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MV aktuell Blutvergiftung: Hubschrauber holt verletzte Frau von der Walfisch-Insel bei Wismar
Nachrichten MV aktuell Blutvergiftung: Hubschrauber holt verletzte Frau von der Walfisch-Insel bei Wismar
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18:40 14.08.2019
Auf der kleinen Insel Walfisch, die zu Wismar gehört, leben von April bis September Vogelschützer. Quelle: Ulrich Jahr
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Walfisch

Dramatische Rettungsaktion auf der beschaulichen Insel Walfisch: Eine verletzte Frau musste am Dienstag mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik gebracht werden. Die 79-Jährige hatte sich eine Blutvergiftung zugezogen, als Folge einer zwei Tage zuvor erlittenen Verletzung am Bein. Wegen des stürmischen Wetters mit Starkregen und Windstärken von 5 bis 7 war ein Transport auf dem Seeweg nicht möglich. Die Rentnerin aus Schwerin, die sich laut Wasserschutzpolizei in einem „kritischen Allgemeinzustand“ befand, wurde im Schweriner Klinikum sofort nach der Einlieferung operiert.

Die Frau hielt sich seit Sonnabend für eine Woche als ehrenamtliche Vogelschützerin auf der Insel auf, zusammen mit ihrem gleichaltrigen Mann. „Das Ehepaar macht das bereits seit 40 Jahren“, sagt Jürgen Mevius vom Verein „Langenwerder zum Schutz der Wat- und Wasservögel“, der die Vogelschutzstation betreibt. Am Sonnabend stürzte die Frau vor dem Eingang des Vogelwärter-Häuschens und zog sich eine offene Wunde zu. Der Vereinsvorsitzende Bernd Heinze spricht von einem „Kratzer am Knie“.

Zustand der Frau ist „okay“

Die Polizei hatte zunächst angegeben, die Frau hätte sich ein Bein gebrochen und sei zwei Tage lang nicht versorgt worden, was sich aber als falsch herausstellte. Mittlerweile sei der Zustand der Patientin „okay“, so Vereinsmitglied Mevius, der Kontakt zu den Schwerinern hat. Der Ehemann, ein pensionierter Tierarzt, habe die Verletzung noch zunächst versorgt. Möglicherweise wird eine zweite Operation nötig.

Von April bis September leben ehrenamtliche Vogelschützer auf der Insel. „Jeweils für eine Woche“, erklärt Vereinschef Heinze. Die 150 Mitglieder betreuen auf die gleiche Weise die nahe gelegene Insel Langenwerder. Dort hatte das Schweriner Paar bereits eine Woche gelebt. Vergleichbare Probleme habe es noch nie gegeben, sagt Heinze.

Auf der Walfisch-Insel gebe es ein Diensthandy, mit dem jederzeit Hilfe gerufen werden könne. Er verstehe die ganze Aufregung nicht, die um die Sache gemacht werde. Dass jetzt ein Hubschraubereinsatz nötig wurde, sei nur eine Folge des schlechten Wetters. „Wir hätten sie sonst mit dem Boot geholt.“

Einmal im Jahr wird aufgeräumt

Der Ornithologe Rolf Nessing aus Lychen in Brandenburg kritisiert die Vereinsarbeit auf den beiden Inseln. Fotos würden belegen, dass auf der Insel regelrechte Feste gefeiert würden – was den Naturschutzrichtlinien widerspreche. „Das ist Quatsch“, meint Heinze. Nur einmal im Jahr hielten sich mehr als zwei Menschen auf Walfisch auf, wenn im Oktober eine große Aufräumaktion ansteht.

„Das ist mit allen zuständigen Stellen abgesprochen“, sagt der Vereinschef. Nessing, der früher selbst mehr als 30 Jahre auf Walfisch Vögel beobachtete und beringte, sei sauer, weil er das nach einem Vertragswechsel vor zehn Jahren nicht mehr machen könne.

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Von Gerald Kleine Wördemann und Kerstin Schröder

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