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MV aktuell Gefährliche Bakterien in warmer Ostsee: Vier Infektionen durch Vibrionen
Nachrichten MV aktuell Gefährliche Bakterien in warmer Ostsee: Vier Infektionen durch Vibrionen
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05:00 28.06.2019
Durch die steigenden Wassertemperaturen vermehren sich Vibrionen im Salzwasser rasant. Für bestimmte Risikogruppen kann das lebensgefährlich sein. Quelle: dpa-Zentralbild
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Stralsund

Je wärmer die Ostsee wird, desto stärker vermehren sich gefährliche Bakterien, sogenannte Vibrionen, im Wasser. Sie können schwere Infektionen bei Menschen auslösen – bis hin zur lebensgefährlichen Blutvergiftung. Im heißen Juni wurden laut Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) bereits vier Vibrionen-Infektionen in MV gemeldet, darunter aber kein Todesfall. Im letzten Sommer starb ein Betroffener. 2017 sei dem Lagus insgesamt nur eine Infektion gemeldet worden, 2016 waren es drei.

Auch im Stralsunder Helios-Hanseklinikum hat derzeit ein rund 70 Jahre alter Patient mit einer Sepsis zu kämpfen. Durch eine offene Wunde am Bein sind die Vibrionen in den Körper gelangt. Die Wunde hat sich entzündet und führte zu einer Blutvergiftung.

Wer offene Wunden hat, sollte Baden in Ostsee vermeiden

Mittlerweile gehe es dem Mann, der zwischenzeitlich auf der Intensivstation lag, wieder deutlich besser, sagt Infektiologe und Krankenhaushygieniker Dr. Ingo Klempien. Generell würden die Zahlen mit Vibrioneninfektionen im gesamten Ostseeraum seit einigen Jahren leicht ansteigen. Möglicherweise bedingt durch die warmen Sommer.

Der Notfallmediziner warnt: Wer offene Wunden, vor allem an den Beinen, hat, sollte das Baden meiden – vor allem im Brackwasser. Treten nach dem Ostseebad Schmerzen und Fieber auf, entzünden sich Wunden an den Beinen, sollten Betroffene umgehend ein Arzt aufsuchen. Die Entzündungen könnten dann mit gängigen Antibiotika behandelt werden.

Immungeschwächte Menschen sind gefährdet

Lagus-Sprecherin Anja Neutzling betont, dass Vibrionen-Infektionen insgesamt selten auftreten. Ab 20 Grad Wassertemperatur vermehren sich die im Salzwasser lebenden Bakterien stark. Ein erhöhtes Risiko, zu erkranken, haben Personen mit einer schwachen Immunabwehr, ältere Menschen und jene, die Vorerkrankungen wie Diabetes, Herzerkrankungen oder Leberzirrhose haben. Die vier Fälle aus diesem Jahr gehörten alle zu den bekannten Risikogruppen.

Von Virginie Wolfram

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