Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
MV aktuell Gegenwind zur geplanten Pädagogischen Hochschule in MV
Nachrichten MV aktuell Gegenwind zur geplanten Pädagogischen Hochschule in MV
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:49 10.03.2019
Im Kampf gegen den Lehrermangel in MV ist jetzt eine Pädagogische Hochschule im Gespräch. Studenten, Uni-Spitzen und Experten warnen jedoch davor. Quelle: dpa
Rostock/Greifswald

Auf breite Ablehnung stößt die in der Landes-SPD diskutierte Idee einer Pädagogischen Hochschule. Nach OZ-Informationen existieren in der SPD konkrete Überlegungen für eine solche Hochschule – als Heilmittel gegen den akuten Lehrermangel. Als Standort sind demnach Schwerin, Teterow und Ribnitz-Damgarten im Gespräch.

Die Probleme auf dem Lehrermarkt sind riesig. Tausende Pädagogen werden in kommenden Jahren landesweit fehlen. Junge rücken kaum nach, ein Grund: Die Abbrecherquote bei Lehramtsstudenten liegt laut einer Studie bei bis zu 85 Prozent. In der Fachwelt herrscht allerdings Entsetzen: Eine Pädagogische Hochschule sei Modell der Vorzeit und würde die beiden Universitäten schwächen.

Ablehnung der „Rückkehr zu überholten Modellen“

Bloß nicht! - so lautet die Reaktion Betroffener. Die Studentische Lehramtskonferenz der Universität Rostock spricht sich für die bisherigen Standorte aus. Die Universitäten seien „am besten für diese Aufgabe geeignet, da wir dort zu Forschung und Lehre einen Zugang erhalten, der uns nicht nur oberflächliche Inhalte bringt“, heißt es in einem Beschluss. Klare Absage an eine Pädagogische Hochschule, wie sie es vor Jahrzehnten gab: Man lehne eine „Rückkehr zu überholten Modellen“ ab. Florian Pinnow, Verantwortlicher für Lehramt-Themen im Allgemeinen Studierenden-Ausschuss der Uni Rostock, erklärt: An der Uni fänden die Lehramtstudenten gute Strukturen vor, andersherum würde ein Weggang der Pädagogen vieles zusammenbrechen lassen. „Die Uni braucht uns“, so Pinnow.

Ähnlich argumentiert die Greifswalder Studierendenschaft. Sie fordert für eine umfassende Lehramtsausbildung die Anbindung an Universitäten und für Musik an die Hochschule für Musik und Theater sowie ein bessere Finanzierung der bestehenden Ausbildungsstandorte. Eine neue Hochschule in Schwerin würde den Status der Uni Greifswald bedrohen. Ängste, die Greifswalds Prorektor Prof. Steffen Fleßa teilt. Die nötige wissenschaftliche Ausbildung könnten nur die Universitäten gewährleisten. Die Verlagerung an Pädagogische Hochschulen sei ein Schritt zurück. Rostocks Prorektor für Studium und Lehre, Professor Patrick Kaeding, erklärt: „Lehrerbildung muss immer auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft sein.“ Daher sei sie auch gutem Grund an der Universität.

„Keine Denkverbote“ im Kampf gegen Lehrerschwund

Auch in der Fachwelt fällt die Pädagogische Hochschule durch. Um den massiven und akuten Lehrermangel zu bekämpfen, der in den kommenden vier, fünf Jahren sogar wachsen werde, sei die Zeit für dieses Modell viel zu kurz, erklärt Prof. Falk Radisch, Experte für Schulpädagogik an der Uni Rostock. Neue Lehrer würden so erst dann auf den Markt kommen, wenn der Bedarf wieder sinkt. Die Mittel, die für eine solche Hochschule nötig wären, „sind aus meiner Sicht sinnvoller für die notwendigen Veränderungen an den lehrerbildenden Hochschulen zu verwenden“, so Radisch. Nur so sei „die Lücke zu schließen“. Um das Lehrer-Problem schnellstens zu lösen, müssten Seiteneinsteiger eine „qualitätsvolle Qualifizierung“ erfahren. Zuletzt stand Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) für eine Schnellbesohlung von Seiteneinsteigern in der Kritik, die teils sogar verschoben wurde.

Hesse bestätigt erstmals offiziell die „Idee“ einer Pädagogischen Hochschule. Im Kampf gegen Lehrerschwund dürfe es „keine Denkverbote geben“. Das Thema ist auch in der SPD umstritten. Ende März kommt ein Antrag der Greifswalder Genossen auf dem Landesparteitag zur Sprache. Inhalt: Schluss mit der Debatte. Stattdessen müsse die Lehrerausbildung an den beiden Unis finanziell und personell besser ausgestattet werden. Kein gutes Zeugnis für die Landesregierung.

Ganz andere Sorgen hat Axel Hochschild, Präsident der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern. Er fordert Gleichbehandlung von beruflicher und akademischer Ausbildung. „Es ist schwer nachvollziehbar, dass Berufsschulen für das Handwerk im Land zentralisiert werden und gleichzeitig die Hochschullandschaft erweitert werden soll“, so Hochschild.

Frank Pubantz

OZ MV-Sportlerwahl 2018 - Champions in Partylaune

Lena Meißner, Hannes Ocik und der SSC Palmberg Schwerin haben die Sportlerwahl 2018 in MV für sich entschieden. Die Triathletin, der Ruderer sowie die Volleyballerinnen setzten sich bei der von OZ, LSB und NDR initiierten Abstimmung, bei der auch Handicap-Athleten geehrt wurden, durch.

10.03.2019

Unbekannte sind in einen Solarpark bei Neverin eingedrungen und haben dort 37 Wechselrichter demontiert und entwendet. Der entstandene Schaden ist enorm.

10.03.2019

Ein von Schweden kommendes Tief bringt am Wochenende Sturmböen, Regen und kältere Temperaturen an die deutsche Ostseeküste. Am Samstag wurden zahlreiche Bäume umgeknickt, ein Auto wurde gegen Bäume gedrückt, Hagelschauer führten allein in Schleswig-Holstein zu zehn Unfällen. Auch am Sonntag bleibt die Wetter-Lage im Norden angespannt.

10.03.2019