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MV aktuell Flüchtlingsströme nach Europa sind die Folge von Kriegen
Nachrichten MV aktuell Flüchtlingsströme nach Europa sind die Folge von Kriegen
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00:00 17.09.2015
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Vor einigen Tagen stand auf Seite 3 der OSTSEE-ZEITUNG: „Auf der Flucht vor Krieg und Not“. Eine Bildunterschrift auf derselben Seite lautete: „Die 20-jährige Yasmin aus Syrien mit ihrem Baby auf dem Arm, das sie 200 Kilometer weit getragen hatte.“ Zweihundert Kilometer, das ist in etwa die Strecke von Rostock bis nach Hamburg, zu Fuß, ein Kind auf dem Arm. Eine junge Mutter nimmt diese Strapaze auf sich, um ihr Kind zu schützen, um es vor Bomben und Granaten zu bewahren.

Sie ist nur ein Beispiel für Zehntausende, Hunderttausende, Millionen Menschen. Sie flüchten vor Krieg und Not, ohne dies verursacht zu haben. Nein. Ihr Land wurde von fremden Mächten, von fremden Staaten in Not und Elend gestürzt.

Der „Arabische Frühling“, beginnend in Tunesien, kam nach Jahren auch in Syrien an. Wer war der Auslöser? Wer schulte und finanzierte willige Menschen, um Diktaturen gewaltsam zu stürzen und Bürgerkriege zu provozieren?

Yasmin aus Syrien ist eine leidtragende junge Mutter, die nur das Beste für ihr Kind möchte. Es ist richtig, diesen Menschen zu helfen. Sie kommen nur mit dem, was sie auf dem Leib tragen. Kleidung, Nahrung, medizinische Versorgung, ein Dach über dem Kopf sind als Erstes wichtig. Dann kommen Schule für die Kinder, Deutschkurse und, wenn möglich, eine Eingliederung in den Arbeitsprozess.

Das ist die eine Seite. Damit ist das Problem insgesamt aber nicht gelöst. Es geht darum, diejenigen zu belangen, die Verantwortung für die Not von Millionen Menschen tragen. Als Schuldige gehören dazu auch die Bundestagsabgeordneten, die für Kriegseinsätze der Bundeswehr stimmten. Wer von ihnen nahm bisher Kriegsflüchtlinge in seine eigene Wohnung auf? Zu klären wäre auch: Welche Verantwortung tragen die Vereinigten Staaten von Amerika?



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