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MV aktuell Erwin Sellering sagt tschüss
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12:41 18.10.2019
Stehende Ovationen im Landtag: Erwin Sellering (SPD, 70) hatte am Freitag seinen letzten Arbeitstag in der Landespolitik. Quelle: CORNELIUS KETTLER
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Schwerin

Gerührt sitzt Erwin Sellering an seinem Tisch in der letzten Reihe der SPD-Fraktion im Landtag. Auf dem Tisch türmen sich Blumen und Geschenke. Der frühere Ministerpräsident hat am Freitag, an seinem 70. Geburtstag, seinen letzten Tag als Politiker gearbeitet. Er ziehe sich zurück, um sich mehr der Familie und seinem kleinen Sohn widmen zu können.

Weiter Arbeit im Ehrenamt

Stehende Ovationen erhält Sellering im Landtag. „Ein Ära geht zu Ende“, würdigt Landtagspräsidentin Birgit Hesse (SPD). Eigentlich wollte der 70-Jährige, der seit 17 Jahren im Landtag saß, noch eine kurze Rede halten. Dann lässt er es doch. Zu viel des Rummels.

„Ich finde, das ist ein passender Moment, um zu sagen: Jetzt ist die Zeit gekommen, endgültig Abschied zu nehmen von der aktiven Politik“, hatte Sellering jüngst gesagt. Er will aber weiter ehrenamtlich für Mecklenburg-Vorpommern aktiv sein, etwa als Präsident des von ihm mitgegründeten Vereins „Deutsch-Russische Partnerschaft“ und im Aufsichtsrat der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern.

Justizminister, Sozialminister, Regierungschef

Sellering kam 1994 mit Familie nach MV. Als Richter heuerte der Westfale in Greifswald an. Schnell brachte er es zu Meriten in der SPD. Im Jahre 2000 wurde er Justizminister, 2002 zog er dann in den Landtag ein. 2006 machte ihn der frühere Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD) zum Sozialminister. Zwei Jahre später übernahm Sellering dann selbst den Job des Regierungschefs. Im Frühjahr 2017 zwang ihn eine Krebserkrankung zum Rückzug als Ministerpräsident und SPD-Landeschef. Sein Mandat im Landtag behielt er – bis jetzt. Nun folgt ihm hier Thomas Würdisch aus Stralsund nach.

17 Jahre lang saß Erwin Sellering im Landtag, sechs Jahre war er Justiz-, zwei Jahre Sozialminister, achteinhalb Jahre führte er als Ministerpräsident die Landesregierung an. Jetzt hört er auch im Landtag auf.

Sellering gilt als Ziehvater zweier Ausnahmetalente in der SPD. Manuela Schwesig, die er einst zur Sozialministerin machte, folgte ihm an der Regierungsspitze. Während mancher in der Partei Schwesigs Machtinstinkt kritisiert, sagte Sellering im Vorjahr: „Sie hat meine Erwartungen sogar übertroffen.“ Im Streit mit Schwesig ging Ex-Finanzminister Matthias Brodkorb (SPD), der andere Sellering-Geförderte, (SPD) im Frühjahr aus der Regierung. Zu klug fürs Kabinett Schwesig, witzelte man beim der Koalitionspartner CDU. Das finde er schade, sagte Sellering damals, mischte sich aber nicht ein.

Sellering lehnte das Pauschalurteil zum „UnrechtsstaatDDR ab

In Erinnerung bleiben werde er den Menschen als Landesvater der Nähe und deutlichen Worte, sagt Hesse. Wohl auch als der Ministerpräsident mit westdeutscher Herkunft, der den Begriff „Unrechtsstaat“ in Bezug auf die DDR ablehnte – und vor neun Jahren damit eine bundesweite Debatte entfachte. Sellering sagte damals: „Wenn das der totale Unrechtsstaat gewesen wäre, hätte man keinen einzigen Richter übernehmen dürfen. Es sind auch in der DDR gerechte Urteile gefällt worden.“

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Von Frank Pubantz

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