Diese Corona-Regeln gelten im Sommer an Ostsee-Stränden in MV
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Diese Corona-Regeln gelten im Sommer an Ostsee-Stränden in MV

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09:00 29.06.2020
Holger und Marcella Göing (beide 54) spielen zusammen mit ihren Enkelkindern in Binz auf Rügen am Strand. Quelle: Mathias Otto
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Vorpommern

Alles ist anders in der Corona-Krise. Dabei haben wir es in Vorpommern noch gut. Während in den Binnenländern der Badespaß in diesem Sommer oft zu kurz kommt, weil Freibäder wegen der strengen Corona-Vorschriften gar nicht erst öffnen, haben wir die Ostsee vor der Haustür und ganz viel Platz.

Aber Regeln gilt es dennoch zu beachten.

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Trassenheide: Mit der Druckspritze gegen die Viren

Strandkorbvermieter Detlef Grinda aus Trassenheide desinfiziert einen Korb, bevor er ihn wieder vermietet. Quelle: WLG

Die Druckspritze ist für Detlef Grinda zum täglichen Begleiter geworden. Der Trassenheider Strandkorbvermieter reinigt und desinfiziert die Strandkörbe nach jeder Benutzung, um die Viren abzutöten. „Die Gäste sollen einen sicheren Urlaub in Trassenheide unter Berücksichtigung aller Schutzmaßnahmen verbringen können“, so Grinda.

Und die Maßnahmen sind umfangreich, wie Stefanie Pflock von der Trassenheider Kurverwaltung sagt. „An unseren 27 Strandzugängen gibt es Verhaltenshinweise zu den Corona-Regeln. Unser Wasserrettungsdienst, der über die DLRG abgesichert wird, verweist täglich mehrfach mit Durchsagen auf die Sicherheitsabstände am Strand“, so Stefanie Pflock. Für Grinda, der rechts vom Haupteingang rund 160 Körbe hat, und seinen Kollegen Alexander Meyer, der auf der linken Seite etwa 190 Körbe vermietet, ist die Abstandsregelung für die Körbe schon immer ein Thema. „Jeder Gast hat etwa 25 Quadratmeter“, sagt Grinda.

Schon am Strandhauptzugang werden die Gäste in der mobilen Information sowie über den Strandvogt Frank Elsner informiert. Sämtliche Strandtoiletten wurden mit Desinfektionsmittelspendern ausgestattet. „Bislang nehmen die Gäste die Hinweise an“, betont die Mitarbeiterin des Eigenbetriebes.

Binz: 25 Quadratmeter pro Familie

Die Touristen nutzen die Reisemöglichkeiten innerhalb Deutschlands und kommen gern nach Rügen. Vor den Bars am Binzer Strand nutzten die Urlauber die Sonnenstunden. Quelle: Wenke Büssow-Krämer

Holger und Marcella Göing (beide 54) aus dem brandenburgischen Panketal fühlen sich sicher am Binzer Strand. „Wir haben hier den Eindruck gewonnen, dass die Badeorte sehr gut auf die Corona-Krise eingestellt sind. Die vorgegebenen Regeln werden eingehalten. Der Strand ist nicht überlaufen und jeder versucht, so gut wie möglich den nötigen Abstand einzuhalten“, sagt Marcella Göing.

Lesen Sie auch: Strände an Ostseeküste von MV: So wurden die Abstandsregeln eingehalten

Um die Sicherheit am Strand zu gewährleisten, wurde die Zahl der gewerblichen Strandkörbe von vorn herein reduziert, informiert Marikke Behrens von der Binzer Kurverwaltung. Derzeit dürfen deshalb nur 80 Prozent der genehmigten Körbe aufgestellt werden, die zudem zwei Meter voneinander stehen. In einem Strandkorb sollen sich nicht mehr als zwei Erwachsene aufhalten, plus die zum Haushalt lebenden Kinder. „Im Strandbereich ohne Strandkörbe ist zwischen den Besuchern auf den Mindestabstand von 1,5 Metern zu achten“, sagt sie. Eine Familie mit Kindern darf sich auf 25 Quadratmetern ausbreiten. Der Mindestabstand von 1,5 Metern gelte zudem im Wasser beim Baden und Schwimmen.

Grimmen: Ein bisschen wie am Ostseestrand

Mario Goß von der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes überwacht mit vier Rettungsschwimmern den Badebetrieb im Grimmener Naturbad.  Quelle: Raik Mielke

Ein bisschen wie am Ostseestrand können sich die Besucher im Grimmener Naturschwimmbad fühlen. Denn auch dort lädt ein Sandstrand zum Badevergnügen ein - ohne lange Autofahrerei und nervige Parkplatzsuche. Und es gibt viel Platz, sodass die Abkühlung auch in Corona-Zeiten sicher ist. „Wir sichern den Badebetrieb in diesem Jahr grundsätzlich stets mit vier Rettungsschwimmern ab“, sagt der leitende Rettungsschwimmer Mario Goß von der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes. Insgesamt sind in den kommenden Wochen acht Mitarbeiter der Wasserwacht im Einsatz.

