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MV aktuell Es wird bitterkalt: Später Winter lässt uns frieren
Nachrichten MV aktuell Es wird bitterkalt: Später Winter lässt uns frieren
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06:01 23.02.2018
Gefühlte Temperaturen unter minus 15 Grad werden am Wochenende in MV erwartet. (Symbolfoto) Quelle: Stefan Sauer / dpa
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Rostock/Potsdam

Von wegen Frühling: Der meteorologische Winter verabschiedet sich in den nächsten Tagen mit eisigen Temperaturen und schneidendem Wind. Die gefühlten Temperaturen in MV können stellenweise auf unter minus 15 Grad fallen. Da heißt es: warm einpacken und Vorsorge treffen.

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Ab -5°C wird auf den Autobahnen in MV ein neues Verfahren im Winterdienst eingesetzt: Statt Salz zu streuen, versprühen die Fahrzeuge eine Salzsole. Laut Verkehrsministerium kam es bereits zu Irritationen, weil Autofahrer dachten, es würde Wasser verspritzt. Mitarbeiter seien sogar bedroht worden.

„Freitagnacht kommt reichlich Kaltluft aus dem Nordosten über die Ostsee“, kündigt der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Potsdam an. Ab Samstag herrsche Dauerfrost, zunächst in Vorpommern, später im ganzen Land. In der Nacht zu Sonntag wird es dann richtig kalt: „Verbreitet fallen die Temperaturen auf minus 8 Grad, im südlichen Vorpommern auf minus 10“, sagt ein Meteorologe. Dazu weht ein knackiger Wind, der dafür sorgt, dass die Werte als deutlich kälter empfunden werden. Nur an der Küste bleibt es durch den Einfluss der plus zwei bis plus 3 Grad „warmen“ Ostsee etwas milder. „Im Laufe der nächsten Woche kann es noch kälter werden“, so die DWD-Prognose. Es kann auch ab und zu schneien.

Frühjahrsmode liegt schon in Regalen

Wer also schon aufs Frühjahr eingestellt ist, muss noch mal umdenken. Beispiel Kleidung: In den Regalen liegt schon die Frühjahrsmode. Daneben findet sich aber auch noch Warmes, verspricht Ute Kohlen, Abteilungsleiterin bei Galeria Kaufhof in Rostock: „Ein bisschen ist noch da.“ Der inoffizielle Winterschlussverkauf lief schleppend, so dass noch Mützen, Anoraks und warme Pullover zu haben sind. Und das Gute ist: Sie sind schon reduziert und bleiben es auch.

So mancher Kleingärtner hat schon seine Stauden zurückgeschnitten. Hier droht durch Kälte und Wind Gefahr, warnt Thomas Heinemann, Geschäftsführer des Rostocker Gartenmarkts Grönfingers. „Die Stauden sollten abgedeckt werden, da der Frost sonst in die Schnittstellen ziehen kann.“ Für immergrüne Gehölze wie Kirschlorbeer oder Rhododendron sei vor allem der Wind ein Risiko: „Sie können austrocknen. Wenn jetzt der Boden noch nicht gefroren ist, sollte man sie noch einmal wässern“, rät Heinemann.

Auch in nicht bewohnten Räumen heizen

Kälte ist auch eine Gefahr für Rohrleitungen. Thorsten Rabe, technischer Berater beim Fachverband Sanitär, Heizung und Klimatechnik MV, hat einen einfachen Tipp: „Der beste Frostschutz ist Heizen.“ Viele Hausbesitzer sparen nämlich laut Rabe am falschen Ende und heizen nur bewohnte Räume – und auch nur dann, wenn sie zu Hause sind. In Ferienhäusern und Gartenlauben sollten das Wasser abgedreht und die Leitungen entleert werden.

Nicht nur Menschen werden in den nächsten Tagen frieren. Im Rostocker Zoo dürfen Zebras oder Watussi-Rinder nur noch eingeschränkt ins Freie. Wenn der Teich der Wasservögel zufriert, müssen auch sie rein. Allerdings nicht wegen der Kälte, sondern weil sie dann nicht mehr vor dem Fuchs ins Wasser fliehen können.

Axel Büssem