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MV aktuell Fischer, Hobby-Angler und Touristiker aus MV von Fangquote betroffen
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19:15 15.10.2019
Fischkutter in Freest: Verschwindet dieses beschauliche Bild entlang der Ostseeküste in MV. Die neue Fangquote könnte für viele Fischer das Aus bedeuten. Quelle: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/ZB
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Luxemburg/Schwerin

Deutsche Ostsee-Fischer dürfen im kommenden Jahr deutlich weniger Dorsch und Hering fangen. Nach dem Beschluss der EU-Fischereiminister werden in der westlichen Ostsee die erlaubten Fangmengen für Hering um 65 und für Dorsch um 60 Prozent gesenkt. Und auch die Freizeitangler müssen sich künftig stark einschränken: Sie dürfen nur noch fünf statt sieben Dorsche am Tag aus dem Wasser ziehen; im Februar und März nur noch zwei.

Die EU-Fischereiminister legen in jedem Jahr auf Grundlage wissenschaftlicher Empfehlungen die zulässigen Gesamtfangmengen fest. Grundsätzlich geht es darum, eine Balance zwischen dem Schutz der Bestände und den Interessen der Fischfangindustrie zu finden.

Keine Einschränkungen für Verbraucher

Der Verband der Kutter- und Küstenfischer in Mecklenburg-Vorpommern warnt davor, dass mit der Haupterwerbsfischerei irgendwann Schluss sein könne: „Wenn 60 oder 65 Prozent des Umsatzes wegfallen, können die Fischer das nicht kompensieren“, so Verbands-Vize Michael Schütt.

Er räumt ein, dass Verbraucher die Einschränkungen kaum spüren werden „Dafür ist der Ostseebestand zu gering.“ Zudem würden die Fischer entlang der Ostsee versuchen, auch mit den geringeren Quoten die Fischerei in den Küstenorten aufrechtzuerhalten, um Touristen und Einheimische sowie Restaurants mit Fisch zu versorgen.

Mit Kuttern könnte MV ein Stück Identität verlieren

Tobias Woitendorf vom Tourismusverband MV befürchtet Folgen für den Tourismus: „Für einige Gäste gehört ein Angelausflug mit dem Kutter zum Urlaubserlebnis dazu. Sie könnten sich fragen, ob es sich überhaupt noch lohnt zu kommen.“ Und er gibt zu bedenken, dass die Fischkutter das Bild vieler Orte prägen. Mit ihnen ginge auch ein Stück Identität verloren.

Für die Kutter- und Küstenfischerei des Landes M-V werden 2020 ca. 1.000 Tonnen Hering und 240 Tonnen Dorsch zur Verfügung stehen. Agrarminister Till Backhaus (SPD) forderte nach Bekanntwerden der Kürzungen ein Maßnahmenprogramm, um die Folgen für die Fischer zu mildern und die Branche neu auszurichten. Dies wolle er zum Thema auf der nächsten Agrarministerkonferenz machen. Die jährlichen Quotensenkungen sollten nach seiner Ansicht nicht über 15 Prozent liegen. Der Minister forderte Alternativen zur Quotenregelung und mehr Forschung zum Umgang mit dem Klimawandel. Der habe mehr Einfluss auf die Fischbestände als die Fischerei.

Hobbyfischer werden kontrolliert

Laut Ministerium sind im Land derzeit 226 Haupterwerbsfischer registriert, davon 166 Dorsch- und Heringsfischer. 2018 wurden rund 13 000 Tonnen Fisch gefangen. Wenn sich Fischer Alternativen schaffen wollen, etwa durch Direktvermarktung und Gastronomie, Ferienunterkünfte oder Gästefahrten, kann das Ministerium die Investitionen nach eigenen Angaben mit bis zu 49 Prozent fördern.

Die Einhaltung der neuen Quoten wird durch die Fischereiaufsicht stichprobenartig kontrolliert. In Mecklenburg-Vorpommern sind nach Angaben des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Rostock 15 haupt- und 300 ehrenamtliche Aufseher unterwegs. Außerdem kontrolliert die Wasserschutzpolizei Angler, wie der Abteilungsleiter Fischerei, Thomas Richter, am Dienstag sagte. Hobbyfischer müssen demnach ihre Fänge zeigen, wenn sie vom Boot an Land gehen.

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