Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
MV aktuell Forsa-Chef zur OZ-Umfrage: „Die AfD ist keine Volkspartei“
Nachrichten MV aktuell Forsa-Chef zur OZ-Umfrage: „Die AfD ist keine Volkspartei“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:53 27.09.2019
Prof. Manfred Güllner, Chef des Meinungsforschungsinstituts Forsa Quelle: IMAGO
Anzeige
Rostock

Die Zustimmungswerte für Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) nennt Forsa-Chef Prof. Manfred Güllner „hervorragend“. Nur der baden-württembergische Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne) werde derzeit besser benotet. Schwesig habe das Zeug, „in die Fußstapfen ihres Vorgängers Erwin Sellering zu treten und eine Landesmutter zu sein“. Daher sei es auch schwer, den Ausgang einer Landtagswahl 2021 vorherzusagen. Dies hänge maßgeblich davon ab, ob Schwesig die Sorgen der Menschen ernst nehme. „Sie kann es zu einer Schwesig-Wahl machen“, so Güllner.

Anfang des Jahres erklärte Güllner: Die SPD habe ihren Landesbonus verloren. Jetzt relativiert er: Der Bonus sei „abgeschmolzen“. Problem der Partei sei ihr schlechtes Bild auf Bundesebene. „Die Bundes-SPD hat einen riesigen Malus.“ Die CDU wiederum habe zur Bundestagswahl nach wie vor einen „Merkel-Bonus“, der sich aber nicht auf das Landtagswahlergebnis niederschlägt.

AfD als „Sammelbecken von Rechtsradikalen“

Güllner widerspricht Demoskopen-Darstellungen, wonach die AfD bei Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg der große Sieger gewesen sei. Die SPD in Brandenburg habe sogar 70 000 Stimmen mehr als zur Bundestagswahl gehabt. Dass die AfD so gut dasteht, hänge vor allem damit zusammen, dass andere Parteien ihre Nichtwähler nicht mobilisierten. Aus seiner Sicht habe die AfD – „Sammelbecken der Rechtsradikalen“ – auch in MV ihr Potenzial ausgeschöpft.

„Sie ist auch keine Volkspartei.“ Eine solche zeichne sich dadurch aus, „dass sie keine homogene Gruppe ist“, so Güllner. Die AfD aber sei „eine verschworene Gemeinschaft“, meist Männer, die das derzeitige politische System ablehnen. Dies hätten diverse Umfragen gezeigt. Zudem sauge die AfD in der Wählerschaft „die immer noch vorhandenen Reste der NPD auf“.

Vieles sei im Fluss. Dass die Grünen derzeit im Nordosten zulegen, sei nicht überzubewerten. „Viele Wähler von SPD und CDU parken bei den Grünen zwischen“, so Güllner. Dies könne sich auch wieder ändern. Bei den Linken in MV sieht er kaum Steigerungspotenzial. Die Partei profitiere von DDR-Nostalgikern und Verlierern der Einheit. „Aber die sterben langsam aus.“

Politiker sollten Themen verständlicher ansprechen

Was Forsa-Chef Güllner moniert: Politiker sprächen heute meistens eine geschliffene Sprache, dabei wollten Wähler klare Botschaften. „Der alte Schmidt (Helmut Schmidt – d. Red.) konnte schwierige Zusammenhänge in drei Sätzen erklären.“ Davon brauche es in der Gegenwart mehr.

Auffällig findet der Forsa-Chef das „Grummeln zur Infrastruktur“ in MV. Zu Straßen, Breitband oder Personennahverkehr. Befragte sehen hier großen Handlungsbedarf im Land. „Das sind massive Klagen, eine hohe Unzufriedenheit. Da müsste Politik handeln“, so Güllner.

Alles zur Forsa-Umfrage

OZ-Umfrage: So würden die Menschen in MV bei Landtags- und Bundestagswahl entscheiden

Das bewegt die Menschen in MV – und diese Politiker sind besonders beliebt

Politologe zur OZ-Umfrage: MV künftig nur mit drei Parteien regierbar

Forsa-Chef zur OZ-Umfrage: „Die AfD ist keine Volkspartei“

Kommentar: Ergebnisse sind Denkzettel für SPD und CDU

Von Frank Pubantz

Es war ihr erster Besuch bei der Marine: Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) nahm am Donnerstag an einer Übung an Bord der Korvette „Oldenburg“ teil. So richtig nahe kam sie den Soldaten allerdings erst zurück im Rostocker Marinehafen.

27.09.2019

Vor einem Vierteljahrhundert sank die „Estonia“ auf ihrem Weg über die Ostsee. 852 Menschen kamen ums Leben. Vor allem die staatliche Reaktion auf das schwerste Schiffsunglück in Europa nach dem Krieg löst bei Überlebenden und Angehörigen noch heute Kopfschütteln aus.

26.09.2019

Eine norwegische TV-Firma realisiert eine sechsteilige Dokumentation über den Untergang der „Estonia“. Bei den Dreharbeiten war auch das deutsche Schiff „Fritz Reuter“ beteiligt. Deren Einsatz sorgte für Wirbel bei den finnischen Behörden.

26.09.2019