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MV aktuell Sprachnachricht kursiert unter Schülern: Schwere Vorwürfe gegen den Bademeister
Nachrichten MV aktuell Sprachnachricht kursiert unter Schülern: Schwere Vorwürfe gegen den Bademeister
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19:27 04.06.2019
Einen Tag nach dem tragischen Badeunglück bleibt der Tessiner Südsee geschlossen.   Quelle: Doris Deutsch
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Tessin

Nach dem tragischen Tod eines zehnjährigen Mädchens im Freibad „Tessiner Südsee“ steht der Ort bei Rostock unter Schock. Unter Schülern und Eltern in der Region macht am Dienstag die Sprachnachricht eines Mädchens, das offenbar Zeugin des Unfalls wurde, die Runde. Darin erhebt sie schwere Vorwürfe gegen den Bademeister.

Das Kind schildert darin, wie ihre Mitschülerin Lina noch hinter ihr schwamm, als sie auf dem Weg zu einer Sprung-Insel waren, die im Schwimmerbereich liegt. Sie spricht davon, dass die Zehnjährige bereits seltsam atmete und sie noch zu ihr zurückgeschwommen sei, um zu fragen, ob alles gut sei. Lina habe ihr aber zu verstehen gegeben, dass sie schon vorweg schwimmen solle. Als sie Lina etwas später nicht mehr sahen, hätten die Mitschüler besorgt dem Bademeister Bescheid gegeben.

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Am Montag ist ein Mädchen im Tessiner Südsee ertrunken. Die ganze Stadt ist betroffen und zeigt ihre Anteilnahme mit Rosen am Unglücksort.

Bürgermeisterin: „Rettungskette hat gut funktioniert“

Er hätte zunächst jedoch nicht reagiert, sie sollten erst mal bei den Toiletten nachschauen und suchen, hieß es. Erst nach mehrmaliger Aufforderung habe er sich zum Wasser begeben. „Wir nehmen das ernst und werden das natürlich prüfen“, kündigt die Tessiner Bürgermeisterin Susanne Dräger an.

Zum Zeitpunkt des tragischen Badeunfalls waren nach Auskunft der Belegschaft noch etwa 80 Gäste am See. Der Rettungsschwimmer sei darauf hingewiesen worden, das Hilfe benötigt würde, bestätigt Tom Heller, Leiter der Freizeiteinrichtungen. Daraufhin habe er das leblose Kind aus dem Wasser geborgen und sofort mit der Reanimation begonnen. Notarzt und Rettungssanitäter wurden verständigt und waren sehr schnell zur Stelle. „Wir haben unser Möglichstes getan, die Rettungskette hat gut funktioniert“, betont Bürgermeisterin Dräger, die selbst gleich zum Unglücksort geeilt war. Die Besucher wurden gebeten das Gelände des Südsees zu verlassen.

Polizei: Alle Umstände werden geprüft

Bei der zuständigen Rostocker Polizei ist die Sprachnachricht des Mädchens inzwischen ebenfalls angekommen. „Die Nachricht ist uns bekannt. Alle Umstände werden geprüft, die zum tragischen Unfall geführt haben“, sagt Sprecherin Dörte Lembke. Näheres gibt sie nicht preis. Lembke verweist darauf, dass es sich um ein laufendes, in solchen Fällen übliches Todesermittlungsverfahren – also kein Strafverfahren – handele. Die Staatsanwaltschaft Rostock habe unterdessen eine Obduktion der Leiche beim Amtsgericht beantragt, teilt Sprecher Harald Nowack mit.

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vw