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MV aktuell Flughafen Rostock-Laage verliert 2019 rund die Hälfte seiner Passagiere
Nachrichten MV aktuell Flughafen Rostock-Laage verliert 2019 rund die Hälfte seiner Passagiere
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15:02 08.07.2019
Der Terminal von Rostock-Laage. Nach der Pleite von mehreren Airlines kommt es 2019 zu einem deutlichen Passagierrückgang. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa
Rostock-Laage

Es sind Sommerferien in Mecklenburg-Vorpommern. Die Hauptreisezeit vieler Familien – vor allem, wenn es um Flugreisen geht. Hauptsaison für Flughäfen. Auch für den Flughafen Rostock-Laage.

Doch dort musste man in den vergangenen Wochen und Monaten Insolvenzen von Fluggesellschaften verkraften. Neben Germania auch die Insolvenz der britischen Regional-Fluggesellschaft FlyBMI. Geschäftsführerin Dörthe Hausmann schaffte es zwar, die Lufthansa davon zu überzeugen, zehnmal pro Woche die München-Laage-Verbindung aufzunehmen.

Erfolgreich seien auch die neuen Ferienflieger, die türkische Airline Corendon und die österreichische Fluggesellschaft Laudamotion. „Wir sind nun in einem ruhigeren Fahrwasser.“ Doch die Folgen bleiben nicht aus: Hausmann erwartet für 2019 eine Passagierzahl von rund 150 000 - eine Reduzierung um rund 50 Prozent.

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Ähnlich ergeht es dem Flughafen Dresden – auch wenn der Passagierschwund hier geringer ausfällt. Seit der Germania-Pleite im Februar ist es stiller geworden am Dresdner Flughafen. Die Insolvenz sei ein „wirklich harter Schlag“ gewesen, räumt Uwe Schuhart, Sprecher der Mitteldeutschen Flughafen AG, zu der auch der Flughafen Halle/Leipzig gehört, ein.

 Immerhin steuerte Germania 23 Ziele an, machte knapp 20 Prozent der Abflüge aus. Mittlerweile aber sei man wieder positiv gestimmt. Drei Airlines sind in die Lücke gesprungen - teilweise binnen weniger Stunden. So stehen nun Mallorca, Antalya und Kos wieder auf dem Programm, die Kanaren und London ab Herbst.

Auch Flughäfen im Westen im Minus, Berlin-Tegel im Plus

Dennoch, die Germania-Pleite geht nicht spurlos am Dresdner Airport vorüber: Die aktuellen Passagierzahlen des Flughafenverbandes ADV zeigen von Januar bis Mai 2019 einen Rückgang. In Dresden flogen in dieser Zeit knapp 564 000 Passagiere und damit 9,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Drastischer macht sich der Rückgang in Erfurt bemerkbar: Der Flughafen zählte rund 38 700 Passagiere und damit gut 45 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

„Wir haben ein zweigeteiltes Bild in unserem Land“, sagt ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. Von den 22 internationalen Verkehrsflughäfen in Deutschland verbuchten in den ersten fünf Monaten des Jahres nur 11 ein Wachstum. Die Germania-Pleite habe viel zur Verschärfung der Situation beigetragen. Auch Airports wie Frankfurt-Hahn (-27,5) oder Weeze/Niederrhein (-33,1) zählten ein dickes Minus - ihnen machte aber vor allem die Abwanderung von Billigfliegern an größere Standorte zu schaffen. Der Flughafen Berlin-Tegel dagegen verbuchte 28 Prozent mehr Passagiere.

„Die Frage, ob es im deutschen Markt zu viele Flughäfen gibt, wird oft gestellt. Aber warum wird ‎eigentlich nicht die Frage gestellt, ob es zu wenige Airlines im deutschen Markt gibt?“, so Beisel‎. Fluggesellschaften wie Air Berlin, Cirrus, LTU oder Intersky hätten ihren Flugbetrieb in den vergangenen Jahren eingestellt. Das Flughafennetz sei hingegen historisch gewachsen - parallel zu den Wirtschaftszentren im Land. So stieg etwa nach der Wiedervereinigung die Bedeutung des Luftverkehrs im Osten an - laut ADV gingen die Passagierzahlen bis 1995 „explosionsartig“ um bis zu 55 Prozent nach oben. Entsprechend wurde investiert - in Terminals, Start- und Landebahnen. Bei vielen Standortentscheidungen von Unternehmen nach der Wende hätten Flughäfen eine wichtige Rolle gespielt, so Beisel.

Germania sollte 2019 mehr als zwei Drittel alles Abflüge aus Erfurt durchführen

Allein in Dresden flossen 99 Millionen Euro in das 2001 eröffnete Airport-Terminal. Der Freistaat Sachsen ist mit gut 77 Prozent Hauptanteilseigner der Mitteldeutschen Airport Holding. Auch in Thüringen ist das Land Hauptgesellschafter: Der Erfurter Flughafen wurde in den 1990er Jahren mit einem dreistelligen Millionenbetrag auf internationalen Standard gehoben. Nun der Rückschlag nach der Germania-Pleite: Die Airline sollte 2019 etwa 70 Prozent der Abflüge bestreiten. Zwar ist eine Airline in die Lücke gesprungen und fliegt zweimal wöchentlich nach Mallorca - die füllt den Flugplan aber nur sehr punktuell. Nach der Germania-Insolvenz entschied die Landesregierung, für 2019 und 2020 insgesamt 7,6 Millionen und damit 2 Millionen Euro mehr als ursprünglich vorgesehen an die Flughafengesellschaft zu zahlen.

Nach zahlreichen Rückschlägen setzt der Regionalflughafen Magdeburg-Cochstedt nun auf eine neue Strategie: Statt Urlaubsflieger starten hier künftig unbemannte Luftfahrtsysteme. Seit Anfang Juni steht fest, dass das Gelände südlich von Magdeburg zum Testzentrum des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) umgebaut wird. 25 Millionen Euro investiert die Forschungseinrichtung gemeinsam mit dem Land Sachsen-Anhalt - und erlöst den Airport damit aus einer Stillstandsphase und dreijähriger Insolvenz.

Laut Leitlinien der EU sind staatliche Subventionen zum laufenden Betrieb von Flughäfen nur noch bis 2024 möglich. Verbandschef Beisel spricht sich dafür aus, das EU-Beihilfe-Recht generell zu ‎lockern und den Weg für stärkere Unterstützung etwa durch Übernahme von Kosten zum Beispiel für Feuerwehren oder Luftsicherung freizumachen. Das seien Stellschrauben, mit denen Bund und Länder ihre Flughäfen unterstützen könnten. „Sonst gibt es bald gar keine Flughäfen mehr in manchen Regionen in Ost- und ‎Südeuropa.“

RND/dpa

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