Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
MV aktuell Eine Stunde Angst im Kliff: 54-jährige Urlauberin gerettet
Nachrichten MV aktuell Eine Stunde Angst im Kliff: 54-jährige Urlauberin gerettet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
00:00 31.03.2015
Anzeige
Göhren

Die Feuerwehr in Göhren auf der Insel Rügen hat gestern Nachmittag eine 54-jährige Urlauberin aus der Steilküstenwand am Göhrener Höft befreit. Über eine Stunde hatte die Frau aus Bremen — an einen Busch geklammert — ausharren müssen, bevor die Rettungskräfte sie aufspürten und zu ihr vordringen konnten.

Die Spaziergängerin hatte nach Angaben des Göhrener Wehrführers André Hoch zum Abstieg einen mit einem Geländer gesicherten Weg benutzt, diesen allerdings durch Untersteigen der Absperrung offenbar verlassen. „Daraufhin ist die Frau zirka 25 Meter in die Tiefe gerutscht“, sagt André Hoch. „Glücklicherweise hatte sie sich dabei nichts getan, so dass sie per Handy die Polizei informieren konnte.“

Anzeige

Mangels Ortskenntnis sollen die Angaben zur Position der Verunglückten aber nur sehr vage gewesen sein. „Wir wurden vom Polizeipräsidium in Neubrandenburg informiert“, sagt der Schichtleiter der Rettungsleitstelle des Landkreises Vorpommern-Rügen. „Schon über diesen Umweg können Infos zum Aufenthaltsort verlorengehen.“

Die Göhrener Kameraden und Polizeikräfte des Sassnitzer Reviers suchten schließlich eine gute Stunde, bevor sie die 54-Jährige in 15 Metern Höhe in der Steilwand entdeckten. „Zwei Kameraden, die zu der Verunglückten abgeseilt wurden, versahen sie mit einem Gurt, an dem sie dann heraufgezogen werden konnte“, schildert Hoch die Rettungsaktion, die am Ende nicht länger als 15 Minuten dauerte. Die Frau habe unter Schock gestanden, sei aber unverletzt gewesen. „Wir haben sie nach Baabe gebracht, wo sie in einem Hotel wohnt“, berichtet der Wehrführer weiter. „Dort hat sie dann beim Bäcker einen Kaffee getrunken.“

Unfälle an der Steilküste sind selten. In der Rettungsleitstelle spricht man von ein bis drei Fällen pro Jahr. Auch Wehrleiter Hoch meint, dass vor allem an der Bäderküste kaum etwas vorfiele. „Die Hänge haben hier meist ein gewisses Gefälle, sind bewachsen“, sagt Hoch. Ganz im Gegensatz zu den schroffen Wänden im Jasmunder Bereich.

Hier war es im vergangenen Jahr im Juli zu einer dramatischen Rettungsaktion gekommen, als ein 14-jähriger Junge in 50 Metern Höhe am Königsstuhl vor einem Sturz in die Tiefe bewahrt werden musste, nachdem er in die Steilwand geklettert war (die OZ berichtete). Damals war vor allem der Ruf nach Strafen für jene laut geworden, die ihr eigenes und das Leben der Rettungskräfte aufs Spiel setzten.

Auch beim Unfall der Bremerin scheint Unvernunft eine Rolle gespielt zu haben. Laut Wehrführer André Hoch könne man an der Stelle des Unglücks gar nicht abrutschen. „Das passiert nur, wenn man den sicheren Bereich verlässt.“

Für die nächsten Tage sagen Experten viel Regen und Sturm voraus. Die Steilhänge werden zunehmend aufgeweicht, die Unfallgefahr steigt damit weiter.



Jens-Uwe Berndt

Das Landgericht in Schwerin hat die Klage gegen Rechnungshof-Präsident Tilmann Schweisfurth (Foto) wegen Verdachts auf Untreue und Betrug zugelassen, zugleich aber ...

31.03.2015

Die Rentnerin (67) will ihren behinderten Mann in einer neuen Wohnung pflegen, fühlt sich aber von ihrem Vermieter schlecht beraten. Die Gesellschaft reagiert mit böser Post.

31.03.2015

Kein Einzelfall: Immer wieder werden Steine von Brücken auf Fahrzeuge geworfen. Auf der A 19 entgingen zwei junge Leute jetzt nur knapp einer Katastrophe.

31.03.2015