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MV aktuell Gazprom stoppt Ausbau der Ostsee-Pipeline
Nachrichten MV aktuell Gazprom stoppt Ausbau der Ostsee-Pipeline
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18:03 29.01.2015
Anlandestation der Ostsee-Pipeline in Lubmin.
Anlandestation der Ostsee-Pipeline in Lubmin. Quelle: Stefan Sauer/dpa
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Lubmin

Der russische Gazprom-Konzern hat den geplanten Ausbau der Ostsee-Pipeline Nord Stream auf Eis gelegt. Der Bau zweier weiterer Röhren ist vorerst gestoppt. Bei den fallenden Gaspreisen seien solche Projekte schwer zu realisieren und manchmal sogar unmöglich, sagte Gazprom-Manager Viktor Tschubkow auf einer Konferenz am Mittwoch in Wien.

Der Unternehmenssprecher Sergej Kuprijanow sagte am Donnerstag in Moskau: „Die Pipeline hat eine technische Möglichkeit, jährlich bis zu 60 Milliarden Kubikmeter Gas zu transportieren. Im Moment dürfte das ausreichen“, erklärte er.

Insidern zufolge soll der Beschluss auch mit der Ukraine-Krise und den damit verbundenen Sanktionen zusammenhängen.

Von einem völligen Verzicht auf den Bau von zwei weiteren Strängen sei aber keine Rede, meinte Kuprijanow. Gazprom ist Mehrheitsaktionär der Nord Stream AG. Die 1224 Kilometer lange Unterwasserleitung vom russischen Wyborg nach Lubmin bei Greifswald ging im November 2011 in Betrieb.

„Die Ostseepipeline ist derzeit zu 35 Prozent ausgelastet“, sagte Nord-Stream-Sprecher Steffen Ebert. Dies liege vor allem an den vollen Speichern in Westeuropa und dem milden Winter. Im vergangenen Jahr war die Trasse seinen Angaben zufolge zu rund 65 Prozent ausgelastet.

Im Jahr 2013 hatten bereits die ersten Unterlagen für eine Erweiterung der Pipeline in den Ämtern des Landes zur Einsicht ausgelegen. Damit sollte der Untersuchungsrahmen für eine Umweltverträglichkeitsstudie abgesteckt werden. Umweltverbände kündigten bereits damals Widerstand gegen einen Ausbau der Trasse an.



OZ