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MV aktuell Fremdeln im Netz: Sellering twittert „Test Test“ und sonst nichts
Nachrichten MV aktuell Fremdeln im Netz: Sellering twittert „Test Test“ und sonst nichts
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02:24 19.04.2014
Auf Facebook lädt Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) zur Bürgersprechstunde ein — allerdings im Jahr 2013. Quelle: Cornelius Kettler
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Hamburg

Mit sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook tun sich Mecklenburg-Vorpommerns Landespolitiker noch schwer. Nur 52,1 Prozent der Landtagsabgeordneten in Schwerin sind in den Netzwerken aktiv, fand der Hamburger Politikberater und Social-Media-Experte Martin Fuchs heraus. Damit liegen die Parlamentarier aus MV weit hinter ihren Kollegen aus anderen norddeutschen Bundesländern.

Am aktivsten sind Niedersachsens Landespolitiker, von denen mehr als 86 Prozent Botschaften über soziale Netzwerke verbreiten. Dahinter folgen die Stadtstaaten Hamburg (80,2 Prozent) und Bremen (77,1 Prozent) sowie Schleswig-Holstein (75,4 Prozent). Im Bundestag sind es gar 95 Prozent der Abgeordneten. Trotz des Abstands meint Fuch, dass auch Politiker in Norddeutschland „in Social Media angekommen“ sind.

Die Reichweite der Internet- Netzwerke und deren Vorteile haben Politiker wie Bundestagsabgeordneter Eckhardt Rehberg (60) aus Marlow (Landkreis Vorpommern-Rügen) rasch erkannt. Der frühere CDU-Landeschef gehört unter den MV-Vertretern in Berlin zu den fleißigsten Nutzern, neben Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD). Die 39-Jährige aus Schwerin verabschiedete sich jetzt auf ihrer Facebook-Seite mit einem bunten Kinderbild in die Osterferien und wünschte „allen schöne Tage! Freue mich auf Zeit für Familie“.

Spitzenpolitiker im Land lassen eher mitteilen, als dass sie selbst aktiv Smartphon oder Tablet-PC nutzen. So zeigt der Twitter-Account von Ministerpräsident Erwin Sellering, der für die SPD auch ein Landtagsmandat ausübt, gerade mal eine Aktivität: „Test Test“. Auf seiner Facebook- Seite lässt er einen Fernsehbeitrag posten und lädt zur Bürgersprechstunde ein — im September 2013.

Aktueller geht es auf der Seite von Innenminister Lorenz Caffier (CDU) zu, der auch über Facebook die jüngste Unfallstatistik verbreitete. Ende März freute er sich mit persönlichem Zwei-Zeilen-Eintrag über den Sieg seines Heimat-Fußballvereins TSG Neustrelitz und über die friedlichen Fans dort.

Dass die sozialen Netzwerke in Mecklenburg-Vorpommern von der Politik insgesamt eher noch zurückhaltend genutzt werden, könnte nach Meinung von Fuchs auch technische Ursachen haben. Im Flächenland fehlten vielerorts schnelle Internetverbindungen. Hinzu komme, dass junge Menschen, die primäre Zielgruppe für Kurzmitteilungen, häufig abwanderten — entweder in die westlichen Bundesländer oder nach Berlin.

In seiner Analyse fand Fuchs heraus, dass 50,7 Prozent der Parlamentarier in MV Facebook nutzen. In den anderen Nordländern liegt der Anteil zwischen 72,5 und 83,1 Prozent. Bei rund 26,5 Millionen Facebook-Nutzern in Deutschland sei die Reichweite sehr groß — - „immer getreu dem Motto ‘ich gehe dahin, wo die Masse ist‘“

Twitter ist bei der politischen Elite in Mecklenburg-Vorpommern mit 16,9 Prozent noch weniger verbreitet als Facebook. In Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen liegt der Anteil mit rund 35 Prozent doppelt so hoch. Im Bundestag seien es rund 51 Prozent. „Für Landespolitiker ist Twitter weniger interessant, da dort die Wirkung für sie geringer ist“, räumt Fuchs jedoch ein. Für unbekanntere Politiker seien Äußerungen via Twitter aber nach wie vor eine gute Möglichkeit, sich schnell einen Namen zu machen.

Doch dafür brauchen sie auch Follower und Freunde. Die meisten unter den Landespolitikern in Mecklenburg-Vorpommern hat Landtagsneuling Patrick Dahlemann aus Torgelow. Der SPD-Jungpolitiker hatte mit einem Internet-Video über seinen mutigen Auftritt auf einer Kundgebung der rechtsextremen NPD bundesweit für Aufsehen gesorgt.



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