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MV aktuell „Gorch Fock“ nun doch so schnell wie möglich zur Werft
Nachrichten MV aktuell „Gorch Fock“ nun doch so schnell wie möglich zur Werft
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06:43 22.04.2015
Die „Gorch Fock I“ an ihrem Liegeplatz an der Ballastkiste im Stralsunder Hafen. Eigentlich sollte sie längst auf der Werft sein.
Die „Gorch Fock I“ an ihrem Liegeplatz an der Ballastkiste im Stralsunder Hafen. Eigentlich sollte sie längst auf der Werft sein.
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Stralsund

Der Eigner der „Gorch Fock I“, der Verein Tallship Friends, hat Gerüchte zurückgewiesen, er wolle die Hansestadt oder das Wasser- und Schifffahrtsamt Stralsund verklagen. „Das ist absoluter Blödsinn“, sagte Vereinssprecher Wulf Marquard.

Hintergrund der Gerüchte sind die an den vergangenen Tagen missglückten Versuche, die Bark zur Volkswerft zu schleppen. Dabei sind laut Marquard Kosten in Höhe von über 16 000 Euro entstanden, ohne dass das Schiff nur einen Meter dichter an die Werft herangekommen ist.

Gründe für das Scheitern der Aktion waren zu starker Wind und zu hoher Wasserstand. Vor allem Letzteres habe er im Vorfeld nicht als mögliche Ursache im Blick gehabt, räumte Marquard am Dienstag ein.

„Trotzdem werden wir uns die zulässigen Durchfahrtshöhen der Rügenbrücke und der Hochspannungsleitung über dem Ziegelgraben und die Sonntag tatsächlich herrschenden Verhältnisse noch einmal genau erklären lassen“, sagte er.

Die Durchfahrtshöhe der Rügenbrücke wird mit 42 Metern angegeben. Von der Wasserlinie bis zur Mastspitze misst die „Gorch Fock“ 37,30 Meter.

Die Verkaufsverhandlungen mit der Stadt laufen

Unabhängig davon will Tallship Friends das Schiff jetzt doch so schnell wie möglich ins Trockene bringen. Am Sonntag hieß es noch, der Verein wolle bis zum Herbst warten.

„Wir sind in der Pflicht“, sagte Marquard und spielte damit auf die laufenden Verhandlungen mit der Hansestadt an. Die will das Schiff kaufen und sich – unabhängig vom nötigen neuen Schwimmfähigkeitszeugnis für die Bark – vorher vom Zustand des Rumpfes ein Bild machen.

Darum hat die aktuelle Situation aus Sicht der Stadt keinen Einfluss auf die Verkaufsverhandlungen. Pressesprecher Peter Koslik: „Der Stand ist unverändert. Denn der Verein will technische Voraussetzungen prüfen lassen, die eine vom Wasserstand unabhängige Durchfahrt möglich machen könnten.“

Marquard will jetzt aber versuchen, die Stadt an den Überführungskosten zu beteiligen. „Es ist ärgerlich, dass wir das nicht von vornherein vereinbart haben“, sagte er selbstkritisch.



Jens-Peter Woldt