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MV aktuell Startschuss für Digital-Pakt: 24 Schulen in MV werden technisch aufgerüstet
Nachrichten MV aktuell Startschuss für Digital-Pakt: 24 Schulen in MV werden technisch aufgerüstet
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19:45 09.10.2019
Moderne Technik soll bald in die Klassenräume der Schulen im Nordosten einziehen. Quelle: dpa
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Schwerin

Digitale Schultafeln, Laptops, Tablets – die Digitalisierung an den Schulen Mecklenburg-Vorpommerns soll vorangetrieben werden. Insgesamt 99,2 Millionen Euro stehen dem Land jetzt aus dem Bundesprogramm Digital-Pakt Schule zur Verfügung, weitere zehn Millionen Euro gibt das Land dazu.

„Damit werden wir einen großen Schritt bei der digitalen Ausstattung der Schulen vorankommen und alle Schulen besser mit digitaler Technik ausstatten“, sagte Landesbildungsministerin Bettina Martin (SPD) am Mittwoch in Schwerin.

600 Schulen bis 2025 ausgestattet

Die ersten 24 Schulen sollen „in Kürze eine Förderung für den Aufbau ihrer digitalen Infrastruktur erhalten“. Ziel sei es, bis zum Jahr 2025 alle knapp 600 öffentlichen und privaten Schulen im Land mit entsprechender Technik auszustatten. Um Fördermittel aus dem Digital-Pakt zu erhalten, müssten die Schulen sogenannte Medienbildungskonzepte vorlegen, die Schulträger zudem Medienentwicklungspläne.

Starterschulen 2019 – Digitalpakt

Schulträger

Schule

Förder-summe

Amt Altenpleen

Kranich-Grundschule Altenpleen

149 842 €

Regionale Schule „An der Prohner Wiek“

149 842 €

GemeindeBlankensee

Regionale Schule mit Grundschule„Am Kirschgarten“

172 436 €

GemeindeOstseebad Göhren

Regionale Schule „Tom Beyer

103 246 €

Landkreis Mecklenburgische Seenplatte

Fritz-Greve-Gymnasium Malchin

181 038 €

RBB Neubrandenburg GeSoTec

639 012 €

Regionales Berufl. Bildungszentrum Müritz

630 410 €

Überregionales Förderzentrum

120 076 €

Landkreis Vorpommern Greifswald

„Lilienthal-Gymnasium“ Anklam

231 902 €

„Schloss-Gymnasium“ Gützkow

193 006 €

Schlossbergschule - Sonderpädagogisches Förderzentrum Pasewalk

100 628 €

Sonderpädagogisches Förderzentrum „Biberburg“ Anklam

123 068 €

Schulzweckverband „Seebad Ückeritz

Ostseeschule Ückeritz

167 574 €

Stadt Röbel

Schulcampus Röbel

282 766 €

Universitäts- und Hansestadt Rostock

Abendgymnasium Rostock

132 044 €

Berufl. Schule Dienstleistung und Gewerbe

471 086 €

Erasmus-Gymnasium

204 974 €

GodeWind-Schule

133 914 €

Grundschule „Juri-Gagarin“

120 296 €

Grundschule „Rudolf Tarnow

183 876 €

Innerstädtisches Gymnasium

368 786 €

Regionale Schule „Nordlicht-Schule“

160 094 €

St. Georg-Grundschule

178 266 €

Universitätsmedizin Greifswald

Berufliche Schule an der Universitätsmedizin Greifswald

249 304 €

Gesamtsumme

5.438.664 €

Bei der Förderung übernimmt das Land auch die Kofinanzierung in Höhe von rund zehn Millionen Euro. „Die Digitalisierung ist bereits heute Teil unserer Lebens- und Arbeitswelt“, sagte Martin. Schulen müssten Kinder und Jugendliche daher mit der notwendigen technischen Ausstattung „bestmöglich auf ein selbstbestimmtes Leben in der digitalen Welt vorbereiten“.

Gewerkschaft befürwortet Paket

Gefördert werden mit dem Digital-Pakt, der bundesweit fünf Milliarden Euro umfasst, den Angaben zufolge schulisches W-Lan, digitale Arbeitsgeräte, Anzeige- und Interaktionsgeräte, wie Whiteboards und mobile Endgeräte. Bei der Höhe der Zuwendungen werden in MV sogenannte Sockelbeträge zugrunde gelegt: 40 000 Euro für Grundschulen, 50 000 Euro für weiterführende Schulen und 75 000 Euro für berufliche Schulen. Hinzu komme ein Satz von 340 Euro pro Schüler.

„Wir begrüßen, dass die Mittel endlich freigegeben werden“, sagt der Vorsitzende des Landes-Lehrerverbands VBE für MV, Michael Blanck. Allerdings mache die digitale Technik nur Sinn, wenn die Schulen auch ans schnelle Internet angeschlossen seien. „Sonst können die Schulen nur schwer erkennen, welche Technik sie wirklich brauchen“, so Blanck. Besser wäre ein einheitliches Konzept, das dann je nach Bedarf von jeder Schule individuell angepasst werden könne. Der VBE fordert zudem, die Lehrer in Sachen Digitalisierung zügig und kompakt fortzubilden und jeden Lehrer mit eigenem digitalen Endgerät auszurüsten.

Linke: Landesregierung „kleckst weiter“

Als „digitale Steinzeit“ bezeichnete die bildungspolitische Sprecherin der Schweriner Links-Fraktion, Simone Oldenburg, die gegenwärtige IT-Ausstattung der Schulen in MV. Es gebe „veraltete Rechner, kaum Vernetzung der Unterrichtsräume und Internetanschlüsse, die noch mit einer Geschwindigkeit aus dem vergangenen Jahrzehnt laufen“. Lediglich die Hälfte der Unterrichtsräume sei vernetzt und nur ein Bruchteil verfüge über W-Lan.

„Anstatt zu klotzen, kleckst die Landesregierung weiter“, kritisiert Oldenburg. Die zehn Millionen Euro Eigenmittel würden nicht ausreichen. „Bis heute gibt es keine einheitliche Strategie, keine landesweit geltenden Standards“, sagte die Linkspolitikerin.

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Kommentar: Digitale Gegenwart

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