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MV aktuell Fehlende Planung schuld an ewigen Baustellen in MV?
Nachrichten MV aktuell Fehlende Planung schuld an ewigen Baustellen in MV?
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06:34 22.05.2019
Die Bauarbeiten auf der A-20-Baustelle bei Tribsees dauern voraussichtlich bis Ende 2023 an. Es ist nicht die einzige Baumaßnahme in MV, die sich über mehrere Jahre hinzieht. Quelle: Stefan Sauer/dpa
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Rostock

Die Reparatur der nach einem Rohrbruch eingestürzten Straße in Rostock droht kompliziert zu werden. Eine kaputte Trinkwasserleitung hatte am 15. Mai die Neubrandenburger Straße unterspült und einen tiefen Krater verursacht. Bis Ende Juli bleibt die Straße nun voll gesperrt, bestätigt Bettina Kalnins, Sprecherin des kommunalen Versorgers Nordwasser. „Wir haben sofort mit der Planung der Reparaturarbeiten begonnen.“ Vorsorglich werde der gesamte Leitungsabschnitt auf 50 Metern Länge komplett erneuert. „Durch die starke Unterspülung könnten Folgeschäden auftreten. Das wollen wir vermeiden.“

59 Baustellen in MV

Problematisch sei vor allem die Tiefe, in der die Rohre verlaufen, sowie das Kreuzen eines Abwasser- und Regenwasserkanals: „Wir wissen nicht, was uns sonst noch unter der Straße erwartet, werden aber alles daransetzen, schnellstmöglich fertig zu sein“, so Kalnins. Die Rostocker Baustelle ist nicht die einzige, die derzeit den Verkehr im Land einschränkt. Die Straßenbauverwaltung MV listet aktuell 59 Baustellen auf Autobahnen, Bundes-, Landes- und Kreisstraßen auf. Und die meisten Bauarbeiten dauern lange an.

Häufig jahrelange Arbeiten

Besonders betroffen ist die A 20 Höhe Tribsees. Neben der Behelfsbrücke über dem A-20-Loch sorgt bis Ende Juni auch die Erneuerung der Leitplanken auf zehn Kilometern Länge für erhebliche Behinderungen. Auf Rügen ärgert man sich über den Ausbau der B 96n, der Ende 2019 nach drei Jahren endlich fertiggestellt werden soll. Und auch die Dauerbaustelle Petersdorfer Brücke an der A 19 bei Malchow kommt nach jahrelangen Arbeiten voraussichtlich erst 2020 zum Abschluss.

Wunsch nach kontinuierlichem Arbeiten

„Wir würden gerne vermeiden, zehn Baustellen gleichzeitig anzufangen. Dann würde es auch schneller gehen“, sagt Jörg Schnell, Geschäftsführer des Bauverbands MV. Er sieht das Problem vor allem in der Planung der Bauprojekte: „Haushaltsplanungen werden zu spät verabschiedet, wodurch es zum Investitionsstau kommt, Ausschreibungen werden zu spät gestartet – und dann alle gleichzeitig.“ Gerne würden die Bauunternehmen kontinuierlich arbeiten, doch von Januar bis Mai herrsche Auftragsflaute.

Zu wenig Bauingenieure in MV

Dass es Planungsschwierigkeiten gibt, liege vor allem am Fachkräftemangel, meint Wulf Kawan, Präsident der Ingenieurskammer MV. „Seit Jahren werden in MV zu wenige Bauingenieure ausgebildet. Die Hochschule in Wismar reicht dafür nicht aus. Wir appellieren an die Politik, doch die scheint uns nicht wahrzunehmen“, beklagt Kawan.

Effizienz lässt zu Wünschen übrig

Eine Frau ist am Mittwoch in Rostock mit ihrem Auto in einem Krater versunken. Sie konnte sich nach dem Vorfall in der Neubrandenburger Straße durch die Heckklappe selbst befreien und blieb unverletzt. Ursache ist die Unterspülung der Straße nach einem massiven Rohrbruch.

Der ADAC sieht ein weiteres Problem: „Es wird auf den Baustellen oft nicht effizient genug gearbeitet“, kritisiert Sprecher Hans Pieper. Es sollte selbstverständlich sein, samstags sowie auch im Sommer bis zum Sonnenuntergang zu arbeiten. „Mit Schichtsystemen wäre eine 80-Stunden-Woche gut machbar“, sagt Pieper. Denkbar wären auch Vertragsstrafen für Verzögerungen im Straßenbau.

Mehr zum Thema: Baustellen in MV

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