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MV aktuell Fahrschulen in MV wieder im Kommen: Verband fordert jetzt höhere Preise
Nachrichten MV aktuell Fahrschulen in MV wieder im Kommen: Verband fordert jetzt höhere Preise
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08:21 13.08.2019
Fahrlehrer Helmut Bode erklärt Finn Losand (18), worauf es beim Führerschein ankommt. Quelle: Martin Börner
Rostock

Fahrschulen in MV geben wieder ordentlich Gas: Immer mehr Menschen im Land machen den Führerschein. Nachdem der Trend lange rückläufig war, steigt die Zahl der ausgestellten Führerscheine seit einigen Jahren wieder kräftig.

2013 waren es noch 18 476, im Jahr 2018 schon wieder 21 627, wie der Fahrlehrerverband MV mitteilt. Das entspricht einem Anstieg um 17 Prozent. Das Problem: Es gibt zu wenig Fahrlehrer. Das führt in einigen Regionen bereits zu Engpässen und Wartezeiten auf einen Platz in der Fahrschule, sagt der Verbandsvorsitzende Helmut Bode.

„Das wird sich in den nächsten Jahren noch fortsetzen: Viele Fahrlehrer sind um die 60 Jahre alt und scheiden bald aus“, sagt Bode. Ein Grund für den Mangel seien die lange schlechten Verdienstmöglichkeiten in dem Job. „Vor fünf bis sechs Jahren lag das Einkommen oft auf Mindestlohnniveau.“ Inzwischen werde jedoch gegengesteuert: „Heute verdient ein Fahrlehrer meist 2500 bis 3000 Euro im Monat“, so Bode. Die gestiegene Attraktivität mache sich auch in den steigenden Ausbildungszahlen bemerkbar: „Vor einigen Jahren hatten wir pro Kurs fünf bis sechs Teilnehmer an den Fahrlehrerkursen, für dieses Jahr haben sich bereits 20 angemeldet.“

Ruinöser Preiskampf

Ein Grund für die lange schlechte Bezahlung sei der teils ruinöse Preiskampf. „Manche Fahrschulen bieten die Fahrstunde immer noch für unter 30 Euro an“, klagt Bode. „Da bleibt für den Fahrlehrer nicht viel übrig.“ Hinzu kämen weitere Kosten wie die gestiegenen Spritpreise und für neue Autos, die alle drei Jahre neu angeschafft werden müssen. „Wir wünschen uns Preise zwischen 38 und 42 Euro pro Stunde, dazu zehn Euro Aufschlag für Sonderfahrten wie Nacht- und Autobahnfahrten“, erklärt Bode.

Immerhin habe der Fahrlehrerverband erfolgreich gegen Dumpingpreise von unter 1000 Euro für einen Führerschein gekämpft. „So genannte Führerschein-Flatrates sind unzulässig, wenn wir so etwas mitbekommen, gehen wir dagegen vor.“ So habe der Verband vor einigen Jahren vor Gericht eine einstweilige Verfügung gegen eine Fahrschule im Kreis Ludwigslust-Parchim erstritten.

Viele fahren mit dem Auto zur Arbeit

Dass die Nachfrage nach dem Führerschein wieder steigt, liegt laut Bode unter anderem an der guten Arbeitsmarktsituation. Heute müssten wieder mehr Menschen mit dem Auto zur Arbeit fahren. „In der Fläche kommt man ohne Führerschein nicht weg.“ Auch der Abbau des öffentlichen Nahverkehrs lasse viele auf das Auto umsteigen.

Allerdings habe sich das Einstiegsalter etwas verschoben: „Die 18-Jährigen sind heute eher in sozialen Medien als auf den Straßen unterwegs“, meint Bode. „Viele junge Leute machen heute erst mit 20 oder 22 den Führerschein, wenn sie ihre Ausbildung abgeschlossen oder im Studium ihr erstes Praktikum an einem anderen Ort machen müssen.“

Automatik verhindert Elektro

Dem gestiegenen Umweltbewusstsein der jungen Leute können die Fahrschulen in MV allerdings noch nicht gerecht werden: Im ganzen Land gibt es laut Fahrlehrerverband noch kein einziges elektrisches Fahrschulauto. Ein Grund dafür könnte laut Bode sein, dass E-Fahrzeuge keine Schaltung haben und damit unter die Automatikregelung im Führerschein fallen: Wer auf einem Automatik-Fahrzeug lernt, darf später kein Auto mit Schaltgetriebe fahren. „Die Fahrlehrerverbände kämpfen allerdings auf europäischer Ebene dafür, dass die Automatikregelung gekippt wird.“ Bei Nutzfahrzeugen sei dies schon geschehen, weil gar keine Lkw mehr mit Schaltung gebaut werden. „Und auch viele Pkw im gehobenen Segment werden nur noch mit Automatik ausgeliefert“, so Bode.

Liegenbleiben wäre peinlich

Auch der relativ hohe Preis von Elektrofahrzeugen schrecke wohl viele Fahrschulen ab. Die Fahrlehrer erhielten keine höheren Umstiegsprämien als ein privater Autofahrer. Allerdings hält Bode es für möglich, dass Hersteller Fahrschulen höhere Prozente für E-Autos einräumen, weil sie hoffen, dass die Führerscheinneulinge so auf den Geschmack kommen. Der Fahrlehrerverband empfiehlt jedoch bislang als Einstieg ins elektrische Fahren eher Plugin-Hybride – wegen der höheren Reichweite. „Es wäre doch peinlich, wenn ich mitten in der Autobahnfahrstunde das Auto drei Stunden aufladen oder gar rechts ran fahren muss, weil die Batterie alle ist.“

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