Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
MV aktuell Fracking wird in MV nicht verboten
Nachrichten MV aktuell Fracking wird in MV nicht verboten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 23.03.2013
Schwerin

Trotz großer Bedenken in allen Fraktionen: Es wird in Mecklenburg-Vorpommern kein pauschales Verbot der umstrittenen Gasförderung mittels Fracking geben. Das sei angesichts der geltenden rechtlichen Bestimmungen nicht umsetzbar, so gestern die rot-schwarze Landesregierung nach dem Scheitern des Verbotsantrages der Linken.

Mignon Schwenke von den Linken hatte vor der Abstimmung im Schweriner Landtag auf die erheblichen Gefahren für Menschen und Natur hingewiesen. So seien zum Beispiel unkontrollierte Erdbewegungen möglich. „Außerdem ist die Entsorgung der eingesetzten, zum Teil giftigen Chemikalien ungeklärt“, ergänzte Schwenke. Die Landesregierung teilt diese Bedenken. Deshalb prüft das Energieministerium Möglichkeiten des Raumordnungsrechts für Einschränkungen. Außerdem soll ein Antrag im Bundesrat mitgetragen werden, Fracking-Vorhaben generell einer Umweltverträglichkeitsprüfung zu unterziehen.

Hintergrund: Bei der vor allem in den USA bereits umfassend angewendeten Fördertechnik wird mit hohem Druck unter Einsatz von Wasser, Sand und Chemikalien tief liegendes Gestein aufgebrochen, damit das Gas durch feine Risse entweichen kann. Der CDU-Abgeordnete Jürgen Seidel verwies darauf, dass die Fördermengen in den USA dadurch enorm gestiegen und die Gaspreise in der Folge um 50 Prozent gefallen seien. „Eine pauschale Ablehnung wäre falsch“, betonte Seidel. Laut Landesregierung gibt es in Mecklenburg-Vorpommern bisher keine Anträge auf Gasförderung mittels Fracking.

Wie Mignon Schwenke berichtet, sei bei jedem Erdölvorkommen auch Erdgas zu finden. Derzeit wird in MV Erdöl noch in Mesekenhagen bei Greifswald und Lütow auf der Insel Usedom gefördert. Außerdem will die kanadische Firma CEP in der Ostsee vor Rügen, Usedom und dem Darß nach Erdöl suchen. Auf der Insel Usedom hat sich bereits eine Bürgeriniative gegen Fracking gegründet.

Der Bund will Fracking bisher nur in Trinkwasserschutzgebieten grundsätzlich verbieten. Für alle anderen Bereiche sollen in einem neuen Gesetz strenge Umweltverträglichkeitsprüfungen vorgeschrieben werden.

Widerstand bei Privatisierung von Trinkwasser
Pläne der EU, den Handel mit Trinkwasser zu liberalisieren, stoßen in Mecklenburg-Vorpommern geschlossen auf Ablehnung. Der Landtag stimmte gestern einstimmig einem von den Grünen ergänzten Antrag der Koalitionsfraktionen SPD und CDU zu, der sich gegen die vorgelegte „EU-Dienstleistungskonzessionsrichtlinie“ ausspr icht. Diese würde die Übernahme der Trinkwasserversorgung durch Privatunternehmen deutlich erleichtern. Kritiker befürchteten eine Beschneidung der kommunalen Entscheidungshoheit bei der Wasserver- und Abwasserentsorgung.
Baum-Schädling wird mit Biozid bekämpft
Der Eichenprozessionsspinner wird in Mecklenburg-Vorpommern im kommenden Monat chemisch bekämpft. Der Schädling wird Mitte bis Ende April an Alleen mit einem zugelassenen Biozid aus Hubschraubern besprüht, teilte Umweltminister Till Backhaus (SPD) gestern im Landtag mit. Seit 2007 verbreitet sich der Eichenprozessionsspinner vor allem im Landkreis Ludwigslust-Parchim sprunghaft. Der Kontakt mit den Härchen des Tieres kann zu Hautentzündungen, Augenreizungen und Atembeschwerden führen. I n den Innenstädten sollen auch mechanische Maßnahmen ergriffen werden.
Grünen-Forderung nach Stopp des Kernfusionsexperiments abgelehnt
Die Grünen sind mit dem Vorstoß gescheitert, das umstrittene Kernfusionsprojekt Wendelstein 7-X in Greifswald auf Eis zu legen, um eine Umleitung der Forschungsmittel etwa in die Entwicklung moderner Energiespeicher zu prüfen. Ein entsprechender Antrag fand gestern im Landtag keine Mehrheit. Die SPD/CDU-Koalition stellte sich geschlossen dagegen und auch die Linke hielt sich zurück. „Für die SPD ist das Projekt eine spannende und wichtige Forschungsoption“, betonte der SPD-Abgeordnete Ingulf Donig. Wie er verwies auch Egbert Liskow (CDU) auf 500 hoch qualifizierte Arbeitsplätze, die am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik mit dem Projekt verbunden seien.

Johann-Georg Jaeger (Grüne) betonte, dass die anstehende Entscheidung über die Freigabe der nächsten Tranche von Fördermitteln Gelegenheit zu einer kritischen Überprüfung gebe. Bis 2019 sollen pro Jahr rund 60 Millionen Euro in Greifswald investiert werden. Laut Jaeger sind Forschungsgelder von insgesamt etwa einer Milliarde Euro eingeplant.

Frank Pfaff und Kerstin Schröder

In der Hansestadt Wismar soll am 25. Mai die zentrale Veranstaltung für Mecklenburg-Vorpommern zum ersten Deutschen Entwicklungstag stattfinden. Unter dem Motto „Dein Engagement.

23.03.2013

Auf dem Weg in ihre Brutreviere in Skandinavien, Polen und den baltischen Staaten machen viele Kraniche auch in Mecklenburg-Vorpommern Rast, etwa in der Nähe von Teterow (Landkreis Rostock/Foto) und im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft.

23.03.2013

Unter erschwerten Bedingungen sind die 47 Bilder für das heute beginnende Sandskulpturenfestival in Binz auf der Insel Rügen entstanden. Wegen des Frostes mussten die Künstler den Sand mit Hammer und Heizgebläse bearbeiten, sagte Festival- Sprecherin Bianca Lohr .

23.03.2013