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MV aktuell Glatteis: Viele Unfälle, volle Notaufnahmen
Nachrichten MV aktuell Glatteis: Viele Unfälle, volle Notaufnahmen
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00:07 12.01.2016
Bergungsspezialisten zogen gestern bei Büschow (Nordwestmecklenburg) einen Lkw aus dem Straßengraben. Quelle: Jens Büttner/dpa
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Rostock Eis-Chaos zum Wochenstart: Überfrierende Nässe und Nebel haben landesweit zu zahlreichen Unfällen geführt. Während die meisten Autofahrer glimpflich davonkamen, haben sich Dutzende Fußgänger und Radfahrer bei Stürzen schwer verletzt. Das Wetter bremste auch den Nahverkehr aus: Viele Busse blieben zunächst in ihren Depots.

Volle Notaufnahmen

Bruch, Prellung, Gehirnerschütterung: In der Notaufnahme der Uni-Klinik Rostock suchen viele Glätteopfer Hilfe. „Von Freitag an hatten wir täglich etwa 50 Prozent mehr Patienten als gewöhnlich“, sagt Prof. Thomas Mittlmeier, Leiter der Unfallchirurgie. Am Sonnabend hätten binnen 24 Stunden 50 Menschen versorgt werden müssen. Ähnlich groß ist der Andrang in Greifswald. Binnen drei Tagen waren 61 Patienten in die Notaufnahme gekommen. Jeder Dritte davon habe operiert werden müssen, sagt Dr. Peter Hinz, Leitender Oberarzt der Unfallchirurgie. Besonders häufig verarzten die Mediziner aktuell Hand- und Sprunggelenksfrakturen.

Rutschpartie mit Blechschäden

Mehr als 25-mal hat es gestern und in der vorhergehenden Nacht auf den Straßen gekracht. Dabei sind mindestens fünf Menschen verletzt worden. Zumeist blieb es aber bei Blechschäden. In Pasewalk (Vorpommern-Greifswald) war in der Nacht zu Montag ein Laster auf der B 104 umgestürzt. Die L 101 zwischen Büschow und Ventschow (Nordwestmecklenburg) hatte gestern gesperrt werden müssen, nachdem ein Sattelzug in den Straßengraben gerutscht war. Zuvor war zwischen Dassow und Pötenitz (Nordwestmecklenburg) ein Auto von der Straße abgekommen. Dabei erlitten zwei Menschen leichte Blessuren. Schwer verletzt musste ein Stralsunder in der Nacht zum Montag ins Krankenhaus gebracht werden, nachdem er bei Poggendorf (Vorpommern-Rügen) verunglückt war. Gestern Morgen schlidderten zwischen Thandorf und Rieps (Nordwestmecklenburg) binnen weniger Minuten drei Autos aus einer Kurve. Auf der A 20 war eine Eisplatte von einem Lkw auf einen Kleintransporter gestürzt und hatte dessen Frontscheibe durchschlagen. Unfallschwerpunkte waren laut Polizei die Kreise Rostock und Ludwigslust-Parchim. Meist hätten es Autofahrer versäumt, ihr Tempo anzupassen.

Ärger um Winterdienst

In vielen Orten häufen sich die Beschwerden über spiegelglatte Geh- und Radwege. Per se zuständig für den Winterdienst sind die Städte und Gemeinden. Die Pflicht können sie abseits kommunaler Flächen mittels Satzung an Grundstückseigentümer abgeben. Die wiederum wälzen sie in vielen Fällen auf ihre Mieter ab, die dann in der Regel zwischen 7 und 20 Uhr räumen müssen. Doch offenbar nicht jeder tut das auch — zum Leidwesen Glättegeplagter.

Eingeschränkter Nahverkehr

Weil viele Nebenstraßen vereist waren, fiel gestern in Nordwestmecklenburg der Schul- und Linienbusverkehr vorübergehend aus. Eltern blieb es überlassen, ob sie ihre Kinder selbst zur Schule bringen.

Die Aussichten: weiter frostig, ab Mittwoch ist mit Schnee zu rechnen.

Trotz Eis sicher ans Ziel
Lassen Sie das Fahrrad stehen. Tragen Sie Schuhe mit Profil. Drehen Sie die Füße beim Gehen eher nach außen und machen kleine Schritte. Laufen Sie an Hauswänden entlang, an denen Sie sich notfalls abstützen können. Im Fall des Falls: Lassen Sie alles los, was Sie in den Händen halten und versuchen Sie, nach vorn zu fallen, dabei die Unterarme vors Gesicht zu nehmen und die Hände auszustrecken. Ellenbogen und Handgelenke dürfen nicht angewinkelt sein, sonst können sie brechen. Wer nach hinten kippt, sollte das Kinn aufs Brustbein ziehen und einen runden Rücken machen.



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