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MV aktuell Tankstellen: Engpässe noch bis August möglich
Nachrichten MV aktuell Tankstellen: Engpässe noch bis August möglich
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06:51 13.06.2019
Montag an einer HEM-Tankstelle in Brünzow (Vorpommern-Greifswald): Diesel und Super Plus sind ausverkauft. Kein seltenes Bild in den vergangenen Wochen. Quelle: Stefan Sauer
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Rostock

Benzin alle, Diesel ausverkauft: Seit Ostern erleben es Autofahrer immer wieder, dass einzelne Spritsorten an der Tankstelle nicht mehr im Angebot sind. Zuletzt traf es in Mecklenburg-Vorpommern die Kette HEM, an deren Tankstellen in Bad Doberan und in Brünzow (Landkreis Vorpommern-Greifswald) die Zapfpistolen mangels Nachschub zeitweise trocken blieben.

Hohe Nachfrage an Himmelfahrt und Pfingsten

„Das kann vorkommen. Es handelt sich aber nicht um ein flächendeckendes Problem“, sagt Alexander von Gersdorff, Sprecher beim Mineralölwirtschaftsverband. Weil gleich mehrere Dinge aufeinandertreffen, laufe der Nachschub beim Sprit derzeit nicht so reibungslos wie sonst. Ein wichtiger Grund sei die hohe Nachfrage: Die langen Himmelfahrts- und Pfingstwochenenden, die mit schönem Wetter Tausende an die Ostsee und andere Ausflugsziele lockten, brachten die offenbar knappen Reserven vielerorts an ihre Grenzen.

„Logistisch sind hohe Abverkäufe an langen Wochenenden und Feiertagen immer eine Herausforderung“, sagt Marion Menken, Sprecherin der Deutschen Tamoil. Die deutsche Tochter des libyschen Erdölkonzerns betreibt die HEM-Tankstellen. In den letzten Wochen habe es „Rekordabsätze“ gegeben und als Folge davon „vereinzelte, kurzzeitige“ Engpässe. „Wir bedauern, falls dies zu Unannehmlichkeiten für unsere Kunden geführt haben sollte“, sagt die Sprecherin. Inzwischen seien alle Spritsorten aber wieder lieferbar. Auch an den Aral-Tankstellen im Nordosten gebe es derzeit keine Engpässe, sagt ein Aral-Sprecher. MV bezieht sein Benzin und Diesel teilweise auch aus Raffinerien in Hamburg und Schleswig-Holstein.

Pipeline „Druschba“ wieder am Netz

Nach wochenlangem Stillstand fließt seit Sonntag wieder Rohöl aus Russland durch die Pipeline „Druschba“ (Freundschaft). Der Leitungsstrang versorgt die beiden Raffinerien Schwedt (Brandenburg) und Leuna (Sachsen-Anhalt), von denen wiederum die meisten Tankstellen im Osten beliefert werden. Seit Mitte April stockte die Lieferung, weil das Öl verschmutzt war. Der Anteil an Chloriden, die bei der Förderung zugesetzt werden und Raffinieren beschädigen können, war zu hoch.

Als Reaktion darauf drehte die polnische Pipeline-Gesellschaft Pern den Ölhahn vor sieben Wochen zu. Davor hatten bereits weißrussische Raffinerien Probleme mit der Verunreinigung gemeldet. Seit Sonntag ist das Problem behoben, die Pipeline ist wieder in Betrieb. In der Zwischenzeit gelangte der wichtige Rohstoff per Schiff über den Rostocker Seehafen sowie über Danzig – und danach per Laster zu den deutschen Raffinerien. Welche Mengen auf diese Weise über Rostock abgewickelt wurden, möchte die Großtanklager-Gesellschaft nicht sagen.

Liefersituation erst im August wieder normal

Vereinzelte Versorgungslücken an den Tankstellen könnten in den kommenden Sommerferien nicht völlig ausgeschlossen werden, heißt es beim Mineralölwirtschaftsverband. „Wir erwarten ab August eine Normalisierung der Liefersituation“, sagt Sprecher von Gersdorff. Es brauche eben seine Zeit, bis das vernetzte System wieder in Fahrt kommt. Drei Wochen dauert die Reise des Öls von Westsibirien bis nach Schwedt. In der ersten Phase des Neustarts bis Ende Juni arbeite die Leitung „in einem kleineren Volumen“, teilt das polnische Unternehmen Pern auf seiner Webseite mit.

Teures Debakel für Russland

Für Russland bedeutet der lange Lieferstopp ernste Probleme. Ein Viertel seines gesamten Ölexports wickelt das Land über die „Druschba“-Trasse ab. Wichtige Einnahmen entfallen, zudem drohen Schadensersatzforderungen von Polen und Weißrussland in dreistelliger Millionenhöhe. Staatschef Wladimir Putin schaltete sich persönlich ein und setzte den für die Pipeline verantwortlichen Chef der staatlichen Transneft, Nikolai Tokarow, öffentlichkeitswirksam unter Druck.

Russische Ermittler präsentierten wenig später die angeblichen Verursacher: Eine kleine Ölfirma aus Samara soll stark chloridhaltiges Erdöl in die Leitung gespeist haben, um einen Öl-Diebstahl zu vertuschen. Experten bezweifeln das, die Menge der gefundenen Chemikalien sei dafür zu groß. Chloride waren bis 2012 in Russland verboten, seitdem werden sie zur Erhöhung der Fördermenge eingesetzt, berichtet der „Mitteldeutsche Rundfunk“.

Gerald Kleine Wördemann

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