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MV aktuell Ferienhaus in Karlshagener „Dünenresidenz“ abgebrannt: Feuer wurde gelegt
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Feuer in Karlshagener „Dünenresidenz“ auf Usedom: Polizei bestätigt Brandstiftung

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15:39 14.01.2022
Die Einsatzkräfte konnten das Feuer am Abend nicht mehr löschen und mussten das Haus kontrolliert abbrennen lassen.
Die Einsatzkräfte konnten das Feuer am Abend nicht mehr löschen und mussten das Haus kontrolliert abbrennen lassen. Quelle: Tilo Wallrodt
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Karlshagen

Nach dem Brand in der Karlshagener Ferienhaussiedlung „Dünenresidenz“ am Donnerstagabend ist nun klar: Das Feuer im Heideweg 13 wurde gelegt. Das bestätigten der Brandursachenermittler und die Kriminalpolizei am Freitag gegenüber der OZ. Die Flammen brachen im Dachstuhl aus.

Die 57 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Karlshagen, Trassenheide, Peenemünde, Zinnowitz und Bannemin sowie von der Führungsgruppe Insel Usedom Nord-Süd konnten das Feuer am Abend nicht mehr löschen und mussten das Haus kontrolliert abbrennen lassen. Es entstand ein Schaden von rund 400 000 Euro. Verletzt wurde bei dem Brand niemand. Eine Zeugin, die dort spazieren ging, hatte gegen 18.50 Uhr das Feuer bemerkt und die Feuerwehr alarmiert.

Video: Reetdachhaus in Karlshagen auf Usedom abgebrannt

Erschwerend bei den Löscharbeiten kam laut Einsatzleiter Oliver Schlorff, Vizewehrchef in Karlshagen, der starke Nordwestwind hinzu. „Die Löscharbeiten dauerten bis Mitternacht an und forderten von den Kameraden alles. Denn in unmittelbarer Nachbarschaft stehen weitere Reetdachhäuser. Wir mussten auch immer wieder den Wasserstrahl auf den direkt neben dem Ferienhaus befindlichen Wald, in dem vor allem Kiefern stehen, richten, damit sich nichts entzündet“, erklärte der 35-Jährige, der seit zwanzig Jahren bei der Feuerwehr aktiv ist.

Bildergalerie: Brandstifter zerstören Ferienhaus auf Usedom

Am Donnerstagabend brannte ein leer stehendes Reetdachhaus in Karlshagen auf Usedom. Die Einsatzkräfte konnten das Feuer den Angaben zufolge nicht mehr löschen und mussten das Haus kontrolliert abbrennen lassen. Es entstand ein Schaden von rund 400 000 Euro. Die Polizei ist sich sicher: Das Feuer wurde gelegt.

Im Jahr 2021 brannte es schon mal – ebenfalls Brandstiftung

Es ist nicht der erste Brand dieser Art in der Ferienhaussiedlung auf Usedom. Im vergangenen Jahr brannte in der Nacht vom 15. zum 16. März ein Reetdachhaus bis auf die Grundmauern nieder. Achtzig Feuerwehrleute waren bei dem Brand vor zehn Monaten im Einsatz. Das Haus befand sich nur wenige Meter vom jetzigen Brandort entfernt. Den entstandenen Schaden schätzte die Polizei auf 400 000 Euro. Der Brandursachenermittler ging von schwerer Brandstiftung aus, da sich keine Hinweise auf einen technischen Defekt finden ließen.

Für das Ehepaar F. aus der Nähe von Greifswald, dem das am Donnerstagabend abgebrannte Ferienhaus gehört, ist das Ganze ein Alptraum. Denn gegenüber der OZ erklärten die Rentner, dass es bereits im vergangenen März vom 15. auf den 16. März einen Brandanschlag auf ihr Ferienhaus gab und belegten dies mit Fotos. Doch der damalige Versuch, ihr Haus anzuzünden, schlug fehl. „Dafür ging dann in jener Nacht nicht weit von uns ein anderes reetgedecktes Haus in Flammen auf“, schildert Doris F.

Tagbilder nach dem Brand in Karlshagen. Das Ferienhaus muss komplett abgerissen werden. Quelle: Tilo Wallrodt

Dass es auch in diesem neuerlichen Fall in der Karlshagener Ferienhaussiedlung „Dünenresidenz“ erneut Brandstiftung war, stand für die Kripo Anklam und den vor Ort eingesetzten Brandursachenermittler schnell fest. Sie hatten am Freitagvormittag gegen 10 Uhr mit den Untersuchungen begonnen. Am Mittag verkündeten sie unisono, dass es sich um Brandstiftung handele und das Feuer vom Dach ausgegangen war.

Fahrzeuge müssen gereinigt werden

Unterdessen waren die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Karlshagen am Freitagvormittag mit Kärchern dabei, von ihren Fahrzeugen und Gerätschaften die Spuren des nächtlichen Löscheinsatzes zu entfernen.

Nach dem Brand in Karlshagen: Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr reinigen ihre Fahrzeuge. Quelle: Tilo Wallrodt

„Ich bin sehr froh, dass wir hier so eine eingeschworene Truppe sind. Wir waren ja alle erst 3 Uhr im Bett, nun muss im Gerätehaus Ordnung geschafft werden“, so der stellvertretende Wehrleiter. Froh sei er auch, dass die Arbeitgeber allesamt großes Verständnis für dieses wichtige Ehrenamt aufbrächten und den Kameraden nach einem nächtlichen Einsatz am nächsten Tag freigäben.

Oliver Schlorff, stellvertretender Wehrleiter in Karlshagen und Einsatzleiter beim Brand in der „Dünenresidenz“ Quelle: Tilo Wallrodt

Und ein Riesenlob muss Schlorff noch loswerden: Er bedankt sich erneut für die Unterstützung bei den Müllers von der Oil-Tankstelle in Karlshagen. Sie versorgten die Feuerwehrleute mit Brötchen, Bockwurst und Getränken. Bereits beim großen Waldbrand vor drei Jahren zwischen Peenemünde und Karlshagen sowie beim Brand vergangenes Jahr in der Ferienhaussiedlung sorgte das Team nachts für die Stärkung der Feuerwehrleute.

Wie das Ehepaar F. und viele Menschen in Karlshagen hofft auch Oliver Schlorff, dass dem Brandstifter schnell das Handwerk gelegt wird, damit in das Seebad wieder Ruhe einkehrt. Die Kripo Anklam ermittelt mit Hochdruck.

Von Cornelia Meerkatz