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MV aktuell Der enterbte Schwiegersohn
Nachrichten MV aktuell Der enterbte Schwiegersohn
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05:00 24.04.2019
Gefragte Gesprächspartner in Rostock: AOK-Sprecher Markus Juhls (v. l.), die Rostocker Pflegeberaterinnen Petra Wilhelms und Astrid Klinzing, der Geschäftsführer der Notarkammer MV, Dr. Niclot von Stralendorff, und Notarin Petra Klopsch Quelle: OVE ARSCHOLL
Rostock

Die Themen „Erben und vererben sowie Pflege von Angehörigen“ beschäftigen viele OZ-Leser sehr intensiv. Das wurde auch bei den Ratgeber-Foren in der vergangenen Woche in Rostock und Greifswald deutlich. Die Infoveranstaltungen führte die OSTSEE-ZEITUNG gemeinsam mit der Notarkammer MV, den Pflegestützpunkten des Landes, der AOK Nordost und der Verbraucherzentrale MV durch. Insgesamt rund 150 Leser nutzten die Chance, sich bei den Pflege-Profis, Notaren und Verbraucherschützern zu informieren. Hier einige wichtige Fragen und Antworten.

Ich will nicht, dass mein Schwiegersohn, falls meine Tochter vor ihm stirbt, mein Vermögen erhält. Wie verhindere ich, dass er gegen meinen Willen begünstigt wird?

Durch eine Testamentsgestaltung können Sie erreichen, dass Ihr Schwiegersohn leer ausgeht: Sie setzen Ihre Tochter als Vorerbin ein und bestimmen Ihre Enkelkinder zu Nacherben nach dem Tod der Mutter. Die Folge: Ihre Tochter verwaltet das Erbe gewissermaßen für die eigenen Kinder. Sie können im Testament Ihre Tochter in der Verwaltung und Verwertung des von Ihnen geerbten Vermögens einschränken und zum Beispiel festlegen, dass sie Mieteinnahmen aus einem Haus bekommen soll, das Haus aber nicht verkaufen oder belasten darf. Wenn Ihre Tochter stirbt, geht das Vermögen, das sie von Ihnen geerbt hat, auf Ihre Enkel als Nacherben über.

Gilt nur das letzte Testament?

Das jüngere widerruft zwar das ältere Testament, aber nur in dem Umfang, in dem es mit dem älteren Dokument in Widerspruch steht. Liegt kein Widerspruch zwischen den Testamenten vor, gelten die Testamente weiter. Es ist denkbar, dass zehn Testamente nebeneinander gelten, obwohl sie zu unterschiedlichen Zeitpunkten errichtet wurden. Übrigens sind alle Testamente, die gefunden werden, beim Nachlassgericht abzuliefern!

Was ist ein „Berliner Testament“?

Beim „Berliner Testament“ setzen sich Eheleute zunächst gegenseitig zum Alleinerben ein. Das heißt, beim Tode des Erstversterbenden erbt allein der Witwer bzw. die Witwe. Die Kinder der Eheleute werden zu Schlusserben eingesetzt. Sie erben erst, wenn beide Eltern verstorben sind. Ein Berliner Testament kann man beim Notar – etwa in der Form eines Erbvertrages – beurkunden lassen. Viele Eheleute begnügen sich mit einem handschriftlich aufgesetzten gemeinschaftlichen Testament. Fehlt fachkundige Beratung, riskieren sie Fehler. Diese können bewirken, dass der überlebende Ehegatte nach dem Tod des Erstversterbenden die Schlusserbfolge nicht mehr abändern kann.

Meine Freundin möchte ich als Erbin einsetzen. Sie soll eine Erbschaftsteuer von 30 Prozent zahlen. Für welchen Betrag ist diese fällig?

Grundsätzlich wird der Steuerfreibetrag vom Nachlass abgezogen. Er beträgt bei der Freundin, die nicht mit Ihnen verwandt ist, 20 000 Euro. Der übrig bleibende Betrag wird für die besagte Erbschaftsteuer als Ansatz genommen.

Ich bin 85 Jahre alt, habe eine Lebensgefährtin, einen Sohn und eine Tochter. Mit letzterer besteht kein Kontakt. Muss ich ihren Pflichtteilsanspruch im Testament erwähnen?

Der Pflichtteilsanspruch der Tochter entsteht automatisch dadurch, dass sie als Erblasser die Lebensgefährtin und den Sohn als Erben einsetzen. Daher muss auf den Pflichtteilsanspruch nicht eingegangen werden. Zu beachten ist, dass der Erbschaftsteuerfreibetrag der Lebensgefährtin nur 20 000 Euro beträgt.

Mein verstorbener Mann hatte eine außereheliche Tochter, die wir großgezogen haben. Zudem haben wir ein gemeinsames Kind. Hat die außereheliche Tochter Anspruch auf das Erbe nach meinem Tod?

Grundsätzlich hat das „fremde“ Kind weder einen Anspruch auf das Erbe noch auf den Pflichtteil. Anders ist die Situation, wenn es durch Verfügung von Todes wegen besonders bedacht ist oder wenn es adoptiert wurde.

Was ist ein Vermächtnis?

Im Zuge des Vermächtnisses kann der Erblasser in seinem Testament einen Teil seines Vermögens einer Person oder Organisation zuwenden. Dieser Vermögensteil kann ein einzelner Vermögenswert aus dem Nachlass, zum Beispiel eine Wohnung, ein Grundstück, eine Kunstsammlung, ein Geldbetrag oder ein Sparkonto sein. Es kann sich auch um ein Nutzungsrecht, zum Beispiel einen lebenslangen Nießbrauch an einem Haus, handeln. Der Vermächtnisnehmer muss seinen Anspruch gegenüber dem/den Erben geltend machen. Der Erbe ist per Testament verpflichtet, das Vermächtnis zu erfüllen.

Mit meinem Lebensgefährten habe ich ein „Berliner Testament“ errichtet. Nun haben wir geheiratet. Ist das Testament noch wirksam?

Wenn es ein „Berliner Testament“ ist, dann dürfte es von Anfang an mit Problemen behaftet sein. Denn ein gemeinschaftliches Testament kann grundsätzlich nur durch Ehegatten errichtet werden. Für die Verfügungen von Todes wegen, welche Sie damals errichtet haben, besteht die Gefahr, dass sie unwirksam sind oder deren Inhalt erst durch Auslegung zu ermitteln ist. Es empfiehlt sich, ein neues Testament zu errichten und den aktuellen Bedürfnissen anzupassen.

Volker Penne

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