Kommentar: Urlaub in MV: In Corona-Zeiten brauchen wir Anstand am Strand

Es werden Anwesenheitslisten geführt, die nach vier Wochen vernichtet werden. Der Mindestabstand muss eingehalten werden, es gibt eine vorgeschriebene Wegeführung zum Ein- beziehungsweise Ausgang. Kinder unter zehn Jahren dürfen nur in Begleitung der Eltern oder Großeltern das Naturbad besuchen, und die Umkleidekabinen bleiben geschlossen. Die Volleyball-Wiese hinter dem Sanitärbereich wird vorläufig gesperrt. „Und es gibt in diesem Jahr leider keine Versorgung im Bad“, sagt Stadtrat Roland Wildgans. Die Besucher dürfen sich aber natürlich selbst Essen und Getränke mitbringen.

Dierhagen/Zingst: Ein Maskomat und ganz viel Platz

Der Zingster Kurdirektor Matthias Brath neben dem Maskomaten.  Quelle: Maik Pixelino

„Dann muss man halt ein bisschen laufen“, sagt Dierhagens Kurdirektor Stephan Fellmann. Die Gemeinde hat an sämtlichen Strandaufgängen Hinweisschilder zum richtigen Verhalten am Strand platziert und setzt damit auch auf das Verantwortungsbewusstsein der Gäste. „Wir haben acht Kilometer Strand, da ist genug Platz, um Abstand zu halten.“ Die Strandkörbe sind entsprechend der Vorgaben weit auseinander gestellt, die öffentlichen Toiletten werden speziell gereinigt. „Bislang werden die Abstände eingehalten“, hat Fellmann beobachtet.

Auch in Zingst wurden Vorsorgemaßnahmen getroffen. Hinweisschilder, Strandkorbabstände. Am Hauptzugang zum Strand wurde außerdem ein sogenannter Maskomat installiert. Hier können die Gäste gegen ein Entgelt Schutzmasken kaufen. In den Einrichtungen der Kur- und Tourismus GmbH würden die Maskenpflicht und Abstandsregeln eingehalten. „Wir versuchen, die Gäste zu sensibilisieren“, sagt Kurdirektor Matthias Brath. Auch die Unternehmen im Seeheilbad würden sich an die Vorgaben halten. Einen erneuten Lockdown könne sich die Tourismusbranche nicht leisten.

Stralsund: Rettungsschwimmer vor dem Dienst durch die Schleuse

Die beiden Stralsunder Rettungsschwimmer Emil Wlach (17, links) und Janne Steinbach (16) drehen zurzeit täglich ihre Runden mit dem Motorboot auf dem Strelasund, um die Badegäste am Strand der Hansestadt zu bewachen. Quelle: E-Mail-OZ-Lokalredaktion-HST

Auch die Stralsunder Rettungsschwimmer der DLRG müssen sich in dieser Badesaison an besondere Hygiene-Regeln halten. „Alle Rettungsschwimmer, die ihren Dienst antreten, kommen durch einen separaten Eingang in unser Hauptgebäude, wo eine Schleuse zur Desinfektion besteht“, sagt DLRG-Wachleiter Matthias Reuter, der hier täglich die Rettungskräfte einweist und mit ihnen ein kleines allmorgendliches Rettungstraining absolviert. „Für die jungen Leute ist das auch eine Art Frühsport zum Dienstbeginn“, meint Matthias Reuter verschmitzt lächelnd. Nach der Körperertüchtigung geht es auf die Rettungstürme, wo zurzeit nicht mehr als zwei Rettungsschwimmer zusammen Dienst tun dürfen und den Mindestsicherheitsabstand von 1,5 Meter untereinander einhalten müssen. „Dass die Badegäste die Abstandsregeln einhalten, ist nicht unsere Aufgabe, dafür sind die Behörden und Ämter zuständig“, informiert der DLRG-Wachleiter.

Die Badesaison ist nach seinen Worten bisher verhalten und ohne Zwischenfälle angelaufen. „Es werden aber langsam spürbar mehr Gäste und am frühen Nachmittag kann es bei schönem Wetter wie in den vergangenen Tagen auch schon mal richtig voll werden“, so Reuter.

Lubmin: Zum Schutz einen Strandkorb gemietet

Regina und Frank Decker aus dem bayrischen Schweinfurt fühlen sich am Strand von Lubmin sicher. Quelle: Martina Rathke

Das Rentnerpaar Decker hat keine Angst, sich am Strand von Lubmin mit Corona zu infizieren. Angst sei ein schlechter Begleiter, sagt der 72-jährige Frank Decker. Dennoch achten die beiden Sachsen, die seit vielen Jahren in Bayern leben, darauf, möglichst anderen Urlaubern nicht zu nahe zu kommen. Sie haben sich bereits am Morgen einen Strandkorb gemietet. „Im Strandkorb sind wir besser geschützt als auf einer Decke am Strand.“ Zum Glück sei der Strand am Greifswalder Bodden nicht so dicht belegt wie die Strände auf Usedom und Rügen, ergänzt seine Frau Regina. Die Kurverwaltung informiert seit dieser Woche die Gäste mit Hinweisen an den 15 Strandzugängen, in den Schaukästen sowie Info-Materialien, die in der Verwaltung ausliegen. Wichtigste Regel: Die Einhaltung des 1,5-Meter-Mindestabstandes. Auch Marc Kästner und Lena Geyer aus dem thüringischen Lauscha, die mit ihrem Sohn Lias ursprünglich nach Italien reisen wollten, fühlen sich sicher am Strand. „Wir achten darauf, dass sich die Kinder beim Spielen nicht zu dicht kommen.

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Von Almut Jaekel, Robert Niemeyer, Henrik Nitzsche, Mathias Otto, Martina Rathke und Christian Rödel