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MV aktuell Gefeuerter Flughafen-Technikchef baut Windräder an der Ostsee
Nachrichten MV aktuell Gefeuerter Flughafen-Technikchef baut Windräder an der Ostsee
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14:50 14.06.2014
Jochen Großmann, Geschäftsführer der Dresdner Gicon GmbH, musste seinen Stuhl als Technik-Chef des Berliner Hauptstadtflughafens räumen. Quelle: Jens Wolf
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Stralsund

Einen Bescheid über 5,25 Millionen Euro Fördermittel überreichte Schwerins Wirtschaftsminister Harry Glawe Anfang Mai an Jochen Großmann (56), Chef der Dresdner Firma Gicon - für die Entwicklung einer Schwimmplattform für Offshore-Windräder. Wenig später kannte ganz Deutschland den Ingenieur, Unternehmer und Professor aus Dresden: Vor einigen Tagen wurde Großmann als Technik-Chef des Berliner Hauptstadtflughafens entlassen. Er soll bei der Vergabe von Aufträgen Schmiergeld verlangt und sich eine halbe Million Euro in die eigene Tasche gesteckt haben. Großmann bestreitet die Vorwürfe.

Gicon hält trotz der Berliner Korruptions-Affäre an den Windrad-Plänen fest. Der Prototyp werde wie geplant ab Juli auf der Stralsunder Volkswerft gebaut, sagt ein Sprecher. Mitte 2015 soll die 80 Meter hohe Anlage  16 Kilometer vor dem Darß, in der Nähe des Windparks „Baltic 1“, mit Seilen am am Meeresboden verankert werden. Das Schweriner Wirtschaftsministerium und das Fraunhofer-Institut für Windenergie - einer der  Projektpartner -  stehen weiter zu dem Vorhaben. Schwimmenden Offshore-Windrädern gehört laut Fraunhofer-Institut die Zukunft. Ihre Montage ist deutlich billiger als bei in dem Meeresgrund gerammten Monopiles. Zudem sei das Wasser an den meisten Küsten der Welt zu tief für nichtschwimmende Windräder. Neben dem Landesfördergeld investiert Gicon nach eigenen Angaben 13 Millionen Euro für den Prototypen. Das Geld stamme aus Eigenmitteln und Krediten.

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Gerald Kleine Wördemann