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MV aktuell Winfried M. (59) aus Grevesmühlen starb bei einem Rettungsversuch
Nachrichten MV aktuell Winfried M. (59) aus Grevesmühlen starb bei einem Rettungsversuch
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08:41 14.03.2019
Auf der Autobahn 1 bei Elsdorf (Landkreis Rotenburg/Wümme) in Niedersachsen ist am Montagmorgen ein Ersthelfer aus Grevesmühlen ums Leben gekommen. Quelle: GVM
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Upahl

Er wollte Leben retten, nun ist er selbst tot: In Nordwestmecklenburg trauern Angehörige, Freunde und Kollegen um Lastwagenfahrer Winfried M. (59). Beim Versuch, einem Unfallopfer auf der A1 zwischen Hamburg und Bremen zu helfen, wurde der Mann aus Grevesmühlen am Montag überfahren und tödlich verletzt. Er war für seinen Arbeitgeber, die Molkerei Upahl, unterwegs gewesen, als er die Unfallstelle passierte.

Kollegen in Grevesmühlen schockiert

Am Donnerstag wird es nun eine Schweigeminute für den Fahrer geben, heißt es aus dem Unternehmen. Er sei „schockiert“ über den tödlichen Unfall, sagt Winfried M.s Kollege Klaus Bertram. „Wenn es einen Kollegen trifft, ist es natürlich besonders hart.“

Montag gegen 2 Uhr war ein 24-Jähriger mit seinem Geländewagen bei Regen ins Schleudern geraten und mit der Mittelleitplanke kollidiert. Das Auto schleuderte daraufhin quer über die Fahrbahn, kippte auf die Beifahrerseite und blieb auf der Überholspur liegen.

Pkw aus Dänemark fuhr in die Unfallstelle

Der Grevesmühlener hielt mit seinem Sattelzug an der Unfallstelle auf dem rechten Seitenstreifen und wollte dem Mann zur Hilfe eilen. Ein Pkw aus Dänemark fuhr daraufhin in die Unfallstelle. Der Grevesmühlener wurde dabei tödlich verletzt. Sowohl die Fahrzeuginsassen des aufgefahrenen Opels, der 51-jährige Fahrzeugführer und seine Ehefrau (50) als auch der 24-Jährige erlitten schwere Verletzungen und wurden in Krankenhäuser eingeliefert, erklärt Christoph Steinke von der Polizeiinspektion Rotenburg (Niedersachsen). Unklar ist, ob der getötete Winfried M. dem 24-Jährigen noch helfen konnte - er konnte noch nicht vernommen werden. Die Autobahn 1 Richtung Bremen war bis 8 Uhr gesperrt.

Ersthelfer häufig Unfallopfer

Ersthelfer werden immer wieder Opfer von Unfällen, erklärt Hans Pieper vom Automobilclub ADAC Hansa. Retter sollten sich gerade auf Autobahnen der großen Gefahr bewusst sein und zunächst „immer die Warnblinkanlage einschalten und das eigene Fahrzeug in sicherer Entfernung zur Unfallstelle auf dem Standstreifen“ abstellen.

Wichtig sei, die Warnweste anzuziehen, Mitfahrer sollten auf der verkehrsabgewandten Seite aussteigen. Dann: die Unfallstelle mit einem Warndreieck sichern, so Pieper. Dazu möglichst hinter der Leitplanke oder am äußersten Straßenrand mit aufgeklapptem Warndreieck dem nachfolgenden Verkehr entgegengehen.

Das Warndreieck sollte auf Landstraßen mindestens 100 Meter, auf Autobahnen mindestens 150 Meter entfernt auf dem Standstreifen aufgestellt werden. Per Handzeichen sollten Nachfolger aufgefordert werden, langsam zu fahren, erklärt Pieper. „Dann telefonisch Hilfe rufen.“ Wichtig: Möglichst genaue Angaben machen zu Ort und Straße und auf Autobahnen die Fahrtrichtung sowie den Standort sowie die zuletzt bemerkte Anschlussstelle. „Erst dann erste Hilfe leisten!“

Winfried M. hielt sich an alle Vorschriften

Tiefe Trauer herrscht derweil in Grevesmühlen und bei den Kollegen von Winfried M. Vor allem die Tatsache, dass der Familienvater ums Leben gekommen ist, weil er anderen Unfallopfern helfen wollte, sorgt für Betroffenheit.

Der 59-Jährige hatte sich nach bisherigen Erkenntnissen an alle Vorschriften gehalten. Den genauen Unfallhergang ermitteln nun Experten. Fest steht bislang nur, dass der nachfolgende Pkw offenbar mit hoher Geschwindigkeit in die Unfallstelle gekracht war.

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Nach Tod von Ersthelfer: Das sagen Freunde aus Grevesmühlen

Kommentar: Retter müssen auch an sich denken

M. Prochnow / T. Luczak

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