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MV aktuell Stier, Fuhrmann und Orion: Diese Sternbilder sind im Dezember über MV zu sehen
Nachrichten MV aktuell Stier, Fuhrmann und Orion: Diese Sternbilder sind im Dezember über MV zu sehen
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16:00 05.12.2019
Eine Himmelsaufnahme der Plejaden („Siebengestirn“) im Sternbild Stier. Aufgenommen von der Sternwarte Heringsdorf. Quelle: Lars Stephan
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Rostock

Im Dezember regiert nun endgültig die Dunkelheit. Die Sonne geht zu Monatsbeginn erst um exakt 8.06 Uhr auf und nach weniger als acht Stunden, um 15.54 Uhr schon wieder unter. Am Silvestertag fällt die Taglänge mit sieben Stunden und 27 Minuten sogar noch etwas kürzer aus: Sonnenaufgang ist dann 8.30 Uhr und untergehen wird sie 15.58 Uhr. Den kürzesten Tag des Jahres, die Wintersonnenwende, erleben wir in diesem Jahr am 22. Dezember.

Weil das Sonnenjahr knapp sechs Stunden länger ist als das kalendarische Gemeinjahr mit genau 365 Tagen, verschiebt sich der Zeitpunkt der Sonnenwenden in jedem Jahr um knapp sechs Stunden auf eine spätere Uhrzeit. Da erst im Jahr 2020 im Februar ein Schalttag eingeschoben wird, liegt das kalendarische Tagesdatum um einen Tag vor dem des Vorjahres.

Weihnachten sollte ursprünglich am 21. Dezember sein

Danach werden die Tage wieder länger und heller. Diesen Sieg der Sonne über die Finsternis feierten schon viele frühe Kulturen – und es ist auch kein Zufall, dass das christliche Weihnachtsfest so dicht auf diese Wintersonnenwende folgt. Die frühe Kirche legte den Termin für das Fest von Christi Geburt ursprünglich sogar genau auf den 21.12. Erst mit Einführung des gregorianischen Kalenders wurde Weihnachten um einige Tage nach hinten verschoben.

Dezember ist perfekt zum Sterne beobachten

Zum Sternegucken sind die Dezembernächte bestens geeignet. Denn es herrscht etwa 16 Stunden lang Dunkelheit und fast alle Sternbilder ziehen im Laufe der Nacht über den Himmel. Bis auf Skorpion und Schütze können wir auch nahezu alle Tierkreissternbilder beobachten.

Die Sonne durchquert im Dezember nur eines dieser klassischen Sternzeichen, den Schützen. Seitdem die IAU (Internationale Astronomische Union) 1928 die Sternbildgrenzen festlegte, ragt ein Teil dieses ansonsten unauffälligen Sternbildes in den Bereich der Ekliptik, der scheinbaren Jahresbahn der Sonne am Himmel, hinein.

Diese Sternbilder sind im Dezember zu sehen

Im Dezember immer länger sichtbar ist das Wintersechseck – eine Formation aus den hellsten Sternen der sechs bekanntesten Wintersternbilder. Dazu gehören Aldebaran im Stier, Capella im Fuhrmann, Rigel im Orion, Sirius im Großen und Prokyon im Kleinen Hund sowie Pollux im Sternbild Zwillinge. Das bekannteste dieser Sternbilder ist sicher der Orion, die markante Sternenkonstellation in Form eines großen X.

Orion, auch Himmelsjäger genannt, besteht aus vielen hellen Sternen. Seine 3 ‚Gürtelsterne’ in der Mitte stehen schön aufgereiht in einer Linie. Die beiden ‚Schultern’ strahlen hell, ebenso seine ‚Knie’. Unter dem Gürtel sind einige Sterne und neblige Sternhaufen so angeordnet, dass es aussieht, als hätte Orion an dieser Stelle ein Schwert.

Was bei Orion noch zu sehen ist

Mit einem Teleskop offenbart Orion noch ein paar ganz besondere Schmuckstücke. In dieser Region gibt es besonders viele und farbenprächtige Gasnebel und Sternentstehungsgebiete. Die bekanntesten sind der Große und der Kleine Orionnebel M42 und M43.

Der große Orionnebel ist unter sehr guten Beobachtungsbedingungen schon mit bloßen Augen als verwaschenes Fleckchen zu erkennen. Mit einem Teleskop beobachten wir Nebelschwaden und viele junge blaue Sterne, die nach kosmischen Maßstäben gerade erst entstanden sind. Das Gebiet ist 1350 Lichtjahre von uns entfernt.

