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MV aktuell „Gorch-Fock“-Geld für Marine-Serie zweckentfremdet: Spannender als jedes Drehbuch
Nachrichten MV aktuell „Gorch-Fock“-Geld für Marine-Serie zweckentfremdet: Spannender als jedes Drehbuch
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05:00 01.07.2019
Dass veruntreutes Geld für die Sanierung der „Goch Fock“ ausgerechnet bei einem Filmprojekt landet, an dem die Marine beteiligt ist, hält Kommentator Gerald Kleine Wördemann für abenteuerlich. Quelle: Söllner/OZ
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Rostock

Die Dreharbeiten dieser Serie sind spannender als die meisten Drehbücher: Von den vielen Millionen Euro, die bei der Sanierung der „Gorch Fock“ mit krimineller Energie beiseitegeschafft wurden, landete ein Teil als Kredit über Umwege bei der Produktion einer Action-Serie, die den Alltag an Bord der deutschen Marinestreitkräfte lebensecht zeigen soll.

Die Sache ist mehr als dubios – auch wenn der Filmemacher beteuert, er habe von der Herkunft des Geldes nichts gewusst. Marine-Film statt Marine-Segelschiff, immerhin bleiben die Steuermittel ja sozusagen in der Familie, ließe sich sarkastisch anmerken. Das Serien-Projekt ist zwar eine private Produktion, die Marine unterstützt das Vorhaben allerdings, weil sie sich einen positiven Image-Effekte erhofft.

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Ob sich der jemals einstellt, dürfte, vorsichtig formuliert, noch offen sein. Wo, wann und ob überhaupt die Filme später mal zu sehen sein werden, weiß Filmemacher Stephen Dürr noch nicht oder will es nicht sagen. Gleichzeitig führt er Prozesse mit der Marine um die Vermarktungsrechte von Marinefilmen.

Wenn die Serie floppt, böte die Geschichte drum herum viel Stoff für noch ein Filmprojekt. Ob daraus eine Komödie, ein Krimi oder ein Drama würde, ist noch offen.

Gerald Kleine Wördemann

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