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MV aktuell Einheitliche Sommerferien: Wird der Urlaub dann richtig teuer?
Nachrichten MV aktuell Einheitliche Sommerferien: Wird der Urlaub dann richtig teuer?
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21:19 17.10.2019
In MV starten die Sommerferien 2020 bereits am 22. Juni. Damit fällt das laufende Schuljahr kürzer aus als üblich. Quelle: Marijan Murat/dpa
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Schwerin

Neue Debatte um die Sommerferien in Deutschland: Nach einem Vorstoß von Hamburg und Berlin, den Zeitraum der Sommerferien bundesweit kürzer und weitgehend einheitlich zu gestalten, will sich die Landesregierung in MV zunächst neutral verhalten und die politische Entwicklung abwarten. Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) betonte aber gegenüber der OZ: „Für ein Tourismusland wie Mecklenburg-Vorpommern ist eine Verkürzung der Sommerferienzeit nicht unproblematisch.“

Die beiden Stadtstaaten fordern indes völlig neue Regeln bei der Vergabe der Ferienkorridore an die einzelnen Bundesländer. Ziel sei es, die freien Tage künftig zeitlich weniger zu strecken. Generell sollen die Sommerferien demnach frühestens am 1. Juli und nicht schon im Juni beginnen, die Termine der Länder enger zusammenrücken und die jährlichen Verschiebungen möglichst gering ausfallen. Auch Niedersachsen unterstützt die Initiative.

Kürzere Ferienzeit, teurerer Urlaub?

Mit dieser Neuregelung solle „mehr Kontinuität“ im Schuljahresablauf erreicht werden, begründete Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres die Pläne. „Vor allem Sprünge von einem späten auf einen frühen Ferientermin führen zu einer Verkürzung der Schuljahre.“ Beispiel MV: Hier starten die Sommerferien 2020 bereits am 22. Juni. Damit fällt das laufende Schuljahr kürzer aus als üblich. Dieses rollierende System steht seit Langem in der Kritik, weil damit insbesondere im letzten Schuljahr die Vorbereitungszeit für die Abschlussprüfungen unterschiedlich lang ist, das Abitur aber beispielsweise bundesweit vergleichbar sein soll.

Auch Martin bezeichnete den Wechsel des Ferienbeginns von ganz früh auf ganz spät als ungünstig. „Die Termine stehen allerdings mehrere Jahre im Voraus fest, so dass die Schulen und die Schüler sich langfristig darauf vorbereiten können.“

Die Bildungsminister der Länder sind am Donnerstag zur Kultusministerkonferenz (KMK) in Berlin zusammengekommen und haben am Nachmittag über den Vorschlag beraten. Eine endgültige Entscheidung solle es aber erst im Herbst 2020 geben, sagte KMK-Sprecher Torsten Heil.

Tourismusverband rechnet mit mehr Staus

Ablehnung kommt aus der Tourismusbranche: Das Thema sei zu komplex, um es ausschließlich mit bildungspolitischen Argumenten zu begründen, sagte der Sprecher des Landestourismusverbandes, Tobias Woitendorf. Derzeit erstrecken sich die Sommerferien bundesweit über einen Zeitraum von etwa 85 Tagen, die von Berlin und Hamburg vorgeschlagene Verengung würde ein Minus von gut 15 Tagen bedeuten. Woitendorf: „Eine Verknappung des Zeitraums würde dazu führen, dass der Urlaub für Familien teurer wird.“ Zudem würde im Sommer eine noch angespanntere Lage auf den Straßen entstehen. Besonders die Ostseeinseln Rügen und Usedom sowie das A-20-Loch bei Tribseessind während der Sommerferien bereits jetzt regelrechte Staufallen.

Auch die Grünen im Land warnen hinsichtlich höherer Urlaubspreise infolge einer verstärkten Nachfrage während eines kürzeren Zeitraums davor, den Ferienkorridor zu verkleinern. „Wir plädieren aber für die Abschaffung des rollierenden Systems und feste Ferienzeiten in jedem Bundesland. Das gibt Planungssicherheit, verhindert extrem kurze Schuljahre durch den Wechsel der Ferienzeiten“, sagte die Grünen-Bildungsexpertin und Landesvorsitzende Ulrike Berger.

Die Fraktionsvorsitzende der Linken im Landtag, Simone Oldenburg, kritisierte ebenfalls, dass der Urlaub damit „für Familien zum Luxusgut wird“. Sie schlägt zudem vor, „die Herbstferien auf zwei Wochen zu verlängern, um Eltern, die im Tourismus arbeiten, die Chance zu geben, mit ihren Kindern gemeinsam Ferien zu machen“.

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