Der linke Schulterstern von Orion ist 630-mal größer als die Sonne

Auch im Bereich der Gürtelsterne finden wir Gasnebel, den Pferdekopfnebel und den Flammennebel. Der Pferdekopfnebel in einer Entfernung von 1500 Lichtjahren ist eine Dunkelwolke, die sich vor einem helleren Nebel ausbreitet und nur durch den Kontrast zu erkennen ist. Alle Sterne des Himmelsjägers tragen Eigennamen. Der linke Schulterstern heißt Beteigeuze und leuchtet rot.

Er ist ein Überriese und etwa 630-mal größer als die Sonne. Wäre er an der Stelle der Sonne, würde Beteigeuze bis zur Marsbahn reichen. Dieser Stern befindet sich am Ende seines Lebens. Er könnte sogar bald in Form einer Supernova explodieren. Zum Glück ist er mit 400 Lichtjahren weit genug von uns entfernt.

Die Lebenserwartung der Sterne hängt von ihrer Masse ab

Bellatrix, der rechte Schulterstern, ist ein bläulicher Riesenstern in 243 Lichtjahren Entfernung, der sich in den nächsten 100 Millionen Jahren zu einem roten Riesen entwickeln wird. Unten rechts, auch als rechter Fußstern bezeichnet, befindet sich Rigel, ein blauweißer Überriese und der hellste Stern im Orion.

Rigel ist noch sehr jung, weniger als 100 Millionen Jahre alt. Er ist deutlich massereicher als die Sonne, was bedeutet, dass er eine sehr viel kürzere Lebenserwartung hat. Sein Brennstoff wird früher aufgebraucht sein, dann verändert er sich und wird zu einem Roten Überriesen.

Die Entwicklung eines Sterns ist stark von seiner Ausgangsmasse bei Entstehung abhängig. Je schwerer ein Stern, desto kürzer und dramatischer sein Lebensweg. Sterne mit der mindestens zehnfachen Sonnenmasse können durchaus in einer Supernova, einem Neutronenstern oder sogar als Schwarzes Loch enden.

Hochsaison des Siebengestirns

Der Dezember ist auch die Hochsaison der Plejaden. Dieser auch als Siebengestirn bekannte offene Sternhaufen ist schon mit bloßem Auge sehr gut sichtbar. Er liegt im Sternbild Stier rechts oberhalb des V-förmigen Stierkopfes. Selbst ohne Fernglas oder Teleskop kann man auf den ersten Blick die fünf hellsten Sterne dieses Haufens erkennen.

Bei genauerem Hinschauen lassen sich noch zwei weitere, schwächer leuchtende Sterne ausmachen. In Wirklichkeit allerdings besteht dieses rund 444 Lichtjahre von der Erde entfernte Objekt aus mehr als 3000 bläulichen noch sehr jungen Sternen.

Die Plejaden entstanden innerhalb der letzten 100 Millionen Jahre, damit sind sie nach galaktischen Maßstäben noch echte Kinder. Am Himmel hat der Sternenhaufen eine Ausdehnung von zwei Winkelgrad. Er ist also gut dreimal so groß wie der Mond am Firmament.

Alte Kulturen machten wichtige Termine anhand der Sterne fest

Kein Wunder also, dass schon die Menschen in der Steinzeit dieses auffällige Phänomen am Himmel beobachteten. In vielen alten Kulturen, darunter Ägypten und Mesopotamien, folgte man dem Lauf der Plejaden, um daran wichtige Termine im Jahreslauf festzumachen.

Auch auf einem der wichtigsten Funde der europäischen Bronzezeit, der Himmelsscheibe von Nebra, ist das Siebengestirn wahrscheinlich als Punktgruppe verewigt. In Japan bilden die sechs hellsten Sterne das SternbildSubaru“ (das heißt sich zusammentun, sich vereinigen). So finden sich die Sterne auch im Firmenlogo eines Autoherstellers wieder.

Hier können Sie die Sterne beobachten

Astronomische Station Rostock: Beobachtungsabend immer donnerstags ab 22.45 Uhr; Sonntagsvorträge am 15. Dezember 14 Uhr „Der aktuelle Sternhimmel über Rostock“ und 15.30 Uhr „Sonne, Mond und Sterne - eine kleine Reise durch das Universum“

Sternwarte Greifswald: Sternwartenführung und Himmelsbeobachtung Donnerstagabend ab 19 Uhr Details: zunehmender Mond (64%), Plejaden, Orionnebel, Alkor/Mizar, Kugelsternhaufen M13;

Weihnachtsvortrag „Spektrum“ Donnerstag, 26. Dezember, 18 Uhr (Rubenowstr. 1)

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