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16:20 26.06.2019
Ein Schüler der 5. Klasse meldet sich im Englischunterricht (Symbolbild). Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa
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Rostock

Ob Angeln, Schach oder Niederdeutsch: Schulen in Mecklenburg-Vorpommern haben so einige Unterrichtsfächer und Arbeitsgemeinschaften im Angebot, die neben Klassikern wie Mathe und Deutsch eher ungewöhnlich erscheinen. Ab Oktober reiht sich ein weiteres Wahlfach in diese Liste ein. Dann wird in Klassenzimmern des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte Feuerwehr gelehrt.

1. Feuerwehr

Das für drei Jahre angesetzte Pilotprojekt soll Kindern und Jugendlichen die Arbeit von ehrenamtlichen Hilfs- und Rettungsorganisationen näherbringen. Getestet wird das unterrichtsergänzende Angebot zunächst an vier Schulen. „Erst nach den drei Jahren wird entschieden, ob Feuerwehr ein Wahlpflichtfach in ganz MV werden kann“, erklärt Norbert Rieger, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes.

Unterrichtet wird das Fach ab der fünften Klasse. Auf dem Plan stehen neben lebensrettenden Sofortmaßnahmen auch allgemeine Informationen über die Ehrenamtsstrukturen in MV und Exkursionen in örtliche Einrichtungen. „Die Schüler sollen nicht nur lernen, was Selbsthilfe bedeutet. Sie sollen auch einen Einblick in unsere Arbeit bekommen“, so Rieger. Ganz uneigennützig ist das nicht: Der Feuerwehrverband erhofft sich dadurch, neuen Nachwuchs zu gewinnen.

2. Informatik und Medienbildung

Ebenfalls zum neuen Schuljahr eingeführt wird das Fach Informatik und Medienbildung, teilt das Bildungsministerium mit. Das Land reagiert damit auf die Forderungen von Experten, Kindern und Jugendlichen, in Zeiten von sozialen Netzwerken und Fake News Medienkompetenz zu vermitteln. Im Gegensatz zu Feuerwehr handelt es sich bei diesem Schulfach um ein eigenständiges, einstündiges Pflichtfach, welches künftig in den Jahrgangsstufen 5 bis 10 an allen weiterführenden Schulen auf dem Stundenplan stehen wird.

3. Angeln

Das Projekt „Angeln macht Schule“ ist schon einen Schritt weiter. Ein halbes Schuljahr wurde das Wahlangebot an der „Schule am See“ in Satow (bei Rostock) und der Heincke-Schule in Hagenow (Ludwigslust-Parchim) getestet. Die ersten Erfahrungen zeigen: „Die Unterrichtsmaterialien funktionieren. Es hat sich aber gezeigt, dass der theoretische Anteil leider sehr hoch war“, sagt Christoph Wittek vom Landesanglerverband. Zum zentralen Punkt des Faches, dem Angeln, seien die Schüler nur zwei Mal gekommen.

Angelunterricht in der „Schule am See“: Christoph Wittek erklärt den Schülern Jannik, Fabio und Emil den Umgang mit der Angel. Quelle: Dietmar Lilienthal

Schuld daran sei, dass die Kinder und Jugendlichen am Ende der AG in der Lage sein sollen, den Fischereischein abzulegen. „Deshalb bräuchten wir künftig ein ganzes Schuljahr statt nur einem halben“, erklärt Wittek. Interessierte Schulen gebe es bereits viele. Doch der Projektarbeiter will sich zunächst ein Jahr Zeit nehmen, um die Materialien qualitativ hochwertig aufzuarbeiten. Das Projekt ist deutschlandweit in seiner Art einzigartig.

4. Schach

Schach ist an den Schulen in MV keine Seltenheit mehr: An mehr als 60 Einrichtungen wird das strategische Brettspiel in verschiedener Form – von der AG bis hin zum Pflichtfach – angeboten. „Daher würde ich Schach auch gar nicht als so ungewöhnlich bezeichnen“, sagt Schulschachreferent Uwe Kollwitz. Was in den vergangenen Jahren aber gestiegen ist, sei die Nachfrage. Der Schach-Boom habe Mecklenburg-Vorpommern mittlerweile voll erreicht. Eine Ursache dafür sieht Kollwitz darin, dass Brettspiele im Allgemeinen gerade für neue Begeisterung sorgen.

5. Niederdeutsch

Niederdeutsch ist seit März  2017 offiziell als Abiturfach in MV anerkannt. Im Schuljahr 2017/18 haben 2112 Schüler an 69 öffentlichen und privaten Schulen Platt gelernt. Darunter sind sowohl die sechs Profilschulen, die Niederdeutsch bis zur allgemeinen Hochschulreife anbieten, als auch die Schulen, die die Sprache im Rahmen einer AG lehren.

Warum sich die Jugend für Platt interessiert, hat verschiedene Gründe: „Während die einen sich wünschen, dass die Sprache am Leben erhalten wird, möchten andere einfach besser für andere Fremdsprachen gewappnet sein“, erklärt Mathias Hoffmann, Landesbeauftragter für Niederdeutsch. Als sogenannte Mittlersprache ermögliche Niederdeutsch es, beispielsweise Schwedisch einfacher zu erlernen. „Einige möchten aber natürlich auch einfach mit ihren Großeltern snacken.“

Abwechslung im Schulalltag

Angebote wie Angeln oder Feuerwehr sind keine Schulfächer. Sie werden von den Schulen eigenverantwortlich organisiert und im Rahmen des ganztägigen Lernens angeboten. Im Gegensatz zu regulären Schulfächern und dem Wahlpflichtunterricht stehen sie nicht auf der Kontingentstundentafel, auf der der Stundenumfang einzelner Fächer geregelt ist.

150 000 Kinder und Jugendliche wurden im vergangenen Schuljahr an 483 staatlichen und 79 freien Schulen in Mecklenburg-Vorpommern unterrichtet.

6. Schwedisch

Aufgrund der Nähe zu Skandinavien wird Schwedisch bereits an mehreren Schulen in MV angeboten. Darunter ist aber nur eine einzige Grundschule. In Sagard auf der Insel Rügen können Mädchen und Jungen bereits ab der dritten Klasse einmal pro Woche nach dem regulären Unterricht einen kleinen Sprachkurs besuchen und sich mit den wichtigsten Begriffen der Schweden vertraut machen.

Dass die Sagarder die nordische Sprache erlernen, wurde von Janine Radtke initiiert. Ihr Sohn geht in die erste Klasse der Grundschule. Der Schulleitung gegenüber hatte die Fremdsprachenkorrespondentin für Englisch und Schwedisch von der Möglichkeit gesprochen, den Kindern erste Fremdsprachenkenntnisse zu vermitteln. Seitdem hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, die Schüler mit ihrer Liebe zu Schweden und der schwedischen Sprache zu „infizieren“.

Pauline Rabe

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