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MV aktuell Einsicht in Stasi-Akten: 5100 Anträge in MV
Nachrichten MV aktuell Einsicht in Stasi-Akten: 5100 Anträge in MV
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10:08 23.12.2018
Falko Schulz von der Außenstelle Erfurt des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR steht in einem Archivraum. Quelle: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa
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Rostock

In diesem Jahr wurden bis Ende November rund 42 700 Anträge auf Einsicht von Stasi-Papieren gestellt. Das sagte der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn.

Im gesamten vergangenen Jahr waren es knapp 49 000 Gesuche. Obwohl die Zahlen langfristig zurückgehen, ist das Interesse weit höher als noch in den 90er Jahren erwartet. Seit dem Bestehen der Behörde wurde rund 3,2 Millionen Mal beantragt, in Unterlagen zu schauen, die die Stasi heimlich und menschenrechtswidrig über Menschen anlegte.

Die meisten Anträge wurden in Berlin gestellt (rund 13 400), gefolgt von Sachsen (knapp 10 200). In Thüringen wurden rund 6500 Anträge registriert, in Sachsen-Anhalt waren es rund 5400, in Mecklenburg-Vorpommern rund 5100. Die wenigsten Anträge gingen in Brandenburg (rund 2050) ein.

Nach Angaben der Behörde werden im Dezember erfahrungsgemäß nicht mehr sehr viele Anträge gestellt. Die Zahlen für das gesamte Jahr 2018 dürften sich deshalb nicht wesentlich erhöhen.

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Manche lassen sich Zeit

Zu beobachten sei weiter, dass manche Menschen erst als Rentner in die Vergangenheit blicken wollen und erst dann Akteneinsicht beantragen, sagte Jahn. Häufig frage nun auch die „Enkelgeneration“ nach dem Leben gestorbener Familienangehöriger, so der frühere DDR-Oppositionelle. 25 000 Anträge wurden in diesem Jahr zum ersten Mal gestellt. Rund eine Million Bürger beantragte bereits mehrmals Akteneinsicht.

Seit 1992 gibt es die Möglichkeit zur persönlichen Einsicht in Unterlagen, die die Stasi über Menschen ohne deren Wissen geführt hat. Als erste konnten DDR-Bürgerrechtler wie Bärbel Bohley in der neu gegründeten Stasi-Unterlagen-Behörde in solchen Papieren lesen. 1992 wurden laut Behörde in Ostdeutschland fast 522 000 Anträge auf Akteneinsicht gestellt.

„Das Archiv wird dauerhaft zur Verfügung stehen“

Im ersten Halbjahr 2019 werde er dem Bundestag ein gemeinsames Konzept von Stasi-Unterlagen-Behörde und Bundesarchiv zur Überführung der Stasi-Unterlagen in das Bundesarchiv vorlegen, kündigte Jahn an. Kernpunkt sei, das Archiv mit der Hinterlassenschaft der DDR-Geheimpolizei weiterin offen zu halten.

„Das Archiv wird dauerhaft zur Verfügung stehen, der Service für die Bürger wird nicht eingeschränkt“, betonte der 65-Jährige. „Es soll nichts schlechter werden. Wir wollen Kompetenz und Technik bündeln.“ Das Archiv mit den Stasi-Papieren werde unter dem Dach des Bundesarchivs eigenständig sichtbar sein, so Jahn.

Unterlagen sollen digitalisiert werden

In den ostdeutschen Außenstellen der Behörde gebe es einen enormen Sanierungsbedarf, so Jahn. Die Papiere könnten nicht sachgerecht gelagert werden. Zudem sollen laut Jahn die Unterlagen digitalisiert werden – für eine bessere Nutzung und zur Sicherung vor Zerfall. Derzeit werde geprüft, wie Standorte zusammengelegt und investiert werden könne. Pro Bundesland solle es einen Archivstandort geben.

Künftig setzte die Bundesbehörde ihren Forschungsschwerpunkt auf das Archiv, unterstrich Jahn. Das riesige Archiv mit den hinterlassenen Stasi-Akten und Karteikarten umfassender ergründet werden, zum Beispiel durch mehr Quellenstudien und Editionen. „Das hat Dienstleistungscharakter für die Forschung“, sagte der Bundesbeauftragte.

Eine Expertenkommission hatte empfohlen, die Stasi-Akten bis 2021 ins Bundesarchiv zu überführen, eine Stiftung einzurichten und die frühere Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg zum „Ort der Aufklärung über Diktatur und Widerstand“ weiterzuentwickeln. Doch Opferverbände befürchteten eine Abwicklung der Behörde. Der Bundesbeauftragte war dann beauftragt worden, gemeinsam mit dem Bundesarchiv Vorschläge zu erarbeiten. Über Veränderungen muss der Bundestag entscheiden.

RND/dpa

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