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MV aktuell Warum wir für das Klima demonstrieren: „Wir helfen mit unserem Wissen“
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09:00 20.09.2019
Kira Ludwig (54) ist Lehrbeauftragte an der Universität Rostock und engagiert sich stark bei den Scientists for Future für eine bessere Klima-Politik. Quelle: privat
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Rostock

Kira Ludwig aus Rostock ist Lehrbeauftragte an der Universität im Institut für Physik – und Gründerin der „Scientists for Future“ (Wissenschaftler für die Zukunft) in Rostock. „Die Schüler mahnen die fehlende Handlung der Politik im Bezug auf den Klimawandel völlig zu Recht an. Wir wollen ihnen den Rücken stärken“, betont die 54-Jährige.

Nachweislich sei die globale Erwärmung von Menschenhand gemacht. „Unsere Generation hat 30 Jahre lang nichts getan. Mit unseren wissenschaftlichen Jobs können wir nun aber der Folgegeneration helfen – und das machen wir“, bekräftigt Ludwig.

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40 Wissenschaftler sind schon dabei

Dazu gekommen ist die Wissenschaftlerin durch die weltweite Fridays-for-Future-Demo im März dieses Jahres. Damals übernahm sie die Aufgabe, die Petition, die zehntausende Wissenschaftler unterschrieben hatten, um die Schüler mit fundiertem Wissen zu unterstützen, zu übergeben. „Anschließend habe ich nachgeforscht, welche Rostocker Akademiker ihre Unterschrift geleistet haben und daraus eine Gruppe zusammengetrommelt – heute sind wir 40 Mann“, erklärt sie stolz. Gerade auf Landesebene unterstützen sie die Fridays-for-Future-Kids, indem sie mit ihnen zum Beispiel Forderungskataloge erarbeiten.

„Wir fahren kaum Auto, essen wenig Fleisch“

Ihr Umwelt-Engagement hat Ludwig aber schon weitaus früher entdeckt: Seit drei Jahrzehnten setzen sie und ihr Mann sich als Sozialdemokraten aktiv in der Energie- und Umweltpolitik ein. „In all den Jahren hat sich kaum etwas getan“, äußert sich die Wissenschaftlerin frustriert, fügt aber positiv gestimmt hinzu: „Ich bin froh, dass es nun eine Bewegung gibt, die mit Macht aufsteht und was tut.“

Sie selbst achte privat bereits auf vieles: „Wir fahren kaum Auto, essen wenig Fleisch, versuchen nichts zu verschwenden. Jeder kann etwas tun, aber ohne große Veränderungen durch die Politik nützt das alles kaum etwas.“ Deshalb wird Ludwig auch heute wieder mit Bannern auf die Straße gehen: „Dabei zu sein bedeutet, Druck auf die Politik auszuüben. Und dieser Druck muss aufrechterhalten bleiben.“

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