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MV aktuell Ex-Bundespräsident Gauck: Ostdeutsche können Populisten zurückdrängen
Nachrichten MV aktuell Ex-Bundespräsident Gauck: Ostdeutsche können Populisten zurückdrängen
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21:33 22.10.2019
Der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck zu Gast in Waren: „Das Allerwichtigste in Zeiten der Verunsicherung ist, nicht ängstlich zu den Populisten zu schielen.“ Quelle: Patrick Seeger/dpa
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Waren

„Wessis sind nicht charakterlich besser als Ossis“, sagte Gauck am Dienstag beim 20-jährigen Jubiläum der Regionalen Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie (RAA) Mecklenburg-Vorpommern in Waren an der Müritz. Doch im Westen hätten die Menschen deutlich länger Zeit gehabt, Eigenverantwortung und demokratische Spielregeln zu lernen. Trotzdem würden auch die Ostdeutschen den Populismus zurückdrängen, zeigte sich Gauck optimistisch.

„In uns schlummern Möglichkeiten, die alles Destruktive überwinden können“, erklärte der ehemalige Rostocker Pastor vor rund 100 Gästen. Als Beispiel nannte Gauck die friedliche Revolution und die große Aufbauleistung seit 1989, deren Veränderungen er hautnah mitverfolgt habe. All das habe man im Osten mit im Verhältnis zum Westen deutlich weniger aktiven Bürgern geschafft.

„Nicht ängstlich zu den Populisten schielen“

„Das Allerwichtigste in Zeiten der Verunsicherung ist, nicht ängstlich zu den Populisten zu schielen“, sagte der Ex-Bundespräsident mit Blick auf die AfD, ohne die Partei zu nennen. Deren Slogans wie „Vollende die Wende“ - wie in Brandenburg - nannte Gauck „Schwachsinn“. Aktive Demokratieverfechter, wie die RAA, seien enorm wichtig und müssten Menschen animieren, die Populisten zu stellen und immer mit Argumenten zu konfrontieren. „Wir sollten nicht in die Klagelieder der Verzagten einstimmen“, erklärte das ehemalige Staatsoberhaupt, Deutschland brauche „Ermutiger.“

Die RAA M-V hat 40 Mitarbeitern und wird zu den erfahrensten Demokratievermittlern im Osten Deutschlands gezählt. Sie betreibt mit Hilfe von Stiftungen, Bund und Ländern Regionalzentren für demokratische Kultur und gegen Extremismus in Anklam in Vorpommern und im westmecklenburgischen Ludwigslust, ein Projektbüro zum Zusammenleben von Polen und Deutschen in Löcknitz, ein Geschichtsprojekt in Neubrandenburg und eine Medienwerkstatt in Waren.

Erinnerung an Wendeherbst 1989 - Ex-Bundespräsident Gauck in Schwerin

Mit einem Gottesdienst im Dom und einer Demonstration auf dem benachbarten Markt wird am Mittwoch in Schwerin (18.00 Uhr) an die friedliche Revolution vor 30 Jahren erinnert. Als Festredner wird der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck erwartet.

Anlass ist die erste Schweriner Montagsdemonstration, zu der sich am 23. Oktober 1989 Tausende Menschen in der damaligen Bezirksstadt versammelt hatten, um ihren Forderungen nach politischen Veränderungen Nachdruck zu verleihen. Mit Kerzen und Transparenten setzten sie damals ein Zeichen für Demokratie und Freiheit und wurden so Teil einer DDR-weiten Bewegung, die das SED-Regime schließlich zum Einsturz brachte.

Zu den Initiatoren der Gedenkveranstaltung gehören damalige Demonstrationsteilnehmer in Kooperation mit der Domgemeinde und dem Mecklenburgischen Staatstheater. Gauck war seinerzeit als Pfarrer in Rostock an den Demonstrationen beteiligt.

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Von RND/dpa

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