der Staat beim Zugriff auf das zusätzlich verdiente Geld zumindest ein Stück weit zurückhält. Die Einkommensgrenzen für alle Steuersätze steigen 2019 um 1,84 Prozent. Damit soll die Inflation ausgeglichen werden. Der Grundfreibetrag in der Einkommenssteuer erhöht sich außerdem für Ledige auf 9168 Euro - das ist ein Plus von 168 Euro gegenüber dem Vorjahr. Für Verheiratete gilt der doppelte Betrag.

Doch nicht nur die Arbeitnehmer dürften 2019 mehr Geld im Portemonnaie haben. Auch die rund 21 Millionen Rentner können im Sommer mit einer Erhöhung ihrer Bezüge um mehr als drei Prozent rechnen, wie die Vorstandsvorsitzende der Rentenversicherung, Annelie Buntenbach, vor einigen Wochen verriet. Wie hoch genau die Steigerung ausfällt, entscheidet sich allerdings erst im Frühjahr, wenn die Zahlen der Lohnstatistik vorliegen. Im Osten Deutschlands steigen die Renten sogar noch um 0,7 Prozentpunkte mehr als im Westen, weil die Ostrenten einen weiteren Schritt an die Westrenten angeglichen werden. Und Mütter, deren Kinder vor dem 1. Januar 1992 geboren wurden, können sich dank der Mütterrente II auf etwas mehr Geld freuen.

Auch eine ganze Reihe anderer Neuregelungen sollten sich positiv auf die Finanzlage auswirken. Dazu gehört, so Horst Schmitt von der für MV zuständigen Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, „die Senkung des Beitrages zur Arbeitslosenversicherung von 3 auf 2,5 Prozent“. Und die Rückkehr zur gleichmäßigen Aufteilung der Beiträge zur Krankenkasse zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Damit wird künftig auch der bisher von den mehr als 56 Millionen Kassenmitgliedern allein zu zahlende Zusatzbeitrag zu gleichen Teilen zwischen ihnen und ihren Arbeitgebern aufgeteilt. Arbeitnehmer und Rentner sparen so etwa 6,9 Milliarden Euro jährlich.

Und auch wer Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld II bezieht, bekommt ab dem 1. Januar 2019 zumindest etwas mehr Geld. Jedoch sind die Aufschläge bescheiden: Die Regelsätze erhöhen sich um 5 bis 8 Euro. So erhalten Alleinstehende künftig 424 statt 418 Euro. Das Kindergeld steigt ab dem 1. Juli: Zehn Euro gibt es dann monatlich für jedes Kind mehr.

Doch einiges wird auch teurer, warnt zum Beispiel die Verbraucherzentrale Rostock. So steigt der Beitrag zur Pflegeversicherung zum Jahreswechsel von 2,55 auf 3,05 Prozent des Bruttoeinkommens. Gutverdiener müssen sich außerdem auf höhere Beiträge zur Sozialversicherung einstellen. Denn auch 2018 erhöht sich wieder die sogenannte Beitragsbemessungsgrenze, bis zu der in der Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung Sozialbeiträge gezahlt werden müssen. Der vom Arbeitnehmer zu tragende Höchstbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung steigt dadurch nach Berechnung der Verbraucherzentrale NRW beispielsweise von 323,05 Euro im Monat auf 331,24 Euro im Monat.

Erich Reimann und Thomas Luczak

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