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MV aktuell Drei Generationen sind der Steinzeit auf der Spur
Nachrichten MV aktuell Drei Generationen sind der Steinzeit auf der Spur
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00:00 09.04.2015
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Sellin

Als Michael Parchow im Heimatmuseum von Göhren auf Rügen in einer Vitrine einen Fischschwanzdolch entdeckt, stutzt er. Die bronzezeitliche Waffe aus Feuerstein war 1968 bei Phillipshagen im Südosten der Insel gefunden worden. Am gleichen Fundplatz hatte Parchow vor knapp fünf Jahren einen Blattdolch gefunden. Der ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger machte den Finder von einst ausfindig. Der Mann aus Göhren brachte ihn zu seinem Fundort. Und wirklich: Die beiden Dolche hatten nur einen Meter auseinander gelegen — und doch wurde der zweite erst 42 Jahre nach dem ersten gefunden.

Das ist eine von vielen spannenden Geschichten, die Parchow erzählen kann. Seit 30 Jahren sucht der Selliner nach verborgenen Schätzen, seit etwa 20 Jahren arbeitet er für das Landesdenkmalamt. Schon als kleiner Junge nahm ihn sein Vater, damals selbst ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger, mit auf die Rügener Äcker und weckte die Leidenschaft für die Archäologie. Der 43-jährige gelernte Eisenbahntechniker und Zimmermann kennt den Südosten der Insel wie seine Westentasche. Viele der Funde sind im Selliner Museum „Seefahrerhaus“ zu sehen, in dem Vater Gerhard als Leiter und nun auch Sohn Michael arbeiten. „Mein Thema ist vor allem die Mittel- und Jungsteinzeit“, erklärt der leidenschaftliche Sammler und stellt einen Pappkarton wie einen Schatz auf den Tisch. Mehrere Plastiktüten mit unzähligen Feuersteinfunden liegen darin. Sie stammen aus der Abfallgrube einer steinzeitlichen Siedlung, die Parchow 2010 an einer Abbruchkante am Steilufer von Alt Reddevitz auf der Halbinsel Mönchgut entdeckte. Über 7000 Fundstücke grub er in seiner Freizeit in 26 Meter Höhe aus den Erdschichten.

Sein Wissen gibt Parchow, der sich auch mit der Wüstungsgeschichte des Spätmittelalters bis in die Neuzeit rund um Sellin intensiv beschäftigt, gerne weiter. Mehrfach war er an Schulen zu Gast. Auch seine Tochter Lea (7) nimmt er oft zu archäologischen Exkursionen mit. Vielleicht findet sie ja auch einmal wie ihr Vater einen echten Schatz.



Gerit Herold

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