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MV aktuell „Ehe für alle“: Landes-CDU meutert gegen Merkel
Nachrichten MV aktuell „Ehe für alle“: Landes-CDU meutert gegen Merkel
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00:00 29.06.2017
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Berlin/Schwerin

Die „Ehe für alle“ sorgt für scharfe Kritik an Kanzlerin Angela Merkel in ihrer eigenen politischen Heimat. Etliche Mitglieder der CDU Mecklenburg-Vorpommern sind verärgert über die plötzliche Ankündigung der CDU- Vorsitzenden, die für morgen im Bundestag angesetzte Abstimmung über die „Homo-Ehe“ nicht mehr dem Fraktionszwang zu unterwerfen. Die Abgeordneten der CDU/CSU-Fraktion sollen sich nach ihrem Gewissen entscheiden. SPD, Linke und Bündnisgrüne hatten die Abstimmung gestern im Rechtsausschuss des Bundestags durchgesetzt. Manuela Schwesig (SPD), designierte Ministerpräsidentin von MV, stellte sich derweil hinter Merkels Vorstoß.

Gegen die Gleichstellung: Sascha Ott, CDU-Vize-Landeschef

31

Mal hat sich der

Bundestagsrechtsausschuss in den

letzten Jahren mit dem Thema „Ehe für alle“

befasst.

In der CDU von MV äußern führende Politiker massive Bedenken gegen die „Ehe für alle“. Am deutlichsten äußert sich Sascha Ott, Vize-Landesvorsitzender der Union und Chef des konservativen Kreises in MV: Er sei gegen eine Gleichstellung. Die klassische Ehe sei „eine auf Dauer angelegte Beziehung zwischen Mann und Frau, die auf Nachkommenschaft ausgerichtet ist“. Es sei eine fatale Entscheidung, wenn die Ehe beliebig werde. „Wir öffnen die Büchse der Pandora, wenn wir das tradierte Ehemodell freigeben“, kritisiert Ott.

Manuela Schwesig freut sich, dass die Gesetzesänderung jetzt kommt. „Es geht mir um die Sache, um die Frauen und Kinder“, erklärt sie gegenüber der OZ (ganzes Interview auf Seite 8). Schon in den Koalitionsverhandlungen in Berlin habe sie sich gegen den Widerstand der Union für die Gleichstellung in der Ehe starkgemacht. „Wir waren da immer sehr klar.“

Gegen die „Ehe für alle“ ist in der Landes-CDU auch Franz-Robert Liskow, Vorsitzender der Jungen Union und Landtagsabgeordneter. Nach dem christlichen Menschenbild sei die Ehe eine Beziehung, aus der Kinder entstehen können. Ebensolche Bedenken äußert die CDU-Landtagsabgeordnete Beate Schlupp. Dagegen hält sich Vincent Kokert, CDU-Landesvorsitzender und Fraktionschef, zurück. Seine Entscheidung sei etwas sehr Persönliches, dazu habe er sich noch keine abschließende Meinung gebildet. Er stehe hinter dem Kurs von Angela Merkel.

Roy Rietentidt vom Landesverband der Lesben und Schwulen in MV verbindet mit der Abstimmung große Hoffnungen. „Wir möchten keine ,Homo-Ehe’, sondern eine Ehe. Das unwürdige Spiel um die Ehe für alle wird mit der Abstimmung endlich ein Ende finden.“

Die Linksfraktion im Landtag begrüßt die Ankündigung von Angela Merkel. Es sei gut, dass sie die „Ehe für alle“ nicht mehr ablehne, sagt Peter Ritter, gleichstellungspolitischer Fraktionssprecher.

„Die Liebe musste schon viel zu lange warten, sie darf nicht noch weiter aufgehalten werden“, sagt Claudia Müller, Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen. „Warum länger warten?“ Immerhin stünden 83 Prozent der Deutschen hinter der „Ehe für alle“.

Bernhard Schmidtbauer und Andreas Ebel

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