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MV aktuell Gerichtsmediziner im Mordfall Maria K.: Diese Intensität der Gewalt habe ich selten gesehen
Nachrichten MV aktuell Gerichtsmediziner im Mordfall Maria K.: Diese Intensität der Gewalt habe ich selten gesehen
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16:20 23.08.2019
Oberarzt. Dr. med. Klaus-Peter Philipp. Facharzt für Rechtsmedizin Quelle: Tilo Wallrodt
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Stralsund

Das Ausmaß der Gewalt, die Maria K. in den letzten Sekunden ihres Lebens angetan wurde – der Greifswalder Rechtsmediziner Klaus-Peter Philipp hat versucht, es am Freitag im Landgericht Stralsund in Worte zu fassen. Die Ausführungen am dritten Prozesstag sind für die Anwesenden nur schwer zu ertragen. „Diese Intensität habe ich in meinen 40 Jahren Berufsleben nur selten erlebt“, sagte Philipp.

Insgesamt habe die Leiche von Maria K. 19 Wunden bei 35 Stichen aufgewiesen. Zwei Verletzungen seien besonders schwer gewesen. Ein Stich an der linken Halsseite sowie ein weiterer in der linken Gesichtshälfte. „Dafür braucht es viel Energie und Impulskraft“, sagte der Rechtsmediziner. Maria habe sich, obwohl bereits tödlich verletzt, noch gewehrt. Darauf wiesen Einstiche und Schürfverletzungen an ihren Händen hin.

Bilder vom Prozess im Mordfall Maria K.:

Bilder vom Prozessauftakt im Mordfall Maria K. am Landgericht Stralsund

Täter hatten mindestens 2,6 Promille Alkohol im Blut

Klaus-Peter Philipp äußerte sich auch zum Ausmaß des Alkoholrauschs, in dem sich die mutmaßlichen Täter zum Tatzeitpunkt befunden haben könnten. Nicolas K. hatte bereits am ersten Prozesstag ausgesagt, in den Stunden vor dem Mord große Mengen Alkohol getrunken zu haben. Philipp schätzt, das K. mindestens 2,6 Promille im Blut gehabt haben muss. Auf einen ähnlichen Wert kommt er beim zweiten Beschuldigten Niko G.. Der Rechtsmediziner betonte jedoch, dass diese Aussagen auf theoretischen Berechnungen beruhen.

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Am ersten Prozesstaghatte der 19-jährige Nicolas K. einen Großteil der Schuld auf sich genommen. Der Mitangeklagte Niko G. (21) hatte laut seiner vom Anwalt verlesenen Erklärung zufolge nur zugesehen und es nicht fassen können, dass diese Tat nun tatsächlich geschehe.

Am zweiten Prozesstag hatte die Freundin von K., Anna S., dem Gericht gesagt, dass sie bereits vor der Tat von den Mordplänen ihres Freundes wusste.